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München - Die Nachricht, die Borussia Dortmund am Montag per Pressemitteilung verkündete, passte in die trübe Stimmung rund um den Signal Iduna Park.

Einen Tag nach dem mageren 1:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern wurde bei Mario Götze ein Muskelfaseriss diagnostiziert. Für den 19-jährigen Star ist damit die Hinrunde gelaufen. Die "Schwarz-Gelben" müssen im Bundesligaspiel beim SC Freiburg und im Pokalduell in Düsseldorf demnach ohne den Offensiv-Allrounder auskommen - und das ist alles andere als eine gute Nachricht.

Ohne Götze läuft es nicht

Überspitzt ausgedrückt hat der BVB nämlich ohne Mario Götze (fast) keine Chance: 14 Mal lief der Nationalspieler in der aktuellen Bundesligaspielzeit auf - und dabei liest sich die Bilanz der Borussia (neun Siege, vier Unentschieden, eine Niederlage) wie die eines designierten Meisters. Ausgerechnet in den beiden Partien, in denen Götze jedoch wegen seiner Rot-Sperre fehlte, holten die Westfalen keinen einzigen Zähler. Am 5. Spieltag kassierte die Klopp-Elf eine 1:2-Niederlage in Hannover, eine Woche später verlor man mit dem gleichen Ergebnis zuhause gegen Hertha BSC.

"Dortmund ohne Götze nur Grütze", titelte daraufhin die "Bild" in stark boulevardeskem Ton. Von Schwarz-Weiß-Malerei wollte BVB-Trainer Jürgen Klopp naturgemäß nichts wissen - doch auch er betonte, etwas verklausuliert, das Fehlen seines Top-Stars: "Heute hat uns ein bisschen Kreativität gefehlt. Hertha hat sich das Ding verdient", gab Klopp nach der zweiten Niederlage in Folge offen zu.

Fünf Tore, vier Vorlagen

Die Leistungsdaten von Götze sind in der Tat beeindruckend: Der Kreativspieler war an neun der 29 BVB-Treffer dieser Saison beteiligt (fünf Tore, vier Vorlagen) - beim BVB sammelte nur Robert Lewandowski mehr Scorer-Punkte (14). Am 12. Spieltag schnürte Götze gegen Wolfsburg seinen ersten Doppelpack in der Liga, eine Woche später schoss er beim 1:0-Sieg in München das Siegtor. Von allen Mittelfeldspielern der Liga trafen nur Franck Ribery (acht Mal) und Martin Harnik öfter (sechs Mal) als Götze (fünf Tore). Götze traf in 13 Spielen fünf Mal, damit fast so oft wie in der kompletten Vorsaison in 33 Partien (sechs Mal).

Auch im jüngsten Spiel der Borussen gegen den 1. FC Kaiserslautern wurde die Bedeutung Götzes sichtbar, als dieser, leicht angeschlagen, zunächst auf der Bank saß und erst in der 66. Minute eingewechselt wurde. Kaum im Spiel, zog der Youngster die Fäden in der BVB-Offensive, setzte seine Mitspieler gekonnt ein und drosch einen Schuss an die Latte. Dass es am Ende dennoch nur zu einem 1:1 langte, hatte auch viel mit Pech des Deutschen Meisters zu tun: Nicht weniger als vier Mal landete der Ball am Aluminium.

Hans-Joachim Watzke hatte es bereits nach der Heimpleite gegen Berlin geäußert: "Mario würde jeder Mannschaft fehlen. Aber das darf kein Alibi sein." Für einen gelungenen Jahresabschluss sollte sich der BVB unbedingt an die Worte seines Clubchefs halten.

Johannes Fischer