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Nach einem weiteren herben Rückschlag im Kampf um den ersehnten ersten Meistertitel seit 1990 war von Frust scheinbar keine Spur. Mit demonstrativem Optimismus hat Teammanager Rafael Benitez vom englischen Rekordmeister FC Liverpool die durch das enttäuschende 1:1 gegen den Erzrivalen FC Everton verpasste Rückkehr an die Tabellenspitze der Premier League kommentiert.

"Ich glaube immer noch an den Titel", sagte der Spanier, dessen Mannschaft einen Heimkomplex hat und dessen eigene Zukunft in Liverpool in Frage steht.

Vertragsgespräche ausgesetzt

Vor wenigen Tagen erklärte Benitez, er habe die Verhandlungen über eine Verlängerung seines 2010 auslaufenden Vertrages ausgesetzt. Dabei soll der 48-Jährige laut der Zeitung The Sun einer mit 16 Millionen Pfund (17,2 Millionen Euro) versüßten Verlängerung seines Kontraktes um viereinhalb Jahre bereits zugestimmt haben. Doch nun fordert er mehr Mitsprachrecht bei Transfers.

Kritiker meinen, die Situation des Teammanagers und könnte Liverpool verunsichern und damit den Titel kosten. Vier der letzten fünf Spiele an der Anfield Road wurden nicht gewonnen. Auf dem Weg zum ersten Titelgewinn seit 19 Jahren müssen die "Reds" auf einen Ausrutscher des ungeliebten Rivalen Manchester United hoffen. Denn der Champions-League-Sieger hat als punktgleicher Tabellenführer (beide 47) die bessere Tordifferenz und ein Spiel weniger als Pool bestritten.

Torres wieder in der Startelf

"Wenn du zwei Punkte verlierst, musst du enttäuscht sein. Aber wir sollten nicht vergessen, dass wir mit Manchester gleichauf liegen und auch in der Champions League noch dabei sind", meinte Benitez nach dem verpassten Sieg. Erst 48 Stunden zuvor war seine Mannschaft nach sieben Wochen durch Manchester von der Tabellenspitze verdrängt worden.

Vier Tage vor Beginn seiner Gerichtsverhandlung wegen einer Kneipenschlägerei traf Liverpool-Kapitän Steven Gerrard im Schneeregen mit einem Flachschuss zum 1:0 (68.). Da schien der 18-malige Meister, bei dem nach fast zweimonatiger Verletzungspause der spanische Europameister Fernando Torres erstmals wieder in der Startformation stand, auf der Siegerstraße.

Doch drei Minuten vor Schluss gelang dem australischen Nationalspieler Tim Cahill im 209. Merseyside-Derby der Ausgleich. Bereits am kommenden Sonntag besteht in der vierten Runde des FA-Cups die Chance zur Revanche.

Spekulationen gehen weiter

Die Spekulationen um Benitez, der zudem jüngst noch mit harscher öffentlicher Kritik an Manchesters Teammanager Alex Ferguson für Aufsehen sorgte, dürften bis dahin weitergehen, dabei wollte er genau das mit seiner öffentlichen Erklärung über die Aussetzung der Verhandlungen verhindern:

"Es macht keinen Sinn, über den Vertrag von jetzt bis zum Ende der Saison zu sprechen, gerade wo wir in so einer guten Ausgangsposition sind."