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Die Fans des Hamburger SV dürften sich in diesen Tagen an die Vorsaison erinnert fühlen. Vor gut einem Jahr standen die "Rothosen" im Halbfinale der Europa League und des DFB-Pokals, in der Bundesliga geriet die Teilnahme am europäischen Geschäft in Gefahr. Vor dem 32. Spieltag der aktuellen Spielzeit ist die Ausgangslage ähnlich.

Gegen 1899 Hoffenheim muss dabei am Sonntag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) aber fast schon ein "Dreier" her, um am Ende noch Platz 6 zu erreichen, der wohl zur Teilnahme an der Europa League berechtigen wird. Der VfB Stuttgart hat in Bochum vorgelegt, jetzt ist der HSV dran.

Viele Fragezeichen für Labbadia

"Wir müssen in Hoffenheim wieder punkten. Dafür müssen wir aber besser auftreten, als in den letzten Wochen", fordert Mittelfeldspieler Piotr Trochowski. Fünf Punkte holten die Hanseaten aus den vergangenen sechs Spielen. Für die Stimmung war das nicht zuträglich. "Wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen, denn wir können es nicht mehr ändern. Wir müssen auf dem Platz wieder Leistung bringen", erklärt Trochowski.

Trainer Bruno Labbadia erwartet von seinen Spielern eine Art Trotzreaktion. Schließlich "haben wir immer noch die Möglichkeit, uns über die Bundesliga für die Europa League zu qualifizieren. Das ist Motivation genug." Doch vor der Partie im Kraichgau plagen Labbadia Personalprobleme.

Neben dem gesperrten Paolo Guerrero stehen hinter den Einsätzen von Guy Demel (Knieverletzung), Zé Roberto (muskuläre Probleme), Ruud van Nistelrooy (Hüftprobleme) und Tunay Torun (Schlag aufs Knie) noch Fragezeichen. "Wir schauen erst einmal, wer uns zur Verfügung steht. Wir werden sicherlich die fittesten Spieler für diese Partie auf den Platz bringen", kündigt Labbadia an.

Mathijsen warnt vor Hoffenheim

Egal mit welcher Elf der HSV antreten wird. Abwehrchef Joris Mathijsen erwartet einen heißen Tanz. "Kein Bundesligaspiel ist leicht. Gerade nach den letzten Wochen werden die Hoffenheimer darauf brennen, die Saison mit guten Resultaten zu Ende zu spielen", so Mathijsen.

Und der Niederländer könnte damit Recht haben. Denn 1899 kommt in diesem Jahr überhaupt nicht in Schwung. In der Rückrundentabelle steht nur Hannover aufgrund der Tordifferenz noch schlechter da - lediglich zehn Punkte holten die Hoffenheimer und erzielten dabei gerade einmal neun Treffer.

Hildebrand verletzt sich im Training

Trainer Ralf Rangnick verlangt von seinen Spielern nun die Wende: "Am Sonntag können wir zeigen, dass die Mannschaft lebt und in der Lage ist, einen Fight abzuliefern." Einen Anfang machten die Hoffenheimer am vergangenen Spieltag, als sie kurz vor Schluss den Ausgleich erzielten. "Wir müssen gegen Hamburg da weitermachen, wo wir in Dortmund aufgehört haben", sagt Mittelfeldrenner Sejad Salihovic.

Doch unter der Woche erreichten Trainer Rangnick schlechte Nachrichten. Torhüter Timo Hildebrand zog sich im Training einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu und fällt voraussichtlich zwei Wochen aus. Daniel Haas wird für den ehemaligen Nationalspieler zwischen den Pfosten stehen.

Während es für die Hausherren in der Rhein-Neckar-Arena vornehmlich um Wiedergutmachung geht, steht für die Gäste das europäische Geschäft auf dem Spiel. In der vergangenen Saison lösten die Hamburger am Ende doch noch das Ticket für die Europa League.

Michael Reis

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