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Wolfsburg - Er hat es schon wieder getan! Kevin De Bruyne, vor der Partie als bester Spieler der abgelaufenen Saison gekürt, legte eine Minute vor Schluss den Ball traumwandlerisch sicher für Torschütze Nicklas Bendtner auf. Wieder machte der Belgier für sein Team den Unterschied.

Nach dem Spiel sprach bundesliga.de mit De Bruyne über den Supercup und ob der VfL Wolfsburg dieses Jahr titelreif ist.

"Bayern hat Respekt vor uns"

bundesliga.de: Herr De Bruyne, Sie hatten kurz vor Schluss noch einmal die richtige Idee und haben das Ausgleichstor von Nicklas Bendtner stark vorbereitet. Wussten Sie, dass Ihr Teamkollege mitgelaufen war?

De Bruyne: Ich bin noch einmal zum Ball gesprintet und habe gar nicht genau geschaut, ob da jemand in der Mitte steht. Ich wollte den Ball nur so gut wie möglich vor das Tor bringen und habe gehofft, dass einer von uns dort steht. Zum Glück war Nicklas da und hat den Ball am ersten Pfosten stehend reingemacht.

bundesliga.de: Sie hatten schon in der ersten Halbzeit die Riesenchance zur Führung als sie das leere Tor nicht trafen. Wie haben Sie diese Szene selbst gesehen?

De Bruyne: Ich bin vor der Szene von meinem Gegenspieler etwas gezogen worden und verliere dadurch etwas die Balance. Beim Schuss komme ich dann in Rückenlage und treffe den Ball nicht optimal. Im Nachhinein habe ich gesehen, dass ich noch Zeit gehabt hätte den Ball zu stoppen, aber das wusste ich im Spiel natürlich nicht.

bundesliga.de: Vor der Einwechslung von Kruse und Bendtner haben Sie sich vehement beschwert und wild gestikuliert. Was war denn so schlimm in dieser Szene?

De Bruyne: Ich habe mich einfach geärgert, dass das Spiel unterbrochen wurde. Ich wollte einwerfen und das Spiel schnell machen, aber ich verstehe den Trainer, das er da einwechseln wollte.

bundesliga.de: Ist dieser Sieg im Supercup ein weiteres Ausrufezeichen an die Konkurrenz und vor allem an den FC Bayern München?

De Bruyne: Ich denke, dass Bayern München auch schon vor dieser Partie Respekt vor uns hatte. Heute war es von beiden Seiten eine sehr gute Partie, obwohl es für beide Teams das erste Pflichtspiel der Saison war. Man hat aber auch gesehen, dass beide Mannschaft noch etwas Zeit brauchen, um sich besser einzuspielen.

"Müssen an Entwicklung anknüpfen"

bundesliga.de:Trotz des Rückstandes hat der VfL nicht aufgegeben und ist noch zum Ausgleich gekommen. Ist es auch eine neue Qualität der Wolfsburger immer noch etwas im Köcher zu haben?

De Bruyne: Ich denke das 1:1 war das gerechte Ergebnis nach 90 Minuten. Beide Mannschaften hatten in der Offensive gute Szenen und hätten noch mehr Tore machen können, aber das Remis war dann in Ordnung.

bundesliga.de: Nach Platz zwei in der Bundesliga und dem DFB-Pokalsieg hat der VfL nun auch den Supercup gewonnen. Sind die Wölfe schon gut genug, um in den Titelkampf einzugreifen?

De Bruyne: Wir müssen an die Entwicklung der letzten zwei Jahre anknüpfen. Das Team hat sich ständig weiterentwickelt. Wenn wir immer so spielen wir heute, dann können wir vielleicht in diesem Jahr etwas probieren.

bundesliga.de: Vor der Partie wurden Sie als bester Spieler der Saison geehrt. Was bedeutet Ihnen dieser Titel?

De Bruyne: Dieser Titel ist eine ganz besondere Anerkennung für mich. Viele Leute haben meine gute Leistung honoriert, aber die Auszeichnung ist für die vergangene Saison. Jetzt will es diese Saison wieder so gut machen.

bundesliga.de: Zwar zählt dieser Assist zum 1:1 nicht für die Bundesliga-Saison, aber es war der erste in einem Pflichtspiel. Im vergangenen Jahr legten Sie insgesamt 20 Tore vor. Haben Sie sich für die Saison auch wieder ein Ziel gesetzt. Wollen Sie diese Marke brechen?

De Bruyne: Nein, ich habe mir kein Ziel gesetzt. Es sollen so viele Assists wie möglich werden, um der Mannschaft damit zu helfen.

Das Interview führten Alexander Barklage und James Thorogood

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