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Ingolstadt - Um die Gefühlslage beim FC Bayern München zu bestimmen, genügte ein Blick in das Gesicht von Philipp Lahm. Der Kapitän strahlte bis über beide Ohren als er von "einem Wochenende genau nach unserem Geschmack" sprach. Mit dem späten 2:0-Sieg beim FC Ingolstadt bauten die Bayern in der Bundesliga ihren Vorsprung auf die Verfolger aus und tankten Selbstvertrauen für die Champions League.

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Als Arjen Robben in der Nachspielzeit den Sieg perfekt machte, verschwand sogar Trainer Carlo Ancelotti zusammen mit dem zuvor ausgewechselten Lahm in der Jubeltraube der Bayern. So ausgelassen feierten die Münchner zuletzt selten. "Auch für uns sind Siege immer etwas Schönes. Vor allem wenn wir so spät noch drei Punkte mitnehmen", sagte Lahm und gestand, dass auch etwas "Bayern-Dusel" dabei gewesen sei.

Dank später Tore erfolgreich

Allein in dieser Saison gewann der Rekordmeister bereits zum vierten Mal durch Tore nach der 80. Spielminute - zuletzt beim Jahresauftakt gegen den SC Freiburg. Bei allem Glück, das es dazu braucht, ist es "auch Überzeugung, dass man das Spiel noch gewinnen kann, sodass man am Ende als Sieger vom Platz geht", unterstrich Lahm. Für zusätzliche Freude sorgten die Ergebnisse auf den anderen Plätzen, denn durch die Niederlagen der Verfolger bauten die Bayern ihren Vorsprung auf den Tabellenzweiten RB Leipzig auf sieben Punkte aus.

Auch wenn die Münchner im spielerischen Bereich gegen leidenschaftlich kämpfende Schanzer weiter Nachholbedarf offenbarten, so hob Trainer Ancelotti vor allem die Mentalität seiner Mannschaft hervor. "Wir haben einen tollen Charakter gezeigt", sagte der Italiener. "Wir mussten in der zweiten Halbzeit deutlich zulegen und konnten uns am Ende belohnen."

"Wir sind immer bereit!"

Aber sind die Bayern damit auch bereit für den FC Arsenal? "Wir sind immer bereit!", sagte Lahm forsch - wohlwissend, dass den FC Bayern am Mittwoch im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League ein anderes Kaliber erwartet. "Insgesamt machen sie einen besseren und konstanteren Eindruck als bei den letzten Duellen, die wir gegen sie hatten."Drei Mal standen sich die Bayern und die Gunners bereits im Achtelfinale gegenüber - immer  setzten sich die Münchner durch, zuletzt 2014.

Auf die Statistik allein wollen sich die Bayern jedoch nicht verlassen. "Das wird am Mittwoch ein schweres Spiel, das wissen wir. Wir werden gut spielen müssen", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. "Aber es gibt auch keinen Anlass, die Dinge negativ zu sehen." Schließlich habe die Leistung in Ingolstadt gezeigt, "dass wir im richtigen Moment zulegen können".

Lahm sieht Bayern "auf dem richtigen Weg"

Bayern-Kapitän Lahm zog aus dem Erfolg in Ingolstadt ähnliche Schlüsse. "Ich sehe uns auf dem richtigen Weg. Wir haben im Vergleich zu dem wie wir in Freiburg oder in Bremen phasenweise agiert haben, in den letzten Spielen schon einen Schritt nach vorne gemacht", analysierte er und hob vor allem die "bessere Körpersprache" hervor. Daran gilt es nun gegen Arsenal anzuknüpfen.

Dass die Bayern im Hinspiel gegen das Team um die Weltmeister Mesut Özil, Shkodran Mustafi und Per Mertesacker zunächst Heimrecht haben, muss kein Nachteil sein. "Egal wie das Hinspiel ausgeht, hat man im Rückspiel noch alle Möglichkeiten", betonte Lahm. So oder so soll das Spiel am Mittwoch für den 33-Jährigen, der in der vergangenen Woche seinen Rücktritt zum Saisonende angekündigt hatte, nicht der letzte Auftritt in der Champions League vor heimischem Publikum sein.

In der Allianz Arena wollen die Münchner vorlegen, um im Rückspiel am 7. März den Einzug ins Viertelfinale perfekt zu machen. "Die beste Ausgangslage ist, wenn man kein Gegentor bekommt", sagt Lahm - und  vorne hilft zur Not auch der Bayern-Dusel.

Aus Ingolstadt berichtet Maximilian Lotz