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Köln - Nichts Neues von 1899 Hoffenheim. Die Kraichgauer verfahren in dieser Saison konstant nach dem Motto: Zwei Schritte vor, einer zurück. Die 0:2-Niederlage beim 1. FC Köln bedeutete bereits die dritte Pleite in dieser Spielzeit. Trotzdem verteidigte die Elf von Holger Stanislawski Platz 4 in der Tabelle. Jetzt kommt Bayern München zum Spitzenspiel.

Niederlage, zwei Siege in Folge, Niederlage, zwei Siege in Folge, Niederlage. So präsentiert sich bislang 1899 Hoffenheim in dieser Saison. Und kaum jemand im Rhein-Neckar-Kreis hätte etwas dagegen, wenn dieser Rhythmus bis zum Saisonende beibehalten würde. Denn dann würden die Süddeutschen mit dieser Punktausbeute in den internationalen Wettbewerb einziehen.

Gegen Bayern und Stuttgart noch sieglos

Der Haken an der Sache: Die nächsten beiden Gegner heißen Bayern München und VfB Stuttgart. Gegen beide Konkurrenten konnte Hoffenheim in seiner Bundesliga-Geschichte noch nie gewinnen. Zwei Siege sind daher statistisch gesehen sehr unwahrscheinlich. Aber nicht nur statistisch. Auch das, was die Mannschaft am vergangenen Wochenende in Köln abgeliefert hat, genügt keinesfalls höheren Ansprüchen.

"Wir sind keine Maschinen oder Roboter, wir sind nach wie vor in der Entwicklung", bittet Hoffenheims Verteidiger Marvin Compper um mildernde Umstände für die schwache Vorstellung in der Domstadt. "Wir haben eine junge Mannschaft. In Köln haben wir wieder dazugelernt und gesehen, dass es so nicht geht. Wir müssen mehr Aufwand betreiben und giftiger in den Zweikämpfen sein."

"Nicht als Mannschaft aufgetreten"

Kritischer bewertete dagegen Torhüter Tom Starke die Leistung: "Wir sind nicht als Mannschaft aufgetreten, jeder hat zu sehr auf sein eigenes Spiel geachtet. Gegen die Bayern müssen wir ganz anders auftreten." Sonst droht gegen den Rekordmeister die nächste Niederlage, die Hoffenheim zurück ins Mittelmaß befördern würde.

Doch vielleicht wären die Kraichgauer dort genau richtig aufgehoben. "Wir sollten nicht zu viel Euphorie zulassen und vom internationalen Geschäft quatschen. Das nervt mich", sagt Starke. "Wir sollten alle mehr Demut zeigen. Das ist eher der richtige Weg."

Gegen die Bayern ist Hoffenheim krasser Außenseiter. In sechs Begegnungen reichte es nur zu zwei Remis, die letzten drei Partien gingen alle verloren. Keine guten Erinnerungen an die Münchener hat auch Trainer Holger Stanislawski, der mit St. Pauli beim letzten Aufeinandertreffen mit den Bayern gar mit 1:8 unter die Räder kam."

Viertbeste Abwehr der Bundesliga

"Bayern München wird eine sehr harte Nuss. Die Bayern sind zurzeit das absolute Maß aller Dinge. Das wird für uns eine Herausforderung", weiß Kapitän Andreas Beck. "Das ist für jede Mannschaft das Spiel des Jahres. Die Bayern treten sehr dominant auf. Aber wir werden uns etwas einfallen lassen und wollen unsere Chance suchen. Auch die Bayern kann man besiegen. Und wir haben ja auch schon gegen Borussia Dortmund gewonnen."

Hoffnung macht dagegen, dass die Münchener unter der Woche in der Champions League zum Einsatz kamen und ihnen daher die Frische fehlen könnte. Außerdem verfügt Hoffenheim derzeit über die viertbeste Abwehr der Bundesliga (erst sieben Gegentore) und mit der Doppelspitze Ryan Babel und Roberto Firmino (beide schon vier Saisontore) über ein gefährliches Sturmduo, das auch der bislang so überragenden Bayern-Defensive Probleme bereiten könnte. Chancenlos ist die Stanislawski-Truppe daher sicher nicht.

Tobias Gonscherowski