ANZEIGE

Hamburg - Mit breiter Brust marschierten die "Roten Teufel" zu den Klängen der St.-Pauli-Einmarschhymne "Hell's Bells" ins Millerntorstadion ein. Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen, zuletzt das starke 5:0 über Champions-League-Teilnehmer Schalke 04 - da kam dem 1. FC Kaiserslautern der angeschlagene FC St. Pauli gerade recht.

Nur ein mageres Pünktchen konnten die Gastgeber in den letzten sechs Spielen einfahren. Und auf St. Pauli haben die Lauterer meist gut ausgesehen: In der Bundesliga verließ man nur einmal den Platz als Verlierer. 1990 gewannen die "Kiez-Kicker" ebenfalls 1:0.

"St. Pauli war verunsichert"

Doch zu bedingungsloser Offensive konnte sich die Elf von Trainer Marco Kurz nicht durchringen, obwohl "wir gespürt haben, dass St. Pauli stark verunsichert war", wie Stiven Rivic erzählte.

"Wir wollten gegen St. Pauli kein zu hohes Risiko gehen und den Drei-Punkte-Vorsprung in der Tabelle wahren", beschrieb Oliver Kirch den Plan der Pfälzer im Duell mit dem Mit-Aufsteiger und kam zu dem Ergebnis, dass "ein 0:0 gerecht gewesen wäre. Wir haben den Kampf angenommen und waren zumindest gleichwertig. Leider fehlte häufig der letzte Pass."

Kritischer ging Tobias Sippel mit den Leistungen seiner Vorderleute ins Gericht: "Wir waren schwach im Vergleich zu den letzten Wochen. Gegenüber dem Schalke-Spiel waren wir kaum wiederzuerkennen. Es wäre so wichtig gewesen, hier zu punkten."

"Kein schönes Spiel"

Auch der zuletzt bärenstarke Christian Tiffert, der mit seinem Eigentor in der 48. Minute die Entscheidung in einer hart umkämpften Begegnung herbeiführte, war nicht zufrieden: "Das war von beiden Seiten kein schönes Spiel. Und dann haben wir auch noch Pech, dass wir nicht zumindest einen Punkt mitgenommen haben."

Eine erneute Krise wie nach dem 2:0 über den FC Bayern München, dem sieben sieglose Spiele in Serie folgten, befürchten die Kaiserslauterer trotz der Niederlage beim Abstiegskonkurrenten nach dem Kantersieg über Schalke nicht.

"Wir haben eine Chance verpasst, aber wir werden den Teufel nicht an die Wand malen und das Positive mitnehmen", blieb Marco Kurz gelassen. Mit dem bisherigen Saisonverlauf zeigte sich der Trainer "hoch zufrieden."

"Nicht alles schlechtreden"

Das sieht auch sein Kapitän so: "Wir müssen uns vorwerfen, dass wir zu ungenau und zu zögerlich gespielt haben", meinte Martin Amedick. "Das müssen wir analysieren. Aber wir dürfen jetzt nicht alles schlechtreden."

"Gegen Wolfsburg werden uns die Fans am Betzenberg nach vorne tragen, und wir werden uns die Punkte holen", ist Amedick sicher.

Mit dann 20 Punkten auf der Habenseite können die "Roten Teufel" dann erneut mit breiter Brust in den Norden Reisen. Das letzte Spiel vor der Winterpause führt die Mannschaft zu Werder Bremen.

Jürgen Blöhs