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Es ist ohne Zweifel der Höhepunkt des 5. Bundesliga-Spieltags 2008/09: Titelverteidiger FC Bayern München empfängt den Vorjahres-Zweiten Werder Bremen in der Allianz Arena.

Die Tabellenposition (Bayern 2., Werder 9.) spricht dabei ebenso für den FCB wie der Heimvorteil.

Außerdem sind die "Roten" im Gegensatz zu den "Grün-Weißen" noch unbesiegt und hatten im Vorjahr im direkten Vergleich die Nase vorn (4:0, 1:1).

Noch kein Sieg in der Arena

In der Allianz Arena ist Werder noch sieglos, konnte bei drei Gastspielen aber immerhin zwei Unentschieden verbuchen.

Wer hat diesmal die Nase vorn? bundesliga.de hat vor dem Spitzenspiel die Schlüsselspieler genau unter die Lupe genommen.

Michael Rensing

Rensing ist der Talisman des FCB. Der Torwart stand bisher in 27 Bundesligaspielen zwischen den Pfosten, verloren haben die Bayern davon noch keins! Das hat vor ihm noch kein Bundesliga-Spieler geschafft. Der Kahn-Nachfolger kommt an seine starken Werte der letzten Saison allerdings noch nicht heran: Da konnte er überragende 91,4 Prozent der gegnerischen Schüsse parieren und kassierte in zehn Ligaspielen nur drei Gegentore. In dieser Saison hat er in vier Spielen bereits mehr Treffer hinnehmen müssen (vier) und "nur" 69 Prozent aller Schüsse auf sein Tor abgewehrt.

Tim Wiese

Wiese ist mit 67 Prozent gehaltenen Bällen und schon sechs Gegentoren in diesen Statistiken hinter Rensing zu finden. Dafür ist der Werder-Schlussmann in der Spieleröffnung wirkungsvoller: Starke 74 Prozent seiner langen Abschläge kamen bei einem Mitspieler an, bei Rensing waren es nur knapp über die Hälfte. Ein weiteres Plus für Wiese ist die Erfahrung: Er hat Rensings 27 Bundesligaspielen bereits 146 Spiele in der deutschen Eliteliga entgegen zu setzen.

Lucio

Lucio ist in dieser Saison in den Zweikämpfen bislang überragend: 83 Prozent seiner Duelle am Ball entschied Lucio für sich - nur Karlsruhes Tim Sebastian war noch stärker. Besonders beeindruckend ist, dass der Brasilianer das bemerkenswert fair erreicht. An den ersten vier Spieltagen beging der Bayern-Verteidiger nur ein einziges Foul. Und auch nach vorne traut sich Lucio wieder mehr: In den ersten vier Spielen gab er bereits sechs Torschüsse ab (zwei vorbei, vier geblockt).

Per Mertesacker

Mertesacker hat gegen Cottbus gerade sein Saisondebüt gegeben, scheint aber sofort zu alter Stärke zurückgefunden zu haben. Von seinen Zweikämpfen gewann er beeindruckende 83 Prozent, und von seinen 61 Pässe kamen alle an (darunter auch fünf lange Pässe). Auch in der Offensive wusste der Bremer zu gefallen: Er versuchte es ein Mal selbst (vorbei) und bereitete das dritte Bremer Tor durch Boubacar Sanogo vor.

Mark van Bommel

Mark van Bommel war bisher nur gegen den HSV und Dortmund im Einsatz. Nach seiner Gelb-Roten Karte beim BVB fehlte er gesperrt gegen Hertha, gegen Köln ließ Jürgen Klinsmann seinen Kapitän auf der Bank schmoren. 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe sind ein guter Wert, aber nach vorne kam vom Niederländer bisher sehr wenig: kein Torschuss, eine Torschussvorlage. Außerdem muss van Bommel dringend an seiner Disziplin arbeiten: In seinen letzten zehn Bundesliga-Spielen wurde er drei Mal vom Platz gestellt.

Torsten Frings

Es hätte eines der Top-Schlüsselduell werden können. Torsten Frings stand in dieser Saison immer 90 Minuten auf dem Platz. Nun wird er ausgerechnet gegen die Bayern verletzungsbedingt passen müssen. Dabei war der deutsche Nationalspieler in Topform, traf bereits zwei Mal ins Netz, so oft wie in den beiden vorangegangenen Spielzeiten zusammen. Frings gab auch schon acht Torschussvorlagen, und nur zwei Bundesligaspieler hatten in dieser Saison bisher mehr Ballkontakte als Bremens Abräumer. Verbesserungswürdig war bislang allenfalls seine Zweikampfbilanz: Der 31-Jährige gewann bisher lediglich 38 Prozent seiner Zweikämpfe

Bastian Schweinsteiger

Dass die Bayern den Ausfall von Franck Ribery bisher gut weggesteckt haben, ist zu einem guten Teil Schweinsteigers Verdienst. Nach einer schwachen Saison 2007/08 hat der Nationalspieler den Rückenwind aus der EURO 2008 mitgenommen. "Schweini" traf schon zwei Mal in vier Spielen und bereitete zwei Treffer vor (beide für Luca Toni). 96 Ballkontakte pro 90 Minuten zeugen außerdem davon, dass der Mittelfeldspieler die Verantwortung nicht scheut. Nachholbedarf besteht allerdings beim Eckball-Training: Lediglich eine von zwölf Ecken fand einen Mitspieler.

Diego

Wegen der Teilnahme an den Olympischen Spielen hat Diego erst zwei Partien absolviert. Die gestörte Vorbereitung hat sich bislang allerdings nicht negativ ausgewirkt, ganz im Gegenteil: Der Brasilianer erzielte bereits zwei Treffer. Sechs seiner sieben Torschüssen kamen auf den Kasten, außerdem legte er auch noch sechs Torschüsse auf. Mit 91 Ballkontakten pro 90 Minuten ist Diego die zentrale Figur im Werder-Spiel, und nur ein Spieler wurde ligaweit häufiger gefoult - obwohl Diego erst 174 Minuten auf dem Platz stand.

Luca Toni

Der Italiener verpasste verletzungsbedingt den Auftakt gegen den HSV, hat sich seitdem aber Stück für Stück seiner Top-Form aus dem Vorjahr angenähert. Leidtragende waren Hertha BSC (Toni traf beim 4:1 zum wichtigen 1:0) und der 1. FC Köln (zum 1:0 und 2:0). Drei Tore in drei Spielen - der Italiener ist auf bestem Wege, sich wie im Vorjahr die Torjägerkanone zu sichern. Toni konnte hundert Prozent seiner Zweikämpfe in der Luft für sich entscheiden, aber nur zwei Bundesliga-Spieler foulten häufiger als der Weltmeister (14 Mal).

Claudio Pizarro

Pizarro kam erst kurz vor Ende der Wechselperiode und war ebenfalls erst in drei Partien involviert. Dabei markierte er zwar erst einen Treffer, aber er gab gab bei den Bremern die meisten Schüsse ab (13), von denen gute 70 Prozent aufs Tor gingen. Mit 71 Prozent hat der Peruaner eine deutlich bessere Passquote als Toni (60 Prozent), und auch im Dribbling hat der Bremer klare Vorteile: Er gewann 83 Prozent seiner Dribblings, der Italiener nur magere 17 Prozent. An seiner Chancenverwertung muss Pizarro aber noch arbeiten.