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München - Mit Dortmund gewann Andreas Möller die Meisterschaft und Champions League, mit Schalke den Pokal, mit Frankfurt verpasste er den Titel nur ganz knapp.

Vor dem Bundesliga-Rückrundenstart mit dem Klassiker Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München (ab 20 Uhr im Live-Ticker) analysiert der 46-jährige Welt- und Europameister für bundesliga.de im Schnellcheck die Topteams der Bundesliga und die Abstiegskandidaten.

bundesliga.de: Herr Möller, am Freitag startet die Bundesliga mit dem Hit Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München in die Rückrunde. Was für ein Spiel erwarten Sie? 

Andreas Möller: In Mönchengladbach treffen zwei starke Mannschaften aufeinander. Der Topfavorit auf die Meisterschaft ist Bayern München. Borussia Mönchengladbach ist aber wiedererstarkt. Sie kämpfen um die Champions-League-Plätze. Das wird eine sehr interessante Auseinandersetzung und kein einfaches Spiel für Bayern München. Die Gladbacher sind sehr heimstark. Das ist zum Rückrundenauftakt gleich eine interessante Partie.

bundesliga.de: Hat Gladbach die Waffen, um den Bayern gefährlich zu werden. 

Möller: Ich glaube schon. Die Mannschaft ist gefestigt und kann mit einer außergewöhnlich guten Leistung auch Bayern München schlagen. Warum sollte das nicht passieren? 

bundesliga.de: Was würde eine Niederlage der Münchener bedeuten? 

Möller: Nicht so viel. Selbst wenn Sie in Mönchengladbach stolpern sollten, sind sie in diesem Jahr das Maß aller Dinge. Der FC Bayern wird souverän Meister.

bundesliga.de: Hinter den Bayern scheint das Feld auf den Plätzen 2 bis 7 recht offen zu sein. Wen erwarten Sie hinter den Bayern. Bayer Leverkusen? 

Möller: Leverkusen spielt eine sehr starke Saison. Die Mannschaft ist für mich hinter den Bayern die Mannschaft, die am gefestigsten ist. Sie haben auch in der Champions League gute Leistungen gezeigt. Ich denke, dass Leverkusen den Champions-League-Platz erreichen wird.

bundesliga.de: Ist Borussia Dortmund auch ein Kandidat für einen der ersten drei Plätze, wenn der BVB sein Personal wieder komplett beisammen hat? 

Möller: Ja. Dortmund muss die Ärmel hochkrempeln. Der Verein ist auch ambitioniert und will in die Champions League. Das Problem beim BVB war die Verletztenmisere. Das darf man nicht vergessen. Eine Mannschaft wie Borussia Dortmund muss erst einmal wegstecken, wenn die gesamte Abwehr ausfällt. Das ist sehr schwierig. Ich denke aber schon, dass es am Ende für einen Champions-League-Platz reichen wird. 

bundesliga.de: Der VfL Wolfsburg hat personell noch einmal nachgelegt und Kevin de Bruyne vom FC Chelsea verpflichtet. Werten Sie das als Signal an die Konkurrenz? 

Möller: Die Zeichen stehen in Wolfsburg klar auf Angriff. Der VfL will mehr als den derzeitigen Tabellenplatz. 

bundesliga.de: Kann Gladbach sein Niveau halten? 

Möller: Wenn man nach der Hinrunde schon eine so gute Platzierung hat, dann muss man sich natürlich als Ziel setzen, diesen Tabellenplatz mit aller Macht zu verteidigen. Die Gladbacher haben auch die Voraussetzungen dafür, das zu schaffen. 

bundesliga.de: Schalke 04 hat in den letzten Testspielen in Köln und Oberhausen verloren. Der Verein hatte ebenfalls viel Verletzungspech, es herrschte Unruhe auf Schalke. Wie bewerten Sie die Aussichten Ihres Ex-Vereins? 

Möller: Auch Schalke hatte viele Verletzte. Huntelaar, Draxler und Höwedes sind schon entscheidende Leute, die auch länger ausgefallen sind. Wenn Schalke so schnell wie möglich alle Mann an Bord hat, dann spielen sie um den 4. Platz mit. Im Moment müssen sie sich aber sehr, sehr anstrengen, um ihr Saisonziel noch zu erreichen. Das wird eine ganz enge Kiste. Es ist machbar, die vier Punkte Rückstand auf Platz noch aufzuholen. Aber sie müssen so schnell wie möglich eine Serie starten. 

bundesliga.de: Im Tabellenkeller steckt Ihr mit Eintracht Frankfurt der Verein, bei dem Sie Profi wurden. Wie gefährdet ist die Eintracht? 

Möller: Die Eintracht wird mit dem Abstieg nichts zu tun haben, genauso wie der HSV. Frankfurt hat einen breiten Kader und kann auch die Doppelbelastung wegstecken. Die Nürnberger müssen kämpfen. Genauso Freiburg und Braunschweig. Die werden es schwer haben. 

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski