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München - "Ich habe gelitten und immer die Uhr beobachtet und habe gedacht: 'Wann ist jetzt Schluss?' Das waren die Worte von Heiko Vogel, Trainer des FC Basel, nach der 0:7-Niederlage gegen den FC Bayern am Dienstagabend in der Allianz Arena. Ein anderer Coach atmete am Mittwochmorgen kräftig durch. "Man sieht, dass wir nicht die einzigen Dorftrottel sind, sondern dass es auch andere erwischt", sagte Hoffenheims Markus Babbel, der mit seinem Team am vergangenen Samstag mit war.

Zwei Siege der Münchner in Folge sind natürlich keine Besonderheit. Zwei Siege in dieser Höhe allerdings schon. Seit dem Bundesliga-Aufstieg 1965 erzielte der FC Bayern in zwei aufeinander folgenden Pflichtspielen nie mehr als sechs Tore!

"Wir haben gut angefangen, gut weitergemacht und dann gut nachgelegt", fand Thomas Müller nach der Gala in der "Königsklasse". "Wir haben wie am Wochenende bewiesen, dass wir einen Gegner auseinandernehmen können", war Kapitän Philipp Lahm zufrieden.

Gomez ragt heraus



Es gibt durchaus Parallelen zwischen den Schützenfesten. In beiden Partien legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr. Gegen Hoffenheim fiel das 1:0 bereits in der 5. Minute, gegen Basel klingelte es erstmals in der 10. Minute. Das Team von Jupp Heynckes ließ danach nicht locker, der Trainer lobte die Spielweise seiner Mannschaft als "sehr clever, sehr ruhig, sehr geschickt".

Und beide Male ragte einer aus einer bärenstarken Offensive noch heraus: Mario Gomez. Der "Torero" traf gegen 1899 dreifach und gegen die Schweizer gleich vier Mal - und war selbst ein bisschen überrascht: "Dass wir wieder sieben Tore erzielt haben, ist natürlich überragend."

Gomez erzielte in dieser Saison schon beim 3:0 in Kaiserslautern und beim 7:0 gegen Freiburg am 4. und 5. Bundesligaspieltag insgesamt sieben Tore. Vor dem Mittelstürmer fabrizierten bisher nur zwei Profis so eine beeindruckende Quote. Im Oktober 1964 schaffte das Christian Müller für den 1. FC Köln (vier Tore beim 5:1 gegen Braunschweig, drei beim folgenden 4:1 in Frankfurt). Gerd Müller traf mehrmals sieben Mal in zwei aufeinander folgenden Spielen, letztmals im September 1976 (fünf Tore gegen TeBe Berlin in der Bundesliga, zwei gegen Köge im Europapokal der Landesmeister).

Die 14 Tore sind also ein Rekord, die 46 Torschüsse, die dazu nötig waren, allerdings nicht. Im Februar 2010 visierten die Münchner in den Bundesligapartien gegen Mainz und Wolfsburg insgesamt 50 Mal den gegnerischen Kasten an.

Erst ein Auswärts-Erfolg in 2012



Die große Frage lautet jetzt: Wie viele Buden schenken die Münchner am Samstag Hertha BSC ein?

Es gibt aber Hoffnung für Trainer Otto Rehhagel und seine Berliner. Denn auswärts präsentierte sich der Rekordmeister in der Rückrunde bisher harmlos. In der Bundesliga reichte es erst zu zwei Punkten in vier Spielen (1:1 in Hamburg, 0:0 in Freiburg). In Gladbach (1:3) und Leverkusen (0:2) setzte es Niederlagen (Hier gibt's alle BL-Ergebnisse der Bayern...). Nur im Pokal beim VfB Stuttgart (2:0) durften die Münchner im Jahr 2012 einen Sieg bejubeln.

Logisch, dass Gomez die heimische Dominanz endlich auch in der Fremde einfordert: "Zuhause haben wir in der Rückrunde sehr gute Leistungen gezeigt - die letzten zwei waren sogar hervorragend. Das müssen wir jetzt auch auswärts zeigen, denn da haben wir bisher schon zu viele Punkte liegen gelassen."

Mal abwarten, was "König Otto" nach der Partie gegen den FC Bayern zu Protokoll gibt...