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Welch ein bitterer Nachmittag für Eintracht Frankfurt. Das Team von Trainer Friedhelm Funkel verlor am 15. Bundesliga-Spieltag mit 0:5 bei Werder Bremen.

Torhüter Markus Pröll musste fünf Mal hinter sich greifen und zeigte sich im Anschluss an die Partie tief enttäuscht über den Auftritt seines Teams. Im Interview analysiert der Mannschaftskapitän die Auswärtspleite.

Frage: Herr Pröll, woran machen Sie die deutliche Niederlage fest?

Markus Pröll: Wir wollten ein gutes Spiel zeigen, aber wir haben Werder gewähren lassen, standen zu weit weg vom Gegner und wurden drei Mal ausgekontert. Danach war leider kein Aufbäumen von uns zu sehen.

Frage: Wie tief sitzt die Enttäuschung über diesen schwachen Auftritt Ihrer Elf?

Pröll: Die Niederlage tut sehr weh. Vor allem für die Fans tut es mir Leid. Sie sind so weit gereist und bekommen eine solche Leistung von uns zu sehen. Ich erwarte, dass man als Spieler in den Spiegel schauen und sagen kann: 'Heute war nicht mehr drin, aber wir haben zumindest gekämpft.' Aber auch das war gegen Werder nicht der Fall.

Frage: Werder spielte unter der Woche nur 2:2 in Famagusta und hat sich nicht für das Achtelfinale der Champions League qualifizieren können. Hätte Frankfurt das angeknackste Bremer Selbstbewusstsein nicht besser für sich nutzen müssen?

Pröll: Ich denke ja. Werder war zu Beginn leicht verunsichert. Das muss man dann schon besser ausnutzen.

Frage: Claudio Pizarro hat drei Tore erzielt, wieso hat Ihre Mannschaft den Stürmer nicht in den Griff bekommen?

Pröll: Wir waren insgesamt zu fahrlässig in der Defensive. Ein Topstürmer wie Pizarro nutzt das natürlich eiskalt aus.

Frage: Sie haben Ihre Vorderleute auffällig oft lautstark auf die Missstände in der Defensive hingewiesen. Geholfen hat es nicht...

Pröll: Nein, mein Schreien hat auch nicht mehr geholfen. Man ruft und schreit und merkt, dass trotzdem nichts passiert. Da wird man aggressiv, aber man darf dann nicht den Kopf verlieren.

Frage: Was bedeutet die Niederlage für den Abstiegskampf?

Pröll: Gegen Hannover haben wir am letzten Spieltag noch eine gute Partie gemacht (4:0, Anm. d. Red.) und gegen Werder präsentieren wir uns ganz anders, da war keine Gegenwehr zu sehen. Das darf nicht passieren. Wir müssen jetzt einfach schnell wieder punkten.

Aufgezeichnet von Timo Strömer