ANZEIGE

Beim Freitagstraining von Hannover 96 drehte sich auch einen Tag nach dem Kahnbeinbruch von Robert Enke noch alles um die Verletzung des Torhüters.

"Wir waren gestern natürlich alle sehr geschockt", schilderte Mitspieler Michael Tarnat seine Gefühlslage nach der Hiobsbotschaft aus dem Quartier der deutschen Nationalmannschaft am Donnerstag. "Ich habe Robert gleich eine SMS geschrieben und ihm alles Gute gewünscht."

"Das ist ganz bitter für ihn"

Neben der Tatsache, dass der Ausfall Enkes vor allem Hannover 96 schwer trifft, sei der Kahnbeinbruch nach Tarnats Ansicht gerade im Hinblick auf die Nationalmannschaftskarriere des Torhüters ärgerlich. "Das ist ganz bitter für ihn", meint auch sein 96-Trainer Dieter Hecking.

Die Verletzung machte eine Operation unumgänglich. Den Eingriff hat der 31-jährige Enke bereits gut überstanden. "Die Operation ist nach Angaben der Ärzte gut verlaufen. Ich fühle mich den Umständen entsprechend fit, auch wenn die operierte Stelle natürlich schmerzt. Meine Konzentration gilt erst einmal alleine meiner Genesung".

Der Torwart trägt jetzt eine rote Gipsschiene. "Eigentlich liegen mir ja eher die gedeckten Farben, aber bei der Farbwahl meiner Schiene war natürlich klar, dass es rot sein muss", scherzte Enke nach der Operation bereits wieder.

Lange Zwangspause

Etwa zwölf Wochen wird er den Niedersachsen jetzt fehlen. In dieser Zeit wird U21-Nationaltorwart Florian Fromlowitz den Kasten hüten. Als Ersatz rückt Morten Jensen auf die Bank der "Roten".

Trainer Hecking hat dabei keinerlei Bedenken, dass die beiden Youngster zwischen den Pfosten ihre Aufgabe meistern werden: "Bei jungen Torhütern kommt immer auch Adrenalin und Begeisterung hinzu, wenn sie ins kalte Wasser geworfen werden."

Fromlowitz nimmt Herausforderung an

Und so kalt ist das Wasser gar nicht: Fromlowitz war bereits zwölf Mal für den 1. FC Kaiserlautern in der höchsten deutschen Spielklasse aktiv. "Ich werde mich jetzt der neuen Situation stellen. Dafür bin ich als Nummer 2 ja geholt worden", erklärte Fromlowitz.

Und Jensen beweist sich regelmäßig im Regionalliga-Team der U23. "Letzte Saison lief es für Morten eher wechselhaft. Jetzt hat er sich deutlich stabilisiert, das bestätigt auch U23-Trainer Andi Bergmann", so Hecking. "Beide Torhüter werden die Situation gemeinsam lösen."

Das wäre wohl auch die beste Medizin für Robert Enke…