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Sinsheim - Gibt die bittere 1:4.Heimpleite gegen Borussia Mönchengladbach (Spielbericht) der TSG Hoffenheim vor dem DFB-Pokal-Viertelfinale an diesem Dienstag bei Borussia Dortmund (ab 20:15 Uhr im Liveticker) einen Knacks?

Offensivkraft Kevin Volland, der am Samstag zur Schonung vorzeitig ausgewechselt wurde, glaubt an die Kraft der Schnelllebigkeit der Ereignisse. Besser gleich am Dienstag wieder ran, als länger über die herbe Niederlage nachdenken, sagt der Kapitän der deutschen U 21-Nationalmannschaft. Torschütze Sven Schipplock aber weiß, dass seine Mannschaft erst einmal "einen herben Dämpfer" wegzustecken hat.

"Verdiente Niederlage"

Immer wenn Hoffenheim die Chance hat, sich auf den sechsten Platz vorzuspielen, kassiert sie einen Rückschlag. Auch Trainer Markus Gisdol musste nach der Lektion gegen Gladbach konstatieren: "Das war eine verdiente Niederlage." Die eigenen Grenzen so schonungslos aufgezeigt zu bekommen, tut weh. Der TSG gelang bislang noch keine Serie in der eher schwachen Rückrunde. Dass immer noch die Chance in der Liga besteht, in die Europa-League einzuziehen, ist eher der Schwäche der Konkurrenz geschuldet als eigener Stärke.

1899-Trainer Markus Gisdol hatte schon Recht als er nach dem Abpfiff am Samstag feststellte, gegen einen solchen Gegner wie die Borussia müsse man idealerweise mit der Idealbesetzung antreten, sonst werde es schwer. Wohl keine Mannschaft kann es ohne Leistungsverlust verkraften, wenn auf den beiden Innenverteidigerpositionen und den beiden zentralen defensiven Mittelfeldpositionen drei von vier Stammspielern verletzt oder gesperrt fehlen (Niklas Süle pausiert in der TSG-Abwehr wegen Kreuzbandriss schon länger). Ob aber nach dem erneuten Rückschlag die mögliche Rückkehr der angeschlagenen Pirmin Schwegler und Eugen Polanski als Allheilmittel für das Pokalspiel hilft, ist fraglich; der gegen Gladbach gesperrte Ermin Bicakcic wird in Dortmund sicher wieder dabei sein.

Ende der Serie muss nicht schlecht sein

Womöglich hätte Gisdol den erfahrenen Sejad Salihovic neben und vor Sebastian Rudy auf der Sechserposition stellen sollen anstatt des talentierten, aber gegen Gladbach in der Defensive noch überforderten Juniorenspieler Nadiem Amiri.

Gisdols Plan war es, die spielbestimmenden Sechser des Gegners, Granit Xhaka und Christoph Kramer, früh zu attackieren - das gelang aber nicht. Und so fehlten dem Hoffenheimer Mittelfeld robuste Hindernisse in der Spielfeldmitte, um die Kombinationen der Gladbacher dort zu stoppen. Doch auch mit den diesmal fehlenden erfahrenen Kräften lief es ja bislang in der Rückserie höchstens durchwachsen.

Dass durch die erste Heimniederlage in der Bundesliga gegen Gladbach eine Serie gerissen ist, muss nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein. Vielleicht schafft es die TSG in Dortmund ja dafür, erstmals in ein DFB-Pokal-Halbfinale einzuziehen. Gute Erinnerungen an Dortmund haben sie ja: Vor fast genau zwei Jahren gelang mit einem Sieg beim BVB die Qualifikation für die Relegationsspiele gegen Zweitligist Kaiserslautern - und schließlich der Klassenerhalt. Das war der Anfang der bislang positiven Ära von Trainer Markus Gisdol. Indes verdichten sich die Anzeichen, dass eine Vertragsverlängerung von Gisdol nach zähen Verhandlungen nun bald bevorstehen könnte.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter