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Der FC Bayern kam beim 1:1 in Leverkusen nicht über eine Punkteteilung hinaus und ist trotzdem der Gewinner des 30. Spieltags.

Denn nach der Schalker 2:4-Niederlage in Hannover haben die Münchener ihre Ausgangsposition weiter verbessert. Mit nun zwei Punkten Vorsprung gehen die Bayern in die letzten vier Spieltage.

Van Gaal gibt seinem Team zwei freie Tage

Nach sieben Spielen in den vergangenen 21 Tagen können die vielbeschäftigten Bayern in dieser Woche erst einmal durchschnaufen. Da kein Spiel unter der Woche ansteht, belohnte Trainer Louis van Gaal seine nimmermüde Truppe erst einmal mit trainingsfrei. "Zwei Tage ohne van Gaal sind besser für die Spieler und für mich", sagte der sonst so strenge Coach nach dem Remis in Leverkusen.

"Ich bin mit dem 1:1 zufrieden", gab van Gaal zu Protokoll. "Wir haben zwei Punkte Vorsprung auf Schalke und sechs auf Leverkusen: "Sein Mannschaftskapitän schloss sich dieser Meinung an. "Wenn uns einer vorher gesagt hätte, wir gewinnen auf Schalke, kommen in der Champions League weiter und holen ein Punkt in Leverkusen, hätten wir das unterschrieben", meinte Mark van Bommel.

Die Kräfte schwanden

Es war in der BayArena unübersehbar, dass die Bayern auf dem Zahnfleisch liefen. Die letzte Spritzigkeit fehlte, vielleicht auch der ganz große Druck. Denn dank des überraschenden Schalker Ausrutschers war klar, dass der deutsche Rekordmeister unabhängig vom Ausgang des Spitzenspiels in Leverkusen Tabellenführer bleiben würde.

Das überwog. Die Chance, sich mit einem Sieg vier Punkte vom hartnäckigsten Verfolger absetzen zu können, wurde ausgelassen. Aber das schmerzte niemanden so richtig. Beim Blick auf das allerseits als machbar eingestufte Restprogramm der Bayern müssten sich die Münchener schon sehr ungeschickt anstellen, um den Titel noch zu verspielen.

Mahnende Worte von Gomez

Am nächsten Samstag gastiert Hannover 96 in der Allianz Arena, danach geht es zum vielleicht noch schwersten Spiel nach Mönchengladbach, ehe Bochum empfangen wird und am 34. Spieltag die Berliner Hertha auf die Bayern wartet. "Mit drei Siegen und einem Unentschieden sind wir Meister", hat Mario Gomez nachgerechnet.

"In der Hinrunde haben wir alle vier Gegner geschlagen", erinnert sich der Bayern-Stürmer: "Aber drei von ihnen spielen noch gegen den Abstieg. Das wird nicht einfach. Und beim Saisonfinale gibt es eh immer kuriose Ergebnisse, mit denen keiner rechnet."

"Noch haben wir nichts gewonnen"

Hellwach müssen die Bayern auch in den kommenden vier Wochen bleiben. Dann ist die Chance groß, die Früchte der konzentrierten Arbeit der letzten Wochen zu ernten. Ob es tatsächlich das vielzitierte Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League wird, bleibt abzuwarten.

1999 lag der FC Bayern im ersten Jahr unter Ottmar Hitzfeld ähnlich aussichtsreich im Rennen. Nach der Meisterschaft aber verloren die Münchener die beiden Endpsiele in der Champions League und im DFB-Pokal. "Noch haben wir nichts gewonnen", predigt Bastian Schweinsteiger daher seit Tagen.

"Wir müssen jetzt die Chance nutzen", fordert der Nationalspieler: "Es ist gut, dass wir uns jetzt in der kommenden Woche ein bisschen ausruhen und Kraft schöpfen können für die restlichen Spiele. Da müssen wir wieder Gas geben."

Robben fordert Leistungssteigerung

Und Fehler vermeiden. Denn nach den klaren Torchancen hätten die Bayern in Leverkusen auch durchaus verlieren können. Das ärgerte vor allem den Torschützen vom Dienst, Arjen Robben.

"Wir machen immer wieder den selben Fehler. Statt nach der Führung das Spiel zu kontrollieren, machen wir Fehler. Wir sind noch lange nicht am Ziel, wir müssen uns noch weiter verbessern", kritisierte der Niederländer. Mit dieser Einstellung ist noch vieles möglich.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski