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Mönchengladbach - Die Borussia feiert einen knappen Heimsieg gegen den HSV und schiebt sich in die Spitzengruppe. Torschütze Max Kruse spricht im Interview über den Erfolg und seine nächsten Ziele mit den Fohlen.

Frage: Andre Hahn und Max Kruse - zwei Norddeutsche schlagen den HSV. Wie würde Ihnen diese Überschrift gefallen, Herr Kruse?

Max Kruse: Klar waren Andre und ich am Tor beteiligt, aber auch unsere Abwehr verdient heute ein besonderes Lob. Wir haben nicht viele Chancen zugelassen. Selbst in der 90. Minute, als wir durch meinen Ballverlust noch in Schwierigkeiten geraten, grätscht Granit (Xhaka, Anm. d. Red.) den Ball wieder super weg. Sonst steht es am Ende vielleicht sogar 1:1 und wir fragen uns warum. Ich denke, dass wir im Moment einfach auch die Qualität haben, solche Spiele über die Bühne zu bringen. Jeder ist für den anderen da. Wir gehen nun mit weiterem Selbstvertrauen ins nächste Spiel.

Frage: Warum hat es die Mannschaft bis zum Ende unnötig spannend gemacht? Genügend Chancen waren schließlich da.

Kruse: Vielleicht haben in den entscheidenden Momenten ein wenig die Konzentration und die Kraft gefehlt. Im Endeffekt haben wir aber alles richtig gemacht, das Spiel gewonnen und drei Punkte mehr auf dem Konto.

Frage: Warum sind Sie nach Ihrem Tor so zielstrebig auf Christofer Heimeroth zugelaufen?

Kruse: Beim Aufwärmen habe ich gegen ihn sieben von acht Schüssen reingemacht. Da war er vor dem Spiel schon etwas deprimiert in der Kabine. Er sagte, so etwas habe er selten erlebt. Ich sagte dann: "Sollte ich mit meinem ersten Torschuss treffen, komme ich zu dir gelaufen." So war es dann auch.

Frage: Nun, streng genommen war es ja der zweite Schuss.

Kruse: Naja, es war ja ein doppelter Schuss. Erst Pfosten und dann abgestaubt. Das kann man schon als eine Aktion werten. (lacht)

Frage: Was sagen der Sieg und die aktuelle Punktausbeute über die Qualität von Borussia Mönchengladbach aus?

Kruse: Wenn man neun Spiele in Folge nicht verliert, zeigt es, dass wir eine geschlossene Teamleistung auf den Platz bringen. Mit neun Punkten sind wir auch gut im Soll, das ist eine gute Ausbeute.

Frage: Nun geht es nach Paderborn. Eine knifflige Aufgabe?

Kruse: Das kann man so sagen. Für einen Aufsteiger hatten sie einen sehr guten Saisonstart. Wenn wir gegen Paderborn verlieren, sind wir wieder hinter ihnen. Deswegen dürfen wir uns nicht ausruhen. Wir haben jetzt zwei Tage Zeit, alle Kräfte zu bündeln, um dort eine gute Leistung abrufen zu können.

Frage: Welchen Effekt könnte Paderborns Niederlage bei den Bayern haben?

Kruse: Ich glaube nicht, dass die Niederlage Paderborn zurückwirft. Für sie war es das I-Tüpfelchen, als Tabellenführer in München anzutreten. Ich glaube nicht, dass Sie damit gerechnet haben, dort zu gewinnen. Sie haben trotzdem einen sehr guten Saisonstart hingelegt und für uns wird es sicher schwer genug, dort zu bestehen.

Frage: Für Sie persönlich war es das siebte Spiel gegen Hamburg. Ihre Bilanz lautet nun fünf Siege, zwei Unentschieden. Warum verlieren Sie nie gegen den HSV?

Kruse: Gute Frage. Ich habe bisher wohl immer in einer guten Mannschaft gespielt. Warum die Serie ausgerechnet gegen Hamburg so gut ist, weiß ich nicht. Es interessiert mich auch eigentlich nicht. Wichtig sind die drei Punkte, damit wir die englische Woche am Samstag gut abrunden können.

Aus Mönchengladbach berichtet Markus Hoffmann