ANZEIGE

München - Die 35. Minute in der Commerzbank-Arena in Frankfurt: Die Mainzer Abwehr versucht, per Kopf den Ball aus dem Strafraum zu klären - zu kurz, denn das Leder kommt zu Frankfurts Innenverteidiger Marco Russ, der nicht lange fackelt und die Kugel entschlossen aus zwölf Metern volley in die linke Torecke zimmert. Dieser herrliche Treffer überzeugte die User von bundesliga.de, die ihn mit 41 Prozent der Stimmen zum "Tor des 15. Spieltags" wählten.

Abwehrspieler Russ hat normalerweise andere Aufgaben im Spiel. Dennoch netzte er in seinen bisherigen 143 Bundesligaspielen immerhin 13 Mal ein, steigerte seine Saisonausbeute langsam, aber stetig und kam in den letzten beiden Spielzeiten jeweils auf vier Treffer. In dieser Spielzeit traf er nun das erste Mal.

Achtung, Piloten über Frankfurt: Russ schießt scharf

Russ' Tor war sowohl wunderschön anzusehen, als auch eminent wichtig für seinen Club, den er mit dem Treffer im Derby gegen Mainz 05 auf die Siegerstraße führte. Durch den Sieg steht die Eintracht nun mit 23 Punkten im gesichterten Mittelfeld mit Blick auf die Europa-League-Plätze.

Der Defensiv-Spezialist, der das Tor seinem Sohn widmete, der Ende Januar zur Welt kommt und dies symbolisch mit dem Ball unter dem Trikot feierte, zeigte volles Risiko, als er die Kugel direkt volley nahm - und dann perfekt traf. Russ zu seinem Tor: "Entweder er geht rein, oder ich ballere ein Flugzeug vom Himmel".

Erstes Startelftor von Lewandowski

Mit knapp der Hälfte der Stimmen von Russ folgt Dortmunds Edeljoker Robert Lewandowski auf Rang 2. Der Pole sicherte sich 23 Prozent der Stimmen und krönte damit sein erstes Startelftor, nachdem er zuvor vier Mal als Joker erfolgreich gewesen war.

Sein herrlicher Treffer bedeutete für Tabellenführer Dortmund die Entscheidung im Auswärtsspiel beim "Club" aus Nürnberg und baute die grandiose BVB-Serie von nun acht Auswärtssiegen am Stück weiter aus. Kürzlich wurde Lewandowski eine besondere Ehre zu Teil, als er (hinter seinem Vereinskollegen Jakub Blaszczyowski) auf den zweiten Platz der Wahl zu Polens "Fußballer des Jahres" gewählt wurde.

Super-Joker Hanke schlägt wieder zu

In aller Munde ist derzeit das Comeback von Ex-Nationalspieler Mike Hanke, der am 15. Spieltag bereits sein drittes Saisontor erzielte - allesamt als Joker. Seinen Kopfballtreffer zum 1:1 in Mönchengladbach würdigten die User von bundesliga.de mit 18 Prozent und Platz 3 in der Abstimmung.

Rang 4 und zehn Prozent der Stimmen sicherte sich Jose Manuel Jurado von Schalke 04, der im wichtigen Spiel gegen Rekordmeister Bayern München den überraschenden 1:0-Führungstreffer erzielte. Immerhin noch acht Prozent der Stimmen und Platz 5 erreichte Freiburgs personifizierte Torgarantie Papiss Demba Cisse, dessen Billardtor zum 1:0-Endstand gegen Hamburg sowohl sehenswert als auch kurios war.

Christoph Gschoßmann