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Gelsenkirchen - Nach einem Gespräch mit Vorstand Horst Heldt am (15. Juni) steht fest, dass Christian Pander den FC Schalke 04 verlassen wird. Der zum 30. Juni 2011 auslaufende Vertrag mit dem 27-Jährigen wird nicht verlängert.

Eine Nachricht, die viele "Knappen"-Fans traurig stimmen wird und ein Schritt, der auch Horst Heldt nicht leicht gefallen ist: "Christian Pander besitzt als Fußballer ganz besondere Fähigkeiten, die er für Schalke oft unter Beweis gestellt hat. Leider konnte er in den vergangenen Jahren nicht viele Spiele absolvieren, da er aus Verletzungsgründen immer wieder zurückgeworfen wurde."

Position lange freigehalten

Lange Zeit habe der Verein die Planstelle des Linksverteidigers freigehalten und erst in den vergangenen beiden Spielzeiten begonnen, diese neu zu besetzen. "Schweren Herzens", wie Heldt betont. "Wir wünschen Christian alles Gute für die Zukunft und werden ihn hoffentlich schon bald in der Bundesliga wiedersehen."

Christian Pander absolvierte für Schalke 04 seit seiner Berufung in den Profikader zur Saison 2004/05 insgesamt 101 Pflichtspiele (acht Tore). In den vergangenen beiden Spielzeiten kam er auf lediglich vier Bundesligaeinsätze.

2001 war der Linksverteidiger von Preußen Münster in den Schalker Nachwuchsbereich gewechselt. Sein Debüt wurde gleich ein denkwürdiges, denn es war die Partie am 6. August 2004 bei Werder Bremen (0:1), die wegen eines Flutlichtausfalls erst mit einstündiger Verspätung beginnen konnte. Erhellend war dagegen der Auftritt des erst 20-jährigen Pander, der mit vielen Offensivaktionen und maßgenauen Flanken früh zeigte, warum er den Sprung zu den Profis geschafft hatte.

Nominierung für Nationalmannschaft

Das Talent des Münsteraners blieb auch höheren Verantwortlichen nicht verborgen. Der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann nominierte den Schalker bereits Ende 2004 für die Asien-Reise der deutschen Nationalmannschaft, die er wegen einer Verletzung jedoch nicht antreten konnte.

Ein erstes, wenn auch inoffizielles Länderspiel folgte im Januar 2005, als Pander mit dem Nationalteam für den guten Zweck gegen eine All-Star-Mannschaft der Bundesliga antrat. Das Verletzungspech bremste ihn dann erneut aus, so dass er mehr als zwei Jahre auf sein erstes, "richtiges" Länderspiel warten musste. Doch dieses geriet zu einem historischen Auftritt.

Am 22. August 2007 stand Pander in der deutschen Startelf, die zur Einweihung des neuen Wembley-Stadions in London auf die Auswahl Englands traf. Beim Stand von 1:1 hatte der Linksverteidiger einen Ball am Mittelkreis abgefangen und sich spontan nach vorne eingeschaltet. Dort erhielt er den Ball durch einen Kurzpass von Philipp Lahm zurück. Pander zögerte nicht lange und drosch den Ball aus 25 Metern unhaltbar für Torhüter Paul Robinson ins rechte Eck zum 2:1-Siegtreffer. Leider kam nur noch ein weiteres Länderspiel hinzu, was nicht an den Leistungen Panders, sondern am Pech lag, das ihm treu bleiben sollte.

Pander bringt VELTINS-Arena zum Beben

Dank seiner Stärken hatte Pander unter anderem maßgeblichen Anteil daran, dass die "Königsblauen" 2007 beinahe die Deutsche Meisterschaft errungen hätten. Wie sehr die Schalker Fans auch während erneuter Rückschläge an ihn glaubten und seinem Comeback entgegenfieberten, belegte eine Szene aus dem vergangenen Jahr.

Beim 2:0-Heimsieg gegen den FC Bayern München wurde er am 4. Dezember in der 77. Spielminute eingewechselt, worauf die Anhänger mit tosendem Jubel die VELTINS-Arena zum Beben brachten. Eine Momentaufnahme, die zeigt, dass die S04-Fans Christian Pander nie vergessen werden.


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