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VfB-Sportdirektor Horst Heldt und der neue Teamchef Markus Babbel standen den Fragen der Journalisten nach der Trennung von Armin Veh Rede und Antwort.

"Ich habe gestern nach der Niederlage mit Armin Veh gut drei Stunden lang ein Vier-Augen-Gespräch geführt. Dabei haben wir die Situation analysiert. In einigen Punkten waren wir uns einig, in anderen waren wir verschiedener Meinung. Die Punkte, in denen wir unterschiedlicher Meinung waren, haben den Ausschlag gegeben, dass wir uns trennen", sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt und stellte darüber hinaus Markus Babbel als neuen Teamchef und Rainer Widmayer als Trainer vor.

Schwere Entscheidung

Über die personellen Veränderungen seien die Spieler vor dem Training informiert worden. "Markus kennt die Mannschaft. Er hat sie als Assistenztrainer begleitet und Rainer Widmayer kenne ich noch aus meiner Zeit als Spieler beim VfB. Er war immer sehr zuverlässig und hat zuletzt an der Seite von Krassimir Balakov gearbeitet. Ich habe gestern Nacht noch mit ihm telefoniert und er wird morgen zur Mannschaft stoßen. Wir sind davon überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Denn wir brauchten einen neuen Reiz vor den fünf noch wichtigen Spielen in diesem Jahr. Wir haben drei Jahre sehr intensiv und erfolgreich mit Armin Veh und Alfons Higl zusammen gearbeitet. Dabei sind wir immer sehr offen und fair miteinander umgegangen. Ich möchte mich an dieser Stelle für die Arbeit von Armin Veh und Alfons Higl bedanken. Die Entscheidung ist uns sicher nicht leicht gefallen", so Heldt weiter.

"Wie vor dem ersten Bundesligaspiel"

Heldt stellte darüber hinaus klar, dass seine Gespräche unter der Woche mit den Spielern keinen Einfluss auf die Entscheidung hatten. Er sagte: "Die hat die sportliche Leitung zusammen mit dem Vorstand getroffen. Der Verein hat von keinem einzigen Spieler dazu eine Meinung verlangt und es hat auch kein Spieler über den Trainer gesprochen. Jeder einzelne ist jetzt gefordert und steht in der Verantwortung dem VfB gegenüber."

Teamchef Markus Babbel zieht deshalb auch gleich die Zügel etwas an. "Wir werden morgen zweimal trainieren, denn bis zum nächsten Spiel haben wir nicht allzu viel Zeit. Wir müssen das letztlich auf dem Platz regeln. Ich will den Spielern schnell meine Philosophie nahe bringen. Der VfB stand immer für offensiven Fußball. Und daran wollen wir auch arbeiten und wieder ein gutes Kombinationsspiel zeigen", gab Babbel die Richtung vor.

Der 36-Jährige war von seiner Beförderung zum neuen Chef selbst überrascht, sieht sich den anstehenden Aufgaben aber durchaus gewachsen. "Ich fühle mich im Moment ein bisschen wie vor meinem ersten Bundesligaspiel. Es ist sicher nicht so schlecht, mal eine Situation zu haben, in der man sich ein Stück weit freischwimmen muss. Es freut mich, dass der Verein mich nun so weit sieht und mir diese Rolle zutraut. Das zeigt, dass ich meine Aufgaben in den zurückliegenden Jahren nicht allzu schlecht gemacht haben kann. Ich habe unter Armin Veh und Alfons Higl eine Menge lernen können", sagte Babbel, der auch in der Zusammenarbeit mit Rainer Widmayer die Basis gelegt sieht.

"Werde viel mit den Spielern reden"

"Ich kenne ihn schon länger. Wir verstehen uns. Die zwischenmenschliche Ebene ist sehr gut und die Basis deshalb vorhanden", so der neue VfB-Teamchef, der sich darüber hinaus auch mit Torwarttrainer Ebbo Trautner, Konditions- und Reha-Trainer Christian Kolodziej sowie Rainer Adrion, dem Trainer des VfB II, kurzschließen will.

"Mit Rainer Adrion besteht schon lange sehr enger Kontakt. Den jungen Spielern muss bewusst sein, dass sie beim VfB wie bei kaum einem anderen Verein die Chance haben, nach oben zu kommen", setzt Babbel auch auf den Nachwuchs und beorderte deshalb Sebastian Rudy von nun an gänzlich in den Profikader.

Dass es ihm und seinem Trainerteam gelingen wird, den VfB wieder in die richtigen Bahnen zu lenken, steht für den Ex-Nationalspieler außer Frage. "Wir haben im Moment eine schwierige Phase, aber das Potenzial ist vorhanden. Es liegt nun an mir und dem Trainerteam, das Ruder herumzureißen. Es gilt, den Ballast und die Blockade der Spieler beiseite zu schaffen. Wir müssen die Köpfe frei bekommen, denn es geht wieder bei Null los. Ich kenne die Mannschaft gut und weiß, dass sie charakterlich in Ordnung ist. Ich werde in den nächsten Tagen sicher viel mit den Spielern reden, um zu sehen, wo ihre Probleme liegen. Entscheidend ist, dass wir wieder über die mannschaftliche Geschlossenheit zurück zum Erfolg kommen. Der Glaube und Wille, Spiele zu gewinnen, muss zurückkehren. Und ich bin davon überzeugt, dass uns das auch gelingen wird", sagte Babbel abschließend.