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Der FC Energie Cottbus schöpft nach dem Last-Minute-Punktgewinn in Leverkusen weiter Hoffnung auf den Klassenerhalt. Vom rettenden 15. Tabellenplatz trennt die Lausitzer nur noch ein einziges Tor in der Tordifferenz.

Mit sieben Punkten aus den letzten fünf Spielen ist für Energie das rettende Ufer wieder in Sicht. Nach den überlebenswichtigen Siegen in den direkten Duellen mit den Mitkonkurrenten Karlsruhe und Mönchengladbach nahmen die Ostdeutschen den glücklichen aber nicht unverdienten Punkt beim 1:1 in Leverkusen gerne mit.

Überraschende Auswärtspunkte

"Das Resultat war fantastisch für uns", jubelte Energie-Trainer Bojan Prasnikar: "Wir sind in den letzten 15 Minuten noch in Rückstand geraten. Der Punktgewinn war für uns verdient, denn wir haben der Heimmannschaft nicht viele Chancen gegönnt."

Mit ihrer bekannten, äußerst defensiv ausgerichteten Spielanlage hat Cottbus in dieser Saison überraschenderweise gerade in den Auswärtsspielen fleißig gepunktet. Auf fremden Plätzen holten Energie mehr Zähler als die international aktiven Clubs aus Bremen, Stuttgart oder Wolfsburg. Neun Punkte wurden auswärts bereits eingefahren.

"Wir stellen uns jede Woche die Frage, warum wir auswärts mehr Punkte holen als daheim", rätselt Energies Linksverteidiger Daniel Ziebig, um auch gleich die Antwort zu geben. "Wir können auswärts befreiter aufspielen, wir stehen kompakter, müssen nicht so das Spiel machen. Wir haben die eine oder andere Konterchance mehr, die wir zuhause nicht haben, weil der Gegner defensiver spielt. Die wissen, dass wir Probleme haben, das Spiel zu machen."

Interne Querelen ausgeräumt

So stehen der guten Auswärtsbilanz sechs Heimpleiten in acht Spielen im früher bei den Gastvereinen so gefürchteten Stadion der Freundschaft gegenüber. Die Abstiegsgefahr bleibt akut. Dass sich Cottbus trotz der mageren Punkteausbeute von 13 Zählern in 17 Spielen immer noch gute Chancen auf den Klassenerhalt ausrechnet, liegt auch an der Schwäche der Konkurrenz, die ebenfalls regelmäßig patzt.

"Es war ein stürmischer Herbst und Winter. Im Frühjahr ist aber in der Regel Energie-Zeit", schaut Cottbus-Manager Steffen Heidrich optimistisch in die Zukunft. Da passt es gut ins Bild, dass noch vor Weihnachten einige interne Querelen ausgeräumt wurden.

Der nach kritischen Äußerungen für fünf Wochen ins U23-Team verbannte Abwehrspieler Igor Mitreski kehrt wieder zurück in den Profikader. Und auch mit den beiden in der vergangenen Woche mit einer Geldstrafe belegten Bulgaren Dimitar Rangelov und Stanislav Angelov wird weiter geplant.

"Jeder muss sich unterordnen"

"Jeder hat gesehen, dass wir eine Mannschaft sind", meinte Ziebig. "Man muss ja nicht mit jedem einen Kaffee trinken gehen, aber wir müssen eine Zweckgemeinschaft sein für das, wofür jeder hier einen Vertrag unterschrieben hat. Wir müssen kämpfen und ackern, damit Energie Cottbus den Klassenerhalt schafft. Dafür muss sich jeder unterordnen."

Schließlich will Cottbus in dieser Saison auch mit aller Macht eine fast schon unheimliche Serie durchbrechen. Denn seit 1988 spielen die Lausitzer im 3-Jahres-Rhythmus in der gleichen Liga. Danach folgte stets ein Auf- oder Abstieg.

Da für 2009 die Qualifikation für die Champions League wohl eher nicht mehr in Frage kommt, würde dem Gesetz der Serie folgend der Abstieg bereits feststehen. Aber bekanntlich geht ja jede Serie einmal zu Ende.

Tobias Gonscherowski