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Es ist das absolute Spitzenspiel der Bundesliga-Hinrunde: Titelverteidiger und Rekordmeister FC Bayern München empfängt den Aufsteiger und Tabellenführer 1899 Hoffenheim.

Die Bayern, die drei Punkte hinter Hoffenheim liegen, könnten mit einem Heimsieg das Rennen um die Herbstmeisterschaft wieder extrem spannend gestalten.

Die Kraichgauer könnten andererseits mit einem Auswärtssieg den inoffiziellen Titel bereits nach 16 Spieltagen unter Dach und Fach bringen.

Erstes Duell überhaupt

Eine besondere Note erhält das Gipfeltreffen dadurch, dass beide Teams zum ersten Mal überhaupt aufeinander treffen.

Wer hat die Nase vorn? bundesliga.de hat vor dem Spitzenspiel die Schlüsselspieler genau unter die Lupe genommen.

Michael Rensing

Rensing steht hinter einer der besten Abwehrreihen der Bundesliga und hat folglich eher wenig zu tun, verglichen mit anderen Torhütern. Bisher kamen erst 54 Schüsse auf seinen Kasten (3,6 pro Spiel). Davon zappelten allerdings satte 21 im Netz! Von allen aktuellen Stammkeepern hat Rensing, der in allen 15 Spielen im Bayern-Kasten stand, damit die zweit-schwächste Quote gehaltener Bälle (59.6%).

Daniel Haas

Haas hat in dieser Spielzeit neun der 15 Partien für Hoffenheim bestritten und dabei neun Gegentore hinnehmen müssen. Mit 71,9 Prozent gehaltener Bälle liegt er auf Rang 4 aller Bundesliga-Stammkeeper. Sein Vorgänger Ramazan Özcan hatte in sechs Spielen elf Tore kassiert und wurde von Ralf Rangnick seit dem 4:5 in Bremen nicht mehr berücksichtigt. Ein Wechsel, der sich für Hoffenheim gelohnt hat!

Lucio

Lucio hat in dieser Saison 14 von 15 Spielen bestritten und war dabei gewohnt stark: mit 76,5 Prozent gewonnen Duellen ist der Brasilianer der beste Zweikämpfer der Bundesliga! Und das relativ fair: Lucio hat bisher nur 14 Fouls begangen, wurde aber selbst schon 32 Mal unfair gestoppt. Auch in die Offensive schaltet sich Lucio gerne mit ein, wie 72 Ballkontakte pro 90 Minuten, 15 Dribblings (14 davon erfolgreich) und 17 Torschüsse belegen. Allerdings kam von diesen 17 Schüssen nur einer auch aufs Tor.

Marvin Compper

Compper kann bei den Zweikämpfen mit Lucio nicht mithalten, er gewann lediglich 61 Prozent seiner Duelle. 55 Ballkontakte pro 90 Minuten, zwei Dribblings in 15 Spielen sowie sechs Torschüsse belegen zudem eindrucksvoll, das der Neu-Nationalspieler die Offensive nicht so wirkungsvoll unterstützt wie Lucio. Allerdings war Compper dabei effektiver: er hat bereits ein Mal ins Netz getroffen, Lucio noch nicht.

Ze Roberto

Ze Roberto ist "Mr. Zuverlässig" beim FC Bayern. 86 Prozent seiner Pässe kamen an, ebenso 31 Prozent seiner Flanken und 20 Prozent seiner Eckbälle. Dazu gewann der Brasilianer 70 Prozent seiner Dribblings und ist besonders in der Defensive stark, wie 66 Prozent gewonnene Zweikämpfe und 26 abgefangene Bälle belegen. Aber auch die Offensive kommt nicht zu kurz: zwei Tore erzielte Ze Roberto selbst, vier weitere bereitete er vor.

Sejad Salihovic

Salihovic kann in der Defensive nicht mithalten, wie 46 Prozent gewonnene Zweikämpfe und lediglich elf abgefangene Bälle belegen. Auch an der Genauigkeit seiner Pässe (79 Prozent), Flanken (20 Prozent) und Ecken (elf Prozent) muss der Bosnier durchaus noch arbeiten. Dafür ist Salihovic in der Offensive deutlich präsenter als Ze Roberto. Der Bosnier kommt ligaweit am häufigsten zum Abschluss (alle 18 Minuten). Nur vier Spieler ligaweit waren an mehr Toren beteiligt als Salihovic (vier Tore, sechs Assists).

Franck Ribery

Ribery ist pro Spiel für fast ein Tor gut: in zehn Spielen konnte der Flügelflitzer sechs Treffer und zwei Assists verbuchen. Umgerechnet auf 90 Minuten hat Ribery außerdem die meisten Ballkontakte ligaweit (102). Und wenn er das Leder erst mal am Fuß hat, ist es schwer, ihn fair zu stoppen. Kein anderer Bundesliga-Spieler wird so häufig gefoult wie Ribery (alle 19 Minuten).

Carlos Eduardo

Carlos Eduardo war ebenfalls an acht Treffern direkt beteiligt (vier Tore, vier Assists), benötigte dafür aber vier Spiele mehr als Ribery. Auch mit 73 Ballkontakten pro 90 Minuten und 83 Prozent erfolgreicher Pässe (Ribery: 85 Prozent) kann er mit dem Franzosen nicht mithalten. Dafür sind seine Flanken (27:21 Prozent und seine Ecken (20:17 Prozent) genauer, und mit 57 Prozent gewonnener Duelle (Ribery: 50 Prozent) ist er auch im Zweikampf stärker.

Luca Toni

Luca Toni hat einen Lauf: der Italiener traf in den letzten vier Spielen jeweils ins Schwarze! Mit sieben Toren und drei Assists in elf Spielen ist Toni für den Bayern-Angriff unersetzlich. Nur zwei Bundesliga-Spieler schießen häufiger aufs Tor als der Weltmeister von 2006 (alle 19 Minuten). Im Vergleich mit Hoffenheim-Goalgetter Ibisevic spricht außerdem die größere Zweikampfstärke (45:26 Prozent gewonnene Duelle) für den Bayern-Italiener.

Vedad Ibisevic

Toni mag einen Lauf haben, aber Vedad Ibisevic hat den besseren! 17 Treffer hätten 1989 und 1996 bereits zur Torjägerkanone gereicht! Auch 23 Scorerpunkte sind absolute Ligaspitze. Alle 56 Minuten ist Ibisevic an einem Tor beteiligt, Toni nur alle 89 Minuten. Der Hoffenheimer legte zudem deutlich mehr Torschüsse auf (29) als der Münchner (10) und spielt weniger Fehlpässe (29:42 Prozent). Der größte Unterschied zwischen beiden ist die Chancenverwertung: Ibisevic trifft mit 43 Prozent seiner Schüsse (exkl. geblockte), Toni macht nur 17 Prozent rein.