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Die Fragen waren vielleicht manchmal etwas ungewöhnlich, aber dafür hatten die Beteiligten auch ein bisschen mehr Spaß als bei einer üblichen Pressekonferenz von Hannover 96. Über 50 Schüler jeglicher Alters- und Schulstufe durften in der AWD-Arena fast eine Stunde lang Hanno Balitsch, Jungprofi Leon Balogun und Torwarttrainer Jörg Sievers mit Fragen löchern.

Im Rahmen des Projekts "96 macht Schule" hatte der Bundesligist zur ersten Schüler-Pressekonferenz geladen. Mittlerweile nehmen 33 Schulen aus dem Umfeld der niedersächsischen Hauptstadt an dem Ende 2006 als Pilotprojekt gestarteten Partnerprogramm teil.

"Unser Ziel ist es, 96 Schulen in unserem Partnerkreis zu haben", sagt Thomas Wingenfeld, der das Projekt bei Hannover 96 betreut. Die Chancen stehen gut, dass diese Zahl in nicht allzu ferner Zukunft erreicht werden kann. Anträge von 15 weiteren Schulen liegen bereits bei Wingenfeld auf dem Schreibtisch und die geben sich große Mühe für das Projekt.

Kreativität erwünscht

So hat die Video-AG einer Schule eigens ein Bewerbungsvideo gedreht und dafür sogar O-Töne von 96-Profis beim Training eingeholt. "Und genau darum geht es", erläutert Wingenfeld, "zum einen wollen wir unserer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden und Themen wie Ausländerintegration, Gesundheit oder Sucht- und Gewaltprävention mit den Schulen angehen. Andererseits können die Partnerschulen 96 kreativ in ihren Schulalltag einbinden."

Im Rahmen von Projektwochen, an Aktionstagen oder eben in AGs kann Hannover 96 so zum Thema an der Schule werden. So besuchte Konditionstrainer Edwald Kowalczuk zum Beispiel den "Tag der offenen Tür" am Gymnasium Uetze. Mit einem Trainingsparcours und vielen Informationen zur Ernährung von Sportlern trug 96 so zur Veranstaltung bei. Ganz nebenbei überreichte 96-Profi Vinicius dabei auch noch die Partnerplakette und ein indviduell gestaltetes Trikot zum Zeichen der Partnerschaft an die Schule.

Von Hoya bis Duderstadt

Auch Showtrainings oder Infoveranstaltungen für Lehrer und Trainer gehören zum Programm. Die eine oder andere Schule war sogar schon zu Besuch bei 96, um sich über hautnah über die Arbeitsfelder und -vorgänge bei einem Fußball-Bundesligisten zu informieren.

"Uns geht es um eine bilaterale Partnerschaft und das wird von den Schulen sehr positiv aufgenommen", so Wingenfeld. Der Radius, in dem die bisherigen Partnerschulen liegen, ist mittlerweile sehr groß. Die nördlichste Partnerschule, das Johann-Beckmann-Gymnasium in Hoya, liegt in der Nähe von Bremen. Die südlichste ist die Berufsbildende Schule in Duderstadt bei Göttingen.

Perspektive für die Zukunft

"Wir finden es natürlich toll, dass Hannover 96 auch so relativ weit weg ein Thema ist", freut sich Wingenfeld. So soll der Kreis der Schulpartner bei "96 macht Schule" schnell weiter anwachsen.

Und für den einen oder anderen Schüler ergibt sich daraus vielleicht sogar eine berufliche Perspektive. Bei der Schüler-PK überraschten jedenfalls die Nachwuchsreporter mit Fragen, die selbst den ebenfalls anwesenden Profi-Journalisten nicht eingefallen wären.