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Aachen - Nach der langen Sommerpause rollt der Ball nun endlich wieder. Borussia Mönchengladbach meisterte in der 1. Runde des DFB-Pokal die gefährliche Hürde Alemannia Aachen mit 2:0. Nun freuen sich alle Borussen auf das große Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Dynamo Kiev am kommenden Dienstag.

Im Interview spricht "Fohlen"-Neuzugang Granit Xhaka über den Auftakt, seine Rolle in der Mannschaft und die Chancen gegen Kiev.

Frage: Glückwunsch zum in die 2. Runde! Herr Xhaka, wie schwer war es, bei den Temperaturen Fußball zu spielen?

Granit Xhaka: Es war sehr schwer, weil es sehr heiß war und Alemannia Aachen eine sehr gute Mannschaft hat, die auf Konter setzt. Vor allem in der 1. Halbzeit standen sie sehr kompakt. Aber sie hatten auch nicht so viele Chancen. Wir waren von Anfang an dominant. Im Pokal ist es so: Wer gewinnt ist weiter, wer verliert ist raus. Wir haben verdient gewonnen und sind in der nächsten Runde dabei.

Frage: Die beiden späten Tore fielen nach sehr schönen Kombinationen.

Xhaka: Stimmt. Das erste Tor war überragend herausgespielt. Wir sehen, dass wir unsere Tore machen. Wir stehen defensiv sehr gut. Das war schon in den letzten Spielen so. So müssen wir weitermachen.

Frage: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Leistung?

Xhaka: Ich hatte am Mittwoch schon mit der Nationalmannschaft ein Länderspiel. Ich dachte, ich wäre ein bisschen müde. Aber es lief sehr gut.

Frage: Haben Sie das Gefühl, dass Sie mehr und mehr in die Mannschaft reinkommen?

Xhaka: Ja, klar. Ich habe letzte Woche schon gegen Norwich gespielt und kenne die Mannschaft jetzt viel besser. Gegen Aachen habe ich wieder einen Schritt vorwärts gemacht. Wenn es so weitergeht, bin ich froh.

Frage: Was fehlt noch, woran arbeiten Sie noch?

Xhaka: Ich kann mich überall verbessern. Ich bin noch nicht top. Ich versuche jeden Tag, hart zu trainieren, um dann am Wochenende bereit zu sein. Das ist mein Ziel.

Frage: Wie schwer ist Ihnen die Umstellung und Eingewöhnung gefallen?

Xhaka: Die Eingewöhnung war für mich nicht schwer. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, in der ich sehr gut aufgenommen wurde. Ich probiere das Spiel fortzusetzen, das ich schon in der Schweiz gespielt habe. Ich darf hier auch das Spiel machen, das passt zu mir. Die Position des Sechsers oder Achters liegt mir sehr gut.

Frage: Sie spielen trotz Ihrer erst 19 Jahre so abgeklärt. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Xhaka: Die Frage wird mir oft gestellt. Ich bin sehr jung, ich bin erst 19, das weiß ich. Aber ich probiere immer, das Spiel in die Hand zu nehmen und von hinten zu machen. Es gelingt mir momentan mit dem Havard Nordtveit an meiner Seite sehr gut. Der ist ein Kämpfer und Balleroberer und macht mir das Spiel einfacher. Wir spielen beide auf der Doppelsechs. Wenn einer nach vorne geht, muss der andere absichern. Ich hatte zwei, drei Torschüsse. Ich versuche es immer wieder. Mich freut es doppelt, dass der Havard das Tor gemacht hat.

Frage: Was kann man aus dem Pokalspiel mitnehmen für das große Spiel am Dienstag gegen Dynamo Kiev in der Champions-League-Qualifikation?

Xhaka: Wir können sicher aus dem Aachen-Spiel etwas mitnehmen. Aber wir spielen jetzt gegen Kiev, das wird ein anderes Spiel. Wir haben ein Heimspiel, wir haben unsere Fans hinter uns. Das Stadion wird ausverkauft sein. Es geht um etwas Größeres, um die Champions League. Jeder Spieler von uns will in der Champions League spielen. Das werden wir auch am Dienstag zeigen.

Frage: Wie sehr fiebern Sie der Partie gegen Dynamo Kiev entgegen?

Xhaka: Die Konzentration beginnt ab jetzt. Vorher habe ich mir noch gar keinen Kopf darüber gemacht. Wir müssen uns jetzt gut erholen. So viele Tage liegen ja nicht dazwischen. Wir kennen den Rhythmus Samstag-Dienstag-Samstag noch nicht so. Wir müssen zwischendurch sehr viel schlafen und uns gut erholen. Und dann wollen wir am Dienstag ein gutes Spiel machen. Wir sind bereit.

Frage: Wie schwer wird die Aufgabe, wer ist Favorit?

Xhaka: Favorit ist sicher Dynamo Kiev, weil es Mannschaft ist, die mehr Erfahrung hat als wir. Wir probieren, die zwei Spiele so gut wie möglich zu spielen. Wir wollen zuhause ein gutes Resultat holen und dann in Kiev vielleicht für eine Überraschung sorgen. Es ist machbar, aber nur wenn wir an die Leistungsgrenze gehen.

Frage: Was wird der Schlüssel zum Erfolg sein?

Xhaka: Wir sind seit einigen Spielen sehr gut defensiv. Offensiv machen wir unsere Tore. Wir müssen sicher abwarten und geduldiger spielen als gegen Aachen und dürfen uns nicht so viele schnelle Ballverluste erlauben. Am Dienstag wird es ein anderes Spiel, die Atmosphäre wird anders sein. Es ist ein Champions-League-Qualifikationsspiel. Unser Ziel ist es, in die Champions League zu kommen. Dafür werden wir alles tun.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski