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Hannover - Nach dem 1:3 gegen den FC Bayern München wartet Hannover 96 nun schon seit acht Spielen auf einen Sieg. Sahen sich die Niedersachsen in der Winterpause als Tabellen-Achter mit drei Punkten Rückstand auf Champions-League-Rang vier noch "auf Schlagdistanz" zu den europäische Plätzen, geht der Blick nun nach unten. Nur noch vier Punkte trennen die 96er von Relegationsplatz 16.

Nur drei Punkte stehen in der Rückrunde auf der Habenseite. Dabei schwächelt der Vorletzte der Rückrundentabelle vor allem im Angriff. Lediglich sechs Treffer erzielte Hannover nach der Winterpause. Nur drei Teams konnten weniger Tore bejubeln. Kein Wunder, dass Hannover im Kampf um den Klassenerhalt auf die Defensive baut. Mit elf Gegentoren ließen die Roten ebenso wenig Treffer zu wie der Rückrunden-Zweite VfL Wolfsburg.

96 ließ kaum Chancen zu

Von daher gab es nach dem 1:3 gegen den Rekordmeister auch keine langen Gesichter bei den Gastgebern. Der entscheidende Treffer zum 3:1 durch Thomas Müller in der 73. Minute war die einzige Großchance, die die 96er zuließen.

Die weiteren Treffer zum 1:1-Ausgleich nur drei Minuten nach dem 1:0 durch Hiroshi Kiyotake, der den gesperrten Spielmacher Lars Stindl hervorragend vertrat, in der 25. Minute, und zur 2:1-Führung nach gut einer Stunde resultierten aus Standards nach heftig diskutierten Schiedsrichterentscheidungen. Xabi Alonso traf mit einem Tor-des Monats-würdigen Freistoß aus gut 18 Metern, Müller zeigte sich vom Elfmeterpunkt treffsicher.

"Mache mir keine Sorgen, wenn wir so auftreten"

"Wir haben in der Defensive sehr gut gestanden, kaum Chancen zugelassen", analysierte Kapitän Christian Schulz. "Wenn wir so in den nächsten Wochen auftreten, mache ich mir keine Sorgen."

"Die Mannschaft hat nicht viel falsch gemacht", war auch Trainer Tayfun Korkut zufrieden. "Sie hat sehr diszipliniert gespielt und sich an die Anweisungen gehalten." Anweisungen, die zeigen, wie man den Rekordmeister neutralisieren kann.

"Hannover hat uns das Leben schwer gemacht"

Auf der linken Abwehrseite ließ sich Leonardo Bittencourt fallen, um Außenverteidiger Miiko Albornoz im Kampf gegen Arjen Robben zu unterstützen. Bayerns Top-Torjäger wurde konsequent gedoppelt und kam lediglich zu drei Torschussversuchen und konnte nur eine Flanke schlagen.

Auf der anderen Seite beackerte Jimmy Briand die Außenbahn und ließ sich ebenso tief fallen wie Bittencourt, so dass aus der Hannoveraner Vierer-Abwehrkette zeitweise eine Sechser-Kette wurde, die keine Flanken von außen zuließ und vor dem Strafraum die Räume eng machte. "Hannover hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Sie haben eine super Defensive. Wir sind nie in die Mitte gekommen", lobte Alonso den Gegner. 

"Sind als Mannschaft aufgetreten"

"Wir sind als Mannschaft aufgetreten", war Korkut zufrieden, "sie hat großen Zusammenhalt gezeigt. Das müssen wir für die kommenden Wochen mitnehmen." Die werden schwer genug. Am Sonntag müssen die Niedersachsen bei Borussia Mönchengladbach antreten, danach kommt mit Dortmund die andere Borussia in die HDI Arena.

"Schwere Gegner" ist Dirk Dufner klar. Aber im Fußball sei alles möglich. "Manchmal spielt man schlecht und gewinnt, manchmal spielt man gut und steht ohne Punkte da - und keiner weiß warum."

Die Situation redet der Sportdirektor nicht schön. "Natürlich beschäftigen wir uns mit der Tabelle", so Dufner auf die Frage, ob Abstieg ein Thema im Verein sei. "Wir sind schon tief genug drin. Wir brauchen Ergebnisse." Am besten endlich mal wieder einen Dreier.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs