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Frankfurt - Hamburger SV gegen Eintracht Frankfurt, 90. Minute, Spielstand 1:1, Freistoß für die Gäste. Fünf Schritte Anlauf, ein Schuss wie ein Strahl, Einschlag im rechten oberen Eck, das schönste Tor des 6. Spieltags und gleichzeitig der Frankfurter Siegtreffer. Willkommen auf der großen Fußball-Bühne,Lucas Piazon.

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  • Hinweis: Dieser Text ist Teil der bundesliga.de-Serie "Die jüngsten Stammspieler der Bundesliga". Hier geht es zur Übersicht aller Teile.

  • Mit seinem Geniestreich rückte der 20 Jahre alte Brasilianer schlagartig ins Bundesliga-Rampenlicht. Zufall, so bekräftigte Eintracht-Trainer Thomas Schaaf, sei der erfolgreiche Kracher übrigens nicht gewesen, schließlich habe Piazon regelmäßig bei einem Experten auf diesem Gebiet Anschauungsunterricht genommen.

    Der Lehrling macht sein Meisterstück

    Der Lehrmeister: kein geringerer als David Luiz, seinerzeit noch in Diensten des FC Chelsea und bekannt für seine außerordentliche Freistoßtechnik, hatte ihn in London unter seine Fittiche genommen. "Während meiner Zeit in Chelsea haben wir viel gemeinsam trainiert. Nach dem Training sind wir immer länger geblieben und haben Sonderschichten geschoben", berichtet Piazon, der zuletzt von den "Blues" an den niederländischen Erstligisten Vitesse Arnheim  ausgeliehen war und im Sommer - ebenfalls auf Leihbasis - an den Main gewechselt ist.

    "Ich war sehr glücklich über mein erstes Tor. Noch glücklicher hat mich aber gemacht, dass es uns zum Sieg verholfen hat. Aber ich trainiere auch weiterhin fast jeden Tag Freistöße", so der Offensivspieler, der vorzugsweise auf der linken Außenbahn agiert. "Als er sich die Kugel hingelegt hat, habe ich an viele Szenen im Training gedacht. Er hat die Qualität, so einen Schuss rauszuholen", so Trainer Schaaf über seinen Youngster, der auf einem guten Weg scheint, in manchen Bereichen aber noch zulegen muss - genau wie die Eintracht (zum Startcheck).

    Akklimatisierung noch nicht abgeschlossen

    Vier Mal stand der Rechtsfuß in der Startelf, zwei Partien, zuletzt auch das Spiel gegen Köln, verbrachte er jedoch auch komplett auf der Bank. Trainer Schaaf fordert von ihm mehr Konstanz, mehr Körpereinsatz und mehr Präsenz. "Lucas merkt jetzt die Veränderung. Es ist ein Unterschied in Holland zu spielen oder in der Bundesliga. Er muss sich anpassen", so der Trainer, der den jungen Brasilianer langsam aufbauen will.

    Piazon hat in jedem Fall das Zeug, sich in der Bundesliga durchzusetzen. Einen ersten nachhaltigen Eindruck hat er mit seinem Freistoß-Hammer bereits hinterlassen.

    Markus Hoffmann

    Eintracht Frankfurt im Startcheck