ANZEIGE

München - Jetzt gilt es: 1899-Trainer Holger Stanislawski hat durchgegriffen und duldet keine Ausreden mehr. Der Coach steht mit seiner Elf, die ins Mittelfeld abgerutscht ist, am Freitag gegen Leverkusen (ab 20 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) unter Druck. Doch auch die "Werkself" hat in der Bundesliga zuletzt unter ihren Möglichkeiten gespielt.

Stanislawski fordert Wiedergutmachung nach zuletzt schwachen Leistungen: "Um in Leverkusen etwas mitzunehmen, müssen wir 90 Minuten konzentriert arbeiten, brauchen 100 Prozent auf allen Positionen", sagte "Stani", der unter der Woche hart durchgriff.

Weil Chinedu Obasi und Roberto Firmino einen Tag nach dem 1:1 gegen den SC Freiburg verspätet zum Training erschienen, strich der Coach die beiden aus dem Aufgebot für die Dienstreise an den Rhein.

"Die Sache ist vom Tisch"

"Sie trainieren in dieser Woche separat und sind folglich auch nicht im Kader", sagte Stanislawski, der jedoch betonte, dass sich die Sache damit für ihn erledigt sei und die beiden wieder die Chance bekämen, sich zu beweisen. Auch Tom Starke müsse sich zukünftig mit öffentlicher Kritik an seinen Mitspielern zurücknehmen.

Der Torwart war nach dem Remis gegen Freiburg mit Ryan Babel ins Gericht gegangen. "Der einzige, der öffentlich Spieler kritisiert, bin ich. Das habe ich der Mannschaft nochmal klar gemacht. Tom und Ryan haben sich ausgesprochen - die Sache ist vom Tisch."

Beck kehrt zurück

Gegen Bayer fordert der Coach eine konzentrierte Leistung seiner Elf: "Zuletzt hatten wir immer wieder Phasen in unserem Spiel, in denen wir zu nachlässig waren. Das darf uns am Freitag nicht passieren." Hoffenheim wird im Vergleich zum Freiburg-Spiel wohl wieder auf einigen Positionen verändert auflaufen.

Kapitän Andreas Beck hat seine Gelbsperre abgesessen und kehrt ins Aufgebot zurück. Ob auch Edson Braafheid (Muskelquetschung am Oberschenkel) und Tobias Weis (Muskelverhärtung in der Wade) wieder mit dabei sind, ließ "Stani" offen.

"Oben festsetzen"

Mit Hilfe des fest verpflichteten Torwarts Bernd Leno, Teamleader Michael Ballack und dem zuletzt so treffsicheren Eren Derdiyok geht Leverkusen optimistisch in die Begegnung. Ein Erfolg könnte Bayer, das sich nach durchwachsenem Saisonstart mittlerweile auf den 6. Platz hochgearbeitet hat, wieder einen Schritt näher Richtung Tabellenspitze bringen. "Wir wollen uns oben in der Tabelle festsetzen", sagt Derdiyok, der vier der letzten fünf Leverkusener Pflichtspieltore erzielte.

Chefcoach Robin Dutt erwartet von den Seinen, "dass wir den Aufwärtstrend, den wir zuletzt in allen Bereichen gezeigt haben, mit raus auf den Platz nehmen". Auch Torhüter Leno schlägt in diese Kerbe.

Toprak muss passen

"Wenn wir es schaffen, unsere restlichen drei Spiele in der Liga zu gewinnen und noch dazu den Gruppensieg in der Champions League holen, hätten wir das Jahr richtig gut beendet und uns in der Meisterschaft noch alle Chancen für die zweite Serie offen gelassen." Am Mittwoch hatte Bayer die feste Verpflichtung des bisher ausgeliehenen Schlussmanns vom VfB Stuttgart bekanntgegeben.

Auf Ömer Toprak müssen die Leverkusener verzichten: "Keine Chance, an einen Einsatz ist überhaupt nicht zu denken", erklärte der Innenverteidiger, der sich bei der Partie im Berliner Olympiastadion eine schmerzhafte Beckenprellung zugezogen hat, die in den vergangenen Tagen jegliche sportliche Ertüchtigung verhindert hat. Stefan Reinartz oder Daniel Schwaab werden seinen Platz einnehmen.