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München - In der Bundesliga und in der Champions League ist der FC Bayern München derzeit kaum aufzuhalten. Nun geht es in der Königsklasse zum AS Rom (Dienstag, ab 20:30 Uhr im Liveticker). Eine besondere Partie für Medhi Benatia, der vor knapp zwei Monaten die Römer in Richtung München verließ.

Der marokkanische Nationalspieler spricht im Interview mit bundesliga.de über seine Gefühle, seine Ziele in der Champions League und den Empfang der Roma-Fans.

bundesliga.de: In der Champions League geht es an diesem Dienstag mit dem FC Bayern München zum AS Rom, Ihr Ex-Verein. Wie haben Sie reagiert, als Sie Ende August erfahren haben, dass es zu diesem Duell kommt?

Medhi Benatia: Irgendwie habe ich es geahnt. Es war der Tag, an dem ich beim FC Bayern offiziell vorgestellt wurde. Ich saß mit meiner Frau und meinem Berater im Hotel und habe gesagt, dass ich mir sicher bin, dass wir auf die Roma treffen. Und so kam es auch. Ich habe mich riesig gefreut.

"Ich habe noch viele Freunde bei der Roma"

bundesliga.de: Warum?

Benatia: Es macht mich einfach glücklich, weil es für mich die Möglichkeit sein wird, alle meine Freunde wieder zu sehen. Ich habe dort noch viele Kumpels bei den Spielern, wie Miralem Pjanic, Daniele de Rossi, Francesco Totti, und so weiter.

bundesliga.de: Erst tritt der FC Bayern im Stadio Olimpico an. Auf was für einen Empfang bereiteten Sie sich vor?

Benatia: Die Roma-Fans werden mich möglicherweise mit Pfiffen begleiten, aber das stört mich nicht. Ich weiß, dass ich in Rom immer mein Bestes gegeben habe. Für mich persönlich wird es mit Sicherheit ein besonderes Spiel.

bundesliga.de: Wie ist die Stimmung im Stadio Olimpico?

Benatia: Ich habe in diesem Stadion mit viel Freude gespielt, weil die Fans dort immer eine tolle Choreografie vorbereiten und viel Lärm machen. Und so wird es nun gegen uns der Fall sein.

"Es ist klar, dass Totti der Boss ist"

bundesliga.de: Was für eine Partie kann man erwarten?

Benatia: Es wird sicher sehr intensiv zugehen, vor allem, weil der AS Rom seit vielen Jahren nicht mehr in der Champions League gespielt hat. Die Römer sind besonders motiviert in diesem Wettbewerb zu brillieren, wie man bereits beim ersten Spiel gegen ZSKA Moskau (5:1) oder bei Manchester City (1:1) feststellen konnte. Aber wir haben auch viel Potenzial und fahren nach Rom, um dort zu gewinnen.

bundesliga.de: Ist Francesco Totti die größte Gefahr für den FC Bayern?

Benatia: Es sind viele Spieler, die es ernst zu nehmen gilt. Aber es ist klar, dass Totti der Boss ist. Er ist zwar bereits 38, aber durch seine Erfahrung, seine technischen Fähigkeiten und seine Spiel-Intelligenz ist er noch lange nicht weg zu denken.

bundesliga.de: Der Saison-Auftakt des AS Rom verlief sehr erfolgreich. Ist dieses Team doch Bayerns Gegner Nummer eins in dieser Gruppenphase?

Benatia: Schwer zu sagen, denn Manchester City ist auch sehr stark und top besetzt. Zudem hat der englische Meister auf diesem Niveau sehr viel Erfahrung. Der AS Rom hat sich richtig gut verstärkt und ist unberechenbar. Wir wissen, wie schwer es wird, dort zu bestehen, aber ich bin optimistisch.

"Denke nicht, dass Guardiola meine Tipps braucht"

bundesliga.de: Sie kennen den AS Rom in- und auswendig. Werden Sie Pep Guardiola ein paar wichtigen Ratschläge geben?

Benatia: Ich denke, dass der Trainer ein starkes Team um sich hat, das die Gegner stets perfekt unter die Lupe nimmt und analysiert. Ich glaube nicht, dass er meine Tipps braucht. Aber wenn es doch der Fall sein sollte, dann jederzeit gerne.

bundesliga.de: Wie lauten Ihre Ziele in der Champions League?

Benatia: Wir peilen den Sieg am 6. Juni 2015 im Berliner Olympiastadion an. In den vergangenen fünf Jahren stand der FC Bayern dreimal im Finale. Ich möchte auch mal diesen Pott gewinnen. Allein bei meinem ersten Spiel mit dem FC Bayern in diesem Wettbewerb gegen Manchester City (1:0) hatte ich Gänsehaut. Das will ich nun so lang wie möglich erleben.

Das Gespräch führte Alexis Menugue