Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen hat die Gruppenphase der Champions League mit einem souveränen und ungefährdeten 3:0-Heimerfolg gegen AS Monaco abgeschlossen. Damit blieb die Werkself in der Königsklasse in dieser Saison ungeschlagen. Nach dem Sieg sprach Bayer-Youngster Julian Brandt über sein erstes Tor in der Champions League, einen komischen Elfmeter und das kommende Schlüsselspiel in der Bundesliga beim FC Schalke 04.

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Frage: Julian Brandt, Glückwunsch zum Sieg im abschließenden Gruppenspiel und Ihrem Tor. Wie ordnen Sie die Partie ein?

Julian Brandt: Es war ein Spiel fürs Selbstbewusstsein. Das war auch unser Ziel. Wir haben uns sauber aus der Champions-League-Gruppenphase verabschiedet. Jetzt können wir den Blick nach vorne auf die Bundesliga richten.

Frage: Sie haben selbst auch getroffen und das Tor zum 2:0 erzielt. Sie gehören zu den beständigsten Spielern von Bayer 04. Haben Sie sich mit Ihrem ersten Champions-League-Tor jetzt auch selbst belohnt?

Brandt: Ich habe mir seit langem vorgenommen, mein erstes Champions-League-Tor zu erzielen. Ich werde ja auch immer älter. (lacht) Heute hat es geklappt. Das ist ein sehr schöner Tag für mich. Auch im Hinblick auf Sonntag war es ein sehr gutes Spiel von uns. Wir konnten einiges ausprobieren, der Trainer konnte sehen, welche Alternativen er noch hat. Das hat heute gut funktioniert. Wir können zufrieden zum wichtigen Spiel nach Schalke fahren.

Frage: Das dritte Tor der Werkself hat für Schmunzeln überall gesorgt. Es fiel nach einem Elfmeter, wird aber als Eigentor gewertet. Wie haben Sie Wendells Strafstoß gesehen?

Brandt: Wir haben uns jetzt dem Tor angenähert, aber trotzdem war der Ball drin. Die Elfmetergeschichte ist natürlich ein sehr eigenes Ding, das wir in dieser Saison mitgeschleppt haben. Letztendlich zählt, dass der Ball im Tor gelandet ist, unabhängig davon, ob der Elfmeter verschossen wurde. Wendell hat es mit Maßarbeit sehr gut gemacht. Den nächsten darf er auch schießen. (lacht) Im Training hatte er ein paar Elfmeter geschossen und die bewundernswert verwandelt. Du musst den Elfer erst mal so schießen, dass er auf den Rücken des Torhüters prallt und dann ins Tor geht.

Frage: Haben wir das richtig gesehen, dass Sie mit Ihrem Mitspieler Vladen Yurchenko bei Ihren Toren einen Jubel einstudiert haben?

Brandt: Ja. Wir haben das in der letzten Saison, als Vlad gegen Wolfsburg getroffen hat, schon gemacht. Das ist unser Ding. Wir verstehen uns auf und neben dem Platz sehr gut. Manchmal kommt man auf dumme Gedanken, wir sind ja noch jung und haben sehr viele Flausen im Kopf. Deswegen denkt man sich manchmal ein bisschen Mist aus. Das war unser zusammen erstellter Jubel. Es hat aber keinen großen Hintergrund, warum wir gegeneinanderprallen.

Frage: Sind Sie schon wieder auf dem hohen Level wie bei den Olympischen Spielen?

Brandt: Es ist schwierig, wenn man zurückkommt von einem Turnier wie den Olympischen Spielen oder einer EM. Dann fällt ein bisschen Spannung ab. Ich hatte danach ein paar schlechte Leistungen, habe mich aber wieder gefangen. Mittlerweile kommen wieder die Leichtfüßigkeit und die Lockerheit zurück. Man trifft wieder und gibt Vorlagen. Ich fühle mich wieder super. Das ist top. Ich hoffe, dass es so weitergeht.

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Frage: Wird das Spiel auf Schalke schwerer als die Partie gegen Monaco?

Brandt: Na klar. Man heute auch an den Aufstellungen gesehen, dass Monaco viele Spieler zuhause gelassen und ein bisschen etwas ausprobiert hat. Sonntag wird ein anderes Spiel. Dass wir auf Schalke aber kein Riesenfeuerwerk abbrennen werden, ist auch klar. Die Situation ist sehr komisch. In der Vergangenheit lief leider nicht alles super. Aber mit dem Spiel gegen Monaco sind wir wieder auf dem richtigen Weg. Darauf können wir aufbauen. Wir werden alles daran setzen, um Abstand auf Schalke zu gewinnen und den Anschluss nach oben zu schaffen.

Frage: Ist das ein Schlüsselspiel?

Brandt: Absolut. Es wird ein direktes Duell, in dem wir einen direkten Konkurrenten mit Blick auf die obere Tabellenhälfte ein paar Punkte wegzunehmen. Wir wollen mit dem neuen Selbstvertrauen jetzt so ein bisschen auf einer Welle schwimmen und aus den letzten drei Spielen optimalerweise neun Punkte holen. Das wäre unser Ziel bis Weihnachten. Wenn das gelingen würde, wäre zwar nicht alles perfekt, aber doch noch okay gewesen.

Frage: Nächste Woche ist dann auch die Auslosung für das Achtelfinale in der Champions League. Haben Sie einen Wunschgegner?

Brandt: Ich habe keinen Plan, wer da in Frage kommt. Engländer, Spanier oder Italiener? Wir haben doch schon mit Engländern gute Erfahrungen gemacht ... Ich lasse mich aber überraschen, ich habe keinen großen Wunschgegner.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski