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90 Minuten lang war Schalkes Nordkurve beim Spiel gegen Mönchengladbach in gleißendes Licht getaucht. Da, wo die Treusten der Treuen stehen, lachte die Sonne durch das geöffnete Dach auf die Tribüne. Und nicht wenige mögen sich gefühlt haben, der läge der Glanz des Spitzenreiters auf ihnen.

Zur Tabellenführung freilich hat es am Ende des Spieltages nicht gereicht. Nur wenige Stunden sonnte sich Schalke an der Spitze, bis der FC Bayern wieder vorbei zog. Und doch feierten Spieler und Anhänger nach dem 3:1-Erfolg über Gladbach ausgelassen diesen Sieg, weil er alle aufkeimenden Selbstzweifel der letzten Wochen weggefegt hat.

"Wichtiges Zeichen für uns selbst"

"Nach unseren zwei Niederlagen war das ein wichtiges Signal an die Konkurrenz, vor allem aber ein Zeichen für uns selbst. Das gibt uns Selbstvertrauen", zeigte sich Peer Kluge erleichtert. Auch Marcelo Bordon ist überzeugt, "dass der Heimsieg gerade den vielen jungen Spielern in unserem Team Sicherheit für den Endspurt gibt".

Dabei war es auch diesmal weniger spielerische Klasse, als vielmehr Teamgeist und Effektivität, mit denen Schalke punktete. Die beiden Treffer kurz vor und kurz nach der Halbzeitpause nahmen dem Gegner weitgehend den Mut. Außerdem "sind wir als Mannschaft aufgetreten, in der einer für den anderen da war", lobte Kevin Kuranyi.

Aus dem zurück gewonnenen Selbstbewusstsein auch Ansprüche abzuleiten, liegt den Spielen aber zumindest in der Öffentlichkeit fern. Jeder Einzelne vermeidet es in diesen Tagen, die Meisterschaft als deutliches Ziel zu formulieren. "Wir konzentrieren uns voll und ganz auf die letzten drei Partien", gibt Kuranyi als Marschrichtung vor. Bordon gesteht zwar ein, "dass wir das Maximale erreichen möchten. Aber wir müssen es vermeiden, zu träumen, sondern auch in Berlin mit voller Konzentration auftreten."

Magath gibt den Druck nach München weiter

Einer aber redet Klartext. Einer, der fast 30 Spieltage als Meister des Understatements und Tiefstapler der Saison galt. Felix Magath geht in die Offensive und bläst ganz offiziell zur Attacke auf die Schale: "Klar ist der Meistertitel das Ziel. Wir haben gute Chancen, mit drei Siegen Deutscher Meister zu werden." Große Worte, gelassen ausgesprochen. Magath gibt sich fast schon aufreizend ruhig, wenn er über die Titelchancen seiner Schalker spricht.

In seiner Zeit in München hat der Meistermacher von Uli Hoeneß persönlich gelernt, wie die "Abteilung Attacke" funktioniert. Und so lenkt der Trainer jetzt den Druck auf den Tabellenführer von der Isar und richtet seine ganz speziellen Grüße an den FC Bayern. "Die Bayern spielen in der Champions League und wollen ins Finale. Solche Spiele nehmen die Konzentration für die Bundesliga. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft noch Punkte liegen lassen wird in den letzten drei Partien."

Die Titelchance, die Magath dem FC Schalke plötzlich so klar zuschreibt, will er aber auch als Ermutigung für die eigene Mannschaft verstanden wissen. Denn im Umkehrschluss fordert der Coach von seiner Elf noch drei Siege, um am Ende ganz oben zu stehen.

Sonderlob für die Defensive

Dabei gehört es auch zur Strategie des Trainerfuchses, die eigenen Spieler in dieser Phase stark zu reden. Unübersehbar waren gegen Mönchengladbach Unkonzentriertheiten in der Schalker Hintermannschaft, die auch Benedikt Höwedes eingestand: "Teilweise sah unsere Abwehr in der ein oder anderen Situation etwas unglücklich aus."

Obwohl dabei neben Manuel Neuer auch Marcelo Bordon im Defensivverbund einige Mal unsicher wirkte, lobte Magath seinen Abwehrchef ausdrücklich: "Seine Rückkehr war wichtig, denn seine Präsenz hat der Mannschaft wieder die nötige Stabilität gegeben."

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte


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