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Uli Hoeneß nahm beim Abschlusstraining des FC Bayern im Old Trafford Stadion schon einmal genüsslich auf den roten Sportsitzen der Ersatzbank Platz. Der Präsident der Münchener wirkte vor dem Rückspiel im Viertelfinale der Champions League gegen Manchester United (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) sehr entspannt.

"Ich wollte mal die roten Sitze ausprobieren. Finde ich nicht schlecht ", rief er Christian Nerlinger zu, seinem Nachfolger als Manager des Rekordmeisters.

Warten auf das Abschlusstraining

Überhaupt war die Stimmung im "Theater der Träume", wie das Stadion von ManUnited auch genannt wird, sehr gelöst. Dabei maß Trainer Louis van Gaal der letzten Übungseinheit vor dem Topspiel besondere Bedeutung zu, war es doch der letzte Härtetest für die angeschlagenen Daniel van Buyten (Knieprellung) und Arjen Robben (Wade), um in den 18 Spieler umfassenden Kader zu rutschen.

"Wir haben 19 motivierte Spieler dabei. Arjen und Daniel werden sicherlich nicht als Nummer 19 auf der Tribüne sitzen. Einen letzten Aufschluss darüber wird aber das Abschlusstraining geben", erklärte van Gaal auf der Pressekonferenz der Bayern im Teamhotel "Marriott Worsley Park und Country Club".

Keine Beschwerden bei Bayern-Duo

Und für den Beobachter am Spielfeldrand lief es bei van Buyten und Robben rund. Zwar betrat Robben als letzter Spieler den satt-grünen Rasen, mit seinen roten Schuhen - passend zur Inneneinrichtung im Old Trafford - zog der Niederländer aber sofort die Aufmerksamkeit der Fotografen und Kameraleute auf sich.

Dass er genau wie van Buyten die Laufchoreographien von Fitnesstrainer Marcelo Martins mit voller Intensität mitgemachte, war erfreulich, für Robben andererseits aber auch nichts Besonderes. "Ich bin nicht mitgeflogen, um mich auf die Tribüne zu setzen. Ich fühle mich gut", berichtete er. Während der Superstar der Münchner also "Grünes Licht" meldete, wird Manchesters Torjäger Wayne Rooney laut Aussagen seines Trainers Sir Alex Ferguson noch nicht einmal auf der Bank sitzen.

"Könnte sein, dass Feguson taktiert"

Für Bayerns Kapitän Mark van Bommel ist das aber nur Nebensache. "Es macht sicherlich einen Unterschied, ob er dabei ist oder nicht. Sein Ausfall ist aber für Manchester United ein Verlust und nicht für uns. Von daher interessiert mich das nicht. In der Mannschaft war das auch kein Thema", meinte van Bommel, der das niederländische Trio mit Robben und van Gaal auf der Pressekonferenz komplettierte.

Für den Bayern-Coach ist die Diskussion um einen Einsatz von Rooney auch eher uninteressant: "Es könnte sein, dass Ferguson taktiert. Aber das glaube ich nicht. Und wenn schon, wir haben in München auch gegen ein Manchester United mit Rooney gewonnen."

"Chancen stehen 60:40 für Manchester"

Ob mit oder ohne Rooney - auf die Favoritenrolle hat das laut van Bommel sowieso keine Auswirkung. "Wir führen noch 2:1. Aber dennoch ist Manchester der Favorit. Sie sind mit Barcelona zusammen der Anwärter auf den Gewinn der Champions League", so van Bommel. Robben sieht die Ausgangslage auch noch leicht zugunsten der Hausherren: " Wir haben viel Selbstvertrauen und wir haben eine Chance. Aber Manchester muss nur ein Tor schießen. Die Chancen stehen 60:40 für Manchester."

Während die Spieler sich also eher als Außenseiter sehen, setzt der Trainer seine Mannen durch die Blume unter Druck, auch wenn das von ihm vor der Saison gesteckte Ziel mit dem Erreichen des Viertelfinals eigentlich schon erreicht ist. "Ein Halbfinale wäre schon schön. Als Spitzensportler will man aber immer das Maximum erreichen. Und ich freue mich erst, wenn wir auch da gewonnen haben. Denn in zwei, drei Jahren spricht niemand mehr über ein Halbfinale", erläuterte van Gaal.

Aus Manchester berichtet Michael Reis