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Leverkusen - Im Pokal-Viertelfinale kam das Aus für Bayer Leverkusen. Unglücklich im Elfmeterschießen gegen Bayern München. Doch Werkself-Youngster Julian Brandt glaubt, dass die Niederlage die Mannschaft nicht umwerfen wird. Im Gegenteil. Nun wollen die Rheinländer dem Konkurrenten Mönchengladbach noch Platz 3 wegschnappen.

Frage: Julian Brandt, Bayer 04 ist wie schon in der Champions League gegen Atletico Madrid auch im Pokal gegen den FC Bayern nach einer starken Vorstellung im Elfmeterschießen ausgeschieden. Wie sehr tut das Aus weh?

Julian Brandt: Die Niederlage war noch bitterer als die gegen Atletico, weil wir uns im DFB-Pokal viel vorgenommen hatten und nach Berlin fahren wollten. Aber jetzt müssen wir unsere Resultate in der Bundesliga erzielen. Wir haben gegen die Bayern ein gutes Spiel gemacht (Spielbericht). Aber das bringt uns nichts.

Frage: Warum hat es nicht gereicht?

Brandt: Uns hat die letzte Konsequenz, Entschlossenheit und auch ein bisschen das Glück gefehlt.

"Werden nicht die Köpfe hängen lassen"

Frage: Ist es ein kleiner Trost, dass man die Bayern am Rande einer Niederlage hatte?

Brandt: Ja. Wir können stolz auf dieses Spiel sein, das hat der Trainer auch bereits betont.

Frage: Wie schnell bekommt man dieses Spiel aus den Köpfen raus?

Brandt: Das muss schnell aus den Köpfen raus, weil es schon am Samstag in Mainz in der Bundesliga weitergeht. Wir haben in der Bundesliga einen kleinen Vorsprung auf Schalke, auf dem wir uns aber nicht ausruhen wollen. Wir werden mit der Niederlage klar kommen und nicht die Köpfe hängen lassen.

Frage: Sie haben in dieser Saison einige Spiele verpasst und kamen nicht immer zum Einsatz. Wie gut tat es dann, in diesem wichtigen Spiel auflaufen zu dürfen?

Brandt: Das tat gut. Ich bin momentan auch gut in Form. Das Einzige, was fehlt, ist, dass der Knoten vorne platzt und ich wieder einmal treffe. Daran arbeite ich. Auch gegen die Bayern hatte ich einige Chancen. Ansonsten bin ich mit meiner Entwicklung relativ zufrieden. Ich hoffe, dass dies auch weiter so anhält.

Frage:Waren Sie überrascht, dass Sie auch gegen die Bayern in der Startelf gestanden haben?

Brandt:
Ja. Ich wusste zwar, dass Heung-Min Son gesperrt war. Aber es hätte auch Hakan Calhanoglu spielen können. Ich war schon überrascht, dass ich gegen Hamburg zum Einsatz kam. Aber ich genieße im Moment ein Riesenvertrauen des Trainers und versuche es zurück zu geben. 

"Wir wollen Dritter werden"

Frage: Mit Ihren 18 Jahren sind Sie der Jüngste im Bayer-Kader. Glauben Sie, dass mit der aktuellen Mannschaft etwas Großes entstehen kann?

Brandt: Absolut. Ich glaube, dass wir gerade durch die nicht so erfolgreichen Spiele gegen Wolfsburg und Augsburg extrem gewachsen sind. In den letzten Wochen haben wir einige Spiele hingelegt, die nicht so schlecht waren. Man merkt, dass die Mannschaft zusammengewachsen und fast schon eine kleine Familie ist. Jeder unterstützt jeden. Wir geben alles. Es passt auch mit dem Trainerteam und allen drumherum.

Frage: Mit welchen Zielen geht es nun in die letzten sieben Meisterschaftsspiele?

Brandt: Wir wollen Dritter werden. Jedes Spiel wird jetzt entscheidend sein. Wir müssen noch nach Mönchengladbach und noch einmal gegen die Bayern antreten. Dann wollen wir es noch besser machen.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski