ANZEIGE

Dortmund - Shinji Kagawa überzeugte beim 3:0-Erfolg des BVB über Karparty Lwiw nicht nur als kreativer Antreiber, sondern auch als kopfballstarker Torschütze - was den Japaner selbst am meisten überraschte.

Nach der Partie sprach Kagawa über seinen zweifelhaften Ruf als Kopfballspieler, die ungewöhnlichen Minusgrade auf dem Platz und die Chancen des BVB, jetzt mit einem Sieg in Sevilla doch noch in die nächste Runde der Europa League einzuziehen.

Frage: Shinji Kagawa, waren das kalte Wetter und die Bodenverhältnisse fast ein größeres Problem als der Gegner?

Shinji Kagawa: Der Platz war eigentlich ganz gut zu bespielen. Aber diese extreme Kälte macht mir schon zu schaffen. Das ist etwas, das man in Japan nie erlebt. Daran muss ich mich jetzt schnell gewöhnen und daran arbeiten, auch unter diesen Umständen schnell in meinen Rhythmus zu kommen und gut zu spielen.

Frage: Gegen Lwiw hat das doch nicht nur bei Ihnen ganz gut geklappt - der BVB hat die Partie klar dominiert.

Kagawa: Wir haben gleich zu Beginn unser erstes Tor geschossen. Das hat uns gut getan und Sicherheit gegeben. Allerdings hätten wir danach auch schon früher weitere Treffer erzielen können, wir hatten noch einige große Chancen. Auch ich hätte noch ein, zwei Tore mehr machen können. Der Trainer hatte uns vorher eingeschärft, dass wir mehr Zug zum Tor entwickeln sollen und mehr zum Abschluss kommen müssen. Am Ende ist das Ergebnis in Ordnung und gibt uns weiteres Selbstvertrauen.

Frage: Sie selbst haben Ihr Tor als einer der kleinsten Spieler auf dem Platz per Kopf erzielt.

Kagawa: Ich bin in Japan eigentlich dafür bekannt gewesen, ein sehr schlechter Kopfballspieler zu sein. Ich kann mir diesen Wandel auch gar nicht richtig erklären. Aber offensichtlich sind meine Kopfbälle hier deutlich besser geworden. In Japan haben mir wirklich immer alle bescheinigt, dass ich eine echte Niete bin im Kopfballspiel.

Frage: Auch in Ihrer Heimat wird man Ihre internationalen Auftritte noch aufmerksamer verfolgen. Ist die Europa League auch für Sie eine besondere Bühne?

Kagawa: Man spürt schon einen Unterschied zur Bundesliga. Vor allem, wenn wir weiterkommen und die Zwischenrunde und das Achtelfinale erreichen, würden wir gegen noch attraktivere Gegner spielen. Darauf freue ich mich schon ganz besonders.

Frage: Zunächst steht am 15. Dezember noch das letzte Gruppenspiel an. Und da benötigt der BVB einen Sieg beim FC Sevilla.

Kagawa: Es ist klar, dass wir dieses Spiel gewinnen müssen. Auf der anderen Seite haben wir jetzt aber auch alles selbst in der Hand, eine Runde weiter zu kommen. Jetzt haben wir unser Endspiel. Und wir werden alles daran setzen, das zu schaffen. Aber bis dahin müssen wir erstmal in der Bundesliga weiter Gas geben, um diesen Schwung dann nach Sevilla mitzunehmen. Also müssen wir uns jetzt erst einmal auf unser nächstes Spiel am Sonntag in Nürnberg konzentrieren.

Frage: Wie schätzten Sie die Chancen ein, sich in Sevilla durchzusetzen?

Kagawa: Psychologisch gesehen könnte man sagen, dass wir zurzeit besser drauf sind. Vielleicht hat Sevilla mehr, worüber sie nachdenken müssen - das könnte für sie ein Nachteil sein. Aber wir sollten uns nicht zu viele Gedanken machen, sondern unseren Fußball weiter so durchziehen wie in den letzten Wochen. Dann können wir dort auch gewinnen.

Frage: Das Hinspiel hat der BVB verloren. Was muss man in Sevilla diesmal anders machen?

Kagawa: Wir haben auch im Hinspiel gegen Sevilla gut gespielt und genau unser Spiel zeigen können. Es haben nur die Tore gefehlt. Genau das müssen wir ändern und verbessern - mehr nicht.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte