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Köln - Ein Hauch von Bundesliga-Atmosphäre schwappte am Montagabend durch den Logen-Bereich des RheinEnergieStadions in Köln. Zahlreiche lautstarke Fangesänge waren zu vernehmen. Es wurde aber nicht nur der heimische 1. FC Köln, sondern auch der 1. FC Kaiserslautern, der Hamburger SV oder der FC Schalke 04 gefeiert. Wer genau hinhörte, konnte die Gesänge von 22 Clubs identifizieren. Anlass dieses außergewöhnlichen Zusammentreffens war das 4. DFL-Sommercamp der Kids-Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga.

Gastgeber 2014 ist der 1. FC Köln. 250 Jungs und Mädels im Alter von acht bis zwölf Jahren machten den Auftakt des viertägigen Camps zu einem farbenfrohen und lautstarken Spektakel.

Viele Unterstützer - neue Freundschaften

"Kids-Clubs - grenzenlos aktiv und bewegt" ist das Motto des diesjährigen Sommercamps. Passend zum Motto der Freizeit bringt die Deutsche Sporthochschule Köln ihre Kompetenz zum Thema Bewegung ein. Darüber hinaus stellt die Sporthochschule Schlaf- und Sportstätten für die Dauer des Camps. Initiiert wurde das Camp vom Nationalen Arbeitskreis für Kids-Clubs (NAK), unterstützt von der DFL Deutsche Fußball Liga. Die Bundesliga-Stiftung finanziert das Projekt und unterstützt personell. Marvin Steiner, der beim 1. FC Köln für den Kids-Club zuständig ist, hat in den letzten Wochen und Monaten intensiv an einem reibungslosen Ablauf gearbeitet.

Für die Kinder steht der gemeinsame Spaß im Vordergrund, aber das Sommercamp hat für alle Beteiligten auch einen praktischen Nutzen über den reinen Spaßfaktor hinaus. Junge Fans lernen gleichaltrige Anhänger von anderen - teilweise rivalisierenden - Clubs kennen und schließen neue Freundschaften. Dadurch werden Vorurteile unter einzelnen Fangruppierungen abgebaut. Begonnen wurde damit schon bei der Anfahrt. Die jungen Fans des Hamburger SV, des FC St. Pauli und von Werder Bremen reisten in einem gemeinsamen Bus an - genau wie die Kids des 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth oder des FC Schalke 04 und von Borussia Dortmund. Ein Konzept, das sich bei den vergangenen Camps schon bewährt hat.

Gastgeber Wehrle "fast neidisch"

Nach der Ankunft am Stadion bezogen die Kinder und die gut 50 Betreuer am Montag ihr Quartier. Alle Campteilnehmer übernachten gemeinsam in der großen Turnhalle der Sporthochschule. Anschließend ging es zum Abendessen zur nur wenige Meter entfernten Nordtribüne des RheinEnergieStadions. Ganz kindgerecht fuhr der 1. FC Köln Spaghetti Bolognese auf. Nachdem der Hunger gestillt war, stürmten die Kids auf die Tribüne. Dort führten Thorsten Richter von der Bundesliga-Stiftung und Arne Stratmann von der Abteilung Fanangelegenheiten der DFL durch das Eröffnungsprogramm.

Wie wichtig die Fans von morgen dem Fußball sind, wurde bei der Begrüßung deutlich. Als Gastgeber richtete FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle die ersten Worte an die Kinder: "Ihr werdet ein ganz tolles Programm erleben. Ich bin fast ein wenig neidisch auf euch", verriet Wehrle. "Ihr seid Vorbilder für die großen Fans und beweist, dass man tolerant miteinander umgehen kann."

Rettig hebt das Thema Inklusion hervor

Anschließend ergriff DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig das Wort. Rettig betonte die Bedeutung des Camps und wies auf einen Aspekt hin, der ihm besonders am Herzen liegt: "Ich freue mich, dass auch das Thema Inklusion Teil des Programms ist. Es sollte selbstverständlich sein, dass behinderte und nicht-behinderte Menschen gemeinsam Fußball erleben und genießen können", so Rettig. Zudem erklärte er den Teilnehmern des Camps auch die Aufgaben der DFL. Zum Abschluss blieb noch Zeit für eine Anekdote aus seiner Zeit als Manager des 1. FC Köln.

Auch Haider Hassan, Projektmanager der Bundesliga-Stiftung, zeigte sich beeindruckt von der freundschaftlichen Atmosphäre auf der Tribüne: "Ihr sendet ein großartiges Signal aus! Im letzten Jahr war es fantastisch, aber dieses Jahr wird es genial", versprach Hassan den Kindern. Zum Abschluss gab Hassans Kollege Thorsten Richter den Kids die wichtigste Regel des Camps auf den Weg. "Es wird niemand gedisst und wir haben Respekt voreinander. Egal, welches Trikot jemand anhat." Bevor es für die Kinder zu ihren Schlafplätzen ging, kamen sie noch in den Genuss einer nächtlichen Stadionführung.

Ein perfekter Auftakt für vier lehrreiche Tage, an denen die Kinder zum Beispiel erleben, welche Muskelgruppen beim Sport wie angestrengt werden oder welchen Einfluss Ernährung hat. Hinzu kommen diverse Bewegungsangebote wie Artistik-Workshops, Trendsportarten, ein Fußballturnier oder Präventionsworkshops mit der Polizei. Inklusionsangebote der Aktion Mensch runden das Angebot ab: Sportler und Übungsleiter mit Behinderung stellen das gemeinsame Erlebnis und die Faszination am Sport in den Mittelpunkt.