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Lionel Messi war sich der Einmaligkeit seines spektakulären Auftritts bewusst. Unmittelbar nach dem Abpfiff entriss der Superstar des FC Barcelona dem deutschen Referee Wolfgang Stark den Spielball als Andenken an einen außergewöhnlichen Fußballabend.

Auf der Pressetribüne suchten die Journalisten wieder einmal nach Superlativen für den kleinen Argentinier, der mit seinen vier Treffern beim 4:1 im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Arsenal ein neues Kapitel Champions-League-Geschichte geschrieben hatte.

"Aus einer anderen Welt" - "Er ist ein Genie"

"Megamessi! Sagen Sie nicht Fußball, sagen Sie Messi", schrieb die in Barcelona erscheinende große Sporttageszeitung Sport, und El Mundo Deportivo titelte: "Meeessi! Vier sensationellen Tore erledigen Arsenal."

Es war der erste Viererpack des 22-Jährigen Energiebündels für Barca und gleichzeitig der erste eines Spielers im Viertelfinale der "Königsklasse". Vier Treffer waren zwar zuvor schon fünf anderen Spielern gelungen, allerdings jeweils in der Gruppenphase.

"Er ist aus einer anderen Welt", sagte Barca-Coach Josep Guardiola, und Clubboss Juan Laporta ergänzte voller Hochachtung: "Er ist unglaublich, er ist ein Genie." Dieser Meinung war offenbar auch die Madrider Sportzeitung Marca, die schwärmte: "Zuerst kam Pele, dann Maradona, und jetzt begrüßen wir den neuen König." Und mit Blick auf "El Clasico" am Samstag bei Tabellenführer und Erzrivale Real Madrid fragte sie: "Wer soll diesen Kerl bremsen?"

Arsenal-Coach Wenger mächtig beeindruckt

Die Londoner, die sich nach einem 2:2 im Hinspiel und der 1:0-Führung von Nicklas Bendtner (18.) nur kurz Hoffnung auf den Einzug ins Halbfinale machen durften, fanden zumindest kein Mittel. Schon drei Minuten später begann vor 98.000 begeisterten Zuschauern in Estadio Camp Nou die Messi-Show, die mit einem frechen Lupfer über Arsenal-Keeper Manuel Almunia zum 3:1 ihren Höhepunkt fand. Nach seinem Hattrick vor der Pause (21., 37., 41.) erzielte Messi auch den Endstand (88.).

Selbst Arsenals Teammanager Arsene Wenger bemerkte nach dem vierten Viertelfinal-Aus seiner Mannschaft nacheinander respektvoll: "Messi hat in jeder Phase des Spiels den Unterschied gemacht. Er ist der derzeit beste Fußballer der Welt, einfach phänomenal." Das englische Boulevardblatt The Sun zeigte sich einmal mehr kreativ und titelte in Riesenlettern auf Seite eins: "MESSI-AH!"

Selbstbewusstes Inter wartet

Zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren und zum dritten Mal in Folge steht Titelverteidiger Barcelona im Halbfinale der "Königskasse" und darf weiterhin vom Endspiel am 22. Mai in der Arena des Erzrivalen Real Madrid träumen. Allerdings ist für Messi und Co. noch eine hohe Hürde zu überwinden.

Der Titelverteidiger wird in der Runde der letzten Vier (10. und 28. April) zuerst auswärts auf Italiens Meister Inter Mailand treffen, der sich wie schon im Hinspiel mit 1:0 gegen ZSKA Moskau durchsetzte. Der Niederländer Wesley Sneijder (6.) machte schon frühzeitig alles klar für das Team von Trainer Jose Mourinho.

Bereits in der Vorrunde waren Barca und Inter aufeinandergetroffen. Die Katalanen gewann ihr Heimspiel mit 2:0 und holten mit dem 0:0 in Mailand einen wichtigen Punkt für den Gruppensieg. Inter-Coach Jose Mourinho gibt sich nach dem ersten Einzug von Inter ins Halbfinale der Champions League seit sieben Jahren dennoch äußerst selbstbewusst und eröffnete schon zwei Wochen vor dem ersten Duell den verbalen Schlagabtausch: "Wir sind zu einer großen Mannschaft gewachsen. Die Spanier machen uns keine Angst, diesmal werden wir feiern. Es wird für uns eine unglaubliche Saison werden."