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Nach dem letzten Vorbereitungsspiel am Samstag gegen Mlada Boleslav war Borussia Mönchengladbachs Alexander Baumjohann in aller Munde. Wegen seines Treffers zum 1:0-Sieg, aber auch wegen seiner Reaktion auf die Schmährufe der Fans.

Nachdem in den Medien gemeldet worden war, dass der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei Borussia nicht verlängern, sondern zu Bayern München wechseln wird, musste sich Baumjohann am Samstag schon beim Warmlaufen in der Halbzeitpause wenig freundliche Gesänge der Gladbacher Fans anhören.

Nach seinem Tor zum 1:0 deutete er vor der Nordkurve mit dem auf den Mund gelegten Zeigefinger sein Missfallen über die Gesänge an. Borussia.de hat mit ihm über seine Situation gesprochen.

Frage: Ihr Vertrag bei Borussia läuft im Sommer aus. Der Verein hat sich bemüht, Sie zu halten. Warum haben Sie sich gegen Borussia entschieden?

Alexander Baumjohann: Ich habe mich nicht gegen Borussia entschieden, sondern für Bayern München. Das hat auch nichts damit zu tun, dass wir im Moment auf einem Abstiegsplatz stehen. Borussia hat mir durch Christian Ziege schon vor dieser Saison gesagt, dass man mich gerne halten will, aber da wollte ich warten, wie sich meine persönliche Situation hier entwickelt. In der Hinrunde habe ich zwölf Spiele gemacht, damit hatten vor der Saison wohl nicht viele gerechnet. Es gab dann weitere gute Gespräche mit Max Eberl und Hans Meyer. Aber dann kam eben auch das Angebot von den Bayern. Und diese Sache reizt mich. Ich glaube, das versteht jeder Fußballer.

Frage: Verstehen Sie, dass es Borussia-Fans gibt, die deshalb böse sind?

Baumjohann: Klar kann ich das verstehen, gefreut habe ich mich darüber trotzdem nicht. Für viele ist es vielleicht nicht nachvollziehbar, dass jemand, der gerade erst dabei ist, den Durchbruch in der Bundesliga zu schaffen, solch ein Angebot bekommt. Dass ich im Sommer gehe, hat aber nichts damit zu tun, dass ich mich hier nicht wohl fühle. Borussia ist ein toller Verein und ich werde bis zum Saisonende alles tun, damit wir nicht absteigen. Das war es auch, was ich den Fans mit meiner Geste sagen wollte.