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212 Tage vor dem WM-Start in Südafrika hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei einer gigantischen Multi-Media-Show ihre neue Arbeitskleidung vorgestellt und damit die Vorbereitung auf ihren vierten Titel in Angriff genommen.

"Das neue Trikot gibt uns einen besonderen Motivationsschub für die heiße Phase der WM-Vorbereitung. Die Chancen stehen ganz gut, dass wir wieder ins Finale kommen", sagte DFB-Kapitän Michael Ballack im fränkischen Herzogenaurach am Firmensitz von Ausrüster adidas, der bei den neuen Hemden auf eine Mischung aus Tradition und Moderne gesetzt hat.

"Das ist ein gelungenes Trikot, dass die Vorfreude auf die WM noch einmal steigert. Es freut mich besonders, das es sehr traditionell gehalten ist", sagte Bundestrainer Joachim Löw, dessen Team erstmals am Samstag in Köln im Länderspiel gegen Chile (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) in dem neuen Outfit aufläuft. Und Teammanager Oliver Bierhoff ergänzte mit schmunzelnder Miene: "Wir haben die Botschaft verstanden, dass der vierte Stern kommen muss."

Beckenbauer: "Platz für vierten Stern"

Franz Beckenbauer mahnte aber in seiner ihm eigenen Art an: "Du musst die Spiele gewinnen, sonst nützt dir das schönste Trikot nichts." Der Bayern-Präsident machte zudem noch einmal deutlich, dass "eine WM immer noch das Allergrößte ist, mehr wert als die Champions League oder die Europa League.

Der DFB-Ehrenspielführer redetet den WM-Kandidaten sieben Monate vor dem ersten Endturnier auf afrikanischem Boden deshalb ins Gewissen. "Die Spieler verdienen heute viel, viel mehr als wir früher. Aber es muss immer noch ein Ehre sein, für die Nationalmannschaft zu spielen. Das ist das Größte, was man als Fußballer erreichen kann. Ein vierter Stern hat noch Platz auf dem Trikot", sagte Beckenbauer, der als Spieler (1974) und Teamchef (1990) zwei WM-Titel gewann.

Neue Kleider, neue Episode

Ehrenspielführer Uwe Seeler, 1966 Vize-Weltmeister, bezeichnete die neuen Klamotten als "schön und erfrischend". Deshalb erwartet "Uns Uwe" auch, "dass unsere Mannschaft in Südafrika erfrischend und erfolgreich spielt."

Beckenbauer und Seeler betonten, dass neue Kleider stets auch eine neue Episode eingeleitet hätten, auf die man sich als Spieler dann besonders gefreut habe. Deshalb soll auch die Präsentation der neuen Jerseys, die Teamgeist, Leidenschaft und Nationalstolz verkörpern sollen, wieder der Startschuss in eine erfolgreiche Ära des dreimaligen Welt- und Europameisters sein.

Trikot als Symbol für den Teamgeist

Erstmals in der Geschichte der deutschen WM-Trikots ist das weiße Shirt durch je einen schwarzen, goldenen und roten Längsstreifen auf der Seite gekennzeichnet. Ergänzt werden diese Streifen durch acht feine schimmernde Linien. Insgesamt zieren elf Linien das Trikot, die die elf Spieler und damit verbunden den Teamgeist der Mannschaft symbolisieren. "Teamgeist war und wird immer eine deutsche Stärke sein", meinte Lahm dazu.

Das DFB-Wappen mit dem deutschen Adler liegt auf schwarzen Grund und erinnert so an das Trikot von 1996, als die deutsche Nationalmannschaft in England zum dritten Mal den Europameister-Titel gewann.

In den drei goldenen Sternen sind die Jahreszahlen der Weltmeistertitel 54, 74 und 90 geprägt. Das Trikot wird im Nacken durch den goldenen Schriftzug "Deutscher Fußball-Bund" in klassischer Schreibschrift hervorgehoben. Als besonderes Designelement ist unter dem Ärmel-Bündchen die deutsche Nationalflagge zu sehen.

Nationalmannschaft trifft sich in Bonn

Aber nicht nur die neuen Trikots sorgten bei den Nationalspielern für Aufsehen. Während Ballack, Lahm, Bastian Schweinsteiger und Per Mertesacker noch im Süden der Republik bei der vom afrikanischen Schauspieler Mlamly moderierten Show die neue Kollektionen vorstellten, trudelten nach und nach in Bonn die restlichen Nationalspieler ein. Und die kamen ebenfalls aus dem Staunen nicht mehr raus, als sie ihr "Trainingsquartier" in unmittelbarer Nähe des Rheins in Augenschein nahmen.

Denn die neuerbaute Luxusherberge Kameha Grand Hotel, die erst am Sonntag nach dem Umzug des DFB-Teams nach Düsseldorf offiziell eröffnet wird, imponierte nicht nur Neuling Aaron Hunt von Werder Bremen oder Rückkehrer Stefan Kießling von Tabellenführer Bayer Leverkusen. Knallrote Flure, goldverzierte Riesenvasen und gigantische Kronleuchter sollen laut Löw die Spieler aber nicht von ihrer Hauptaufgabe ablenken.

Müller steht vor Debüt gegen die Elfenbeinküste

"Wir wollen noch den ein oder anderen Spieler testen, vor allem aber zum Jahresabschluss noch zwei überzeugende Spiele abliefern", sagte der Bundestrainer, der seine Schützlinge in der ehemaligen Bundeshauptstadt insgesamt dreimal zum Training bittet.

Der Münchener "Shootingstar" Thomas Müller wird erst nach dem EM-Qualifikationsspiel der U21 am Freitagabend in Nordirland zur A-Mannschaft stoßen. Der Stürmer soll dann am Mittwoch kommender Woche in Gelsenkirchen gegen die Elfenbeinküste (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) zu seinem Debüt kommen.