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Freiburg - Laute Fangesänge hallen von der Freiburger Haupttribüne auf den Rasen. Und das, obwohl dort gar kein Spiel stattfindet. Der Geräuschpegel kommt dem einer Bundesliga-Partie aber schon erstaunlich nahe. 240 junge Fans, die Teilnehmer des Kids-Club Sommercamps in Freiburg, haben sich zu einer Pressekonferenz mit zwei Freiburger Profis auf den Rängen niedergelassen und messen ihre Sangeskraft.

Dann ergreift Niklas Ziegler, Jugendprojekt-Koordinator des SC Freiburg das Wort. Und plötzlich: gespannte Stille. Bis zuletzt konnte das Organisationsteam geheim halten, welche Spieler den Kindern des Sommercamps 2015 Rede und Antwort stehen würden. Ziegler spannt die Kids nun nicht länger auf die Folter und begrüßt Nils Petersen und Julian Schuster. Der Kapitän und der Torjäger. Die Jungs und Mädchen von 22 Kids-Clubs jubeln. Mehr geht wirklich nicht.

Schlagfertige Profis und begeisterte Kids

Die Begeisterung ist so groß, dass schon vor der ersten Frage an die Profis die Welle über die Haupttribüne schwappt. Petersen und Schuster genießen den enthusiastischen Empfang und sind vielleicht sogar ein wenig erstaunt, dass sie von den jungen Dortmunder, Braunschweiger oder Hannoveraner Fans fast genauso laut gefeiert werden wie von den Anhängern des SC Freiburg. Selbst als Nils Petersen scherzhaft den Derbysieg mit Werder Bremen beim Hamburger SV als seinen größten sportlichen Erfolg bezeichnet, gibt es keine Buhrufe aus der Hamburger Ecke.

Schnell fällt auf, dass Schuster und Petersen den verbalen Doppelpass mindestens genauso gut beherrschen wie den auf dem Rasen. So erklärt Nils Petersen den Kindern den Unterschied zwischen Bundesliga und 2. Bundesliga sehr anschaulich: "Wenn der Julian am ersten Spieltag ein Tor schießt (Schuster erzielte gegen den 1. FC Nürnberg den 6:3-Endstand, Anm. der Red.), sagt das eigentlich schon alles." Das lässt Julian Schuster nicht auf sich sitzen und kontert mit einem Kommentar über das verbesserungswürdige Zweikampfverhalten Petersens, der selbstkritisch eingesteht: "Ich bin nur im Sturm zu gebrauchen."

Petersen ein pummeliger Blümchenpflücker

Sehr offen antwortet Petersen auch auf die Frage, wie er zum Fußball gekommen sei. "Mein Vater hat mich mit fünf wegen der Figur zum Fußball geschleift. Ich war ziemlich pummelig. Am Anfang habe ich allerdings hauptsächlich im Mittelkreis Blümchen gepflückt", so der Torjäger. Später verrät Petersen, dass er sich keine bestimmte Anzahl Tore zum Ziel gesetzt habe. Und überhaupt: Seine Torquote sei davon abhängig, wie viele Elfmeter seine Kollegen in dieser Saison noch herausholen. Drei seiner vier Treffer in dieser Spielzeit erzielte Petersen vom Punkt.

Als zwischendurch doch ein wenig Unruhe aufkommt, beweist Julian Schuster, dass er als dreifacher Vater weiß, wie er mit den jungen Fans umgehen muss. Nach mehr als einer Stunde dürfen sich die Kinder noch ein Autogramm der Profis holen. Und alle wollen. Die zwei Freiburger werden mit Sprechchören gefeiert. Diesmal sind sich die Kinder aller Clubs auch über den Text des Gesanges einig.

Aus Freiburg berichtet Florian Reinecke

Alles über die Kids-Clubs.

Das Sommercamp im Video

Abschluss des Sommercamps 2015

Inklusion im Sommercamp

Prävention im Sommercamp