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Köln - Im vierten Anlauf hat der 1. FC Köln den ersten Heimsieg der Saison gelandet. Gegen Borussia Dortmund gewann der Aufsteiger nicht unverdient mit 2:1. Zum Matchwinner avancierte Simon Zoller, der mit seinem ersten Tor für den FC, das Endresultat besiegelte und nach einigen schweren Wochen am Rhein sein ganz persönliches Erfolgserlebnis feierte. Nach dem Spiel stellte sich der 23-jährige Stürmer zum Interview.

bundesliga.de: Simon Zoller, Glückwunsch zum 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund und Ihrem ersten Bundesliga-Tor. Wie fühlt es sich an?

Simon Zoller: Das Tor war für uns gut, für mich gut, für den BVB eher weniger. Es war für uns alle sehr wichtig, dass wir das Ding gewonnen haben und ich meinen Teil dazu beitragen konnte. Das war für mich persönlich aber auch für das Team unheimlich wichtig.

bundesliga.de: Beim Jubel haben Sie auf Ihre Rückennummer gezeigt. Was wollten Sie damit ausdrücken?

Zoller: Keine Ahnung. Es war für mich einfach eine Erleichterung nach all dem, was in den letzten Wochen über mich geschrieben wurde. Vor drei Wochen gab es noch diese Aktion des Trainers (ihn aus dem Kader für das Spiel gegen den FC Bayern zu streichen, die Red.). Ich habe dann in den letzten zwei, drei Wochen im Training gemerkt, dass es immer besser wird. Es tut unheimlich gut, vom Trainer die Chance und von der Mannschaft das Vertrauen bekommen zu haben. Ich bin jetzt einfach nur froh, dass es für die drei Punkte gereicht hat.

"Wir haben unsere Marschroute umgesetzt"

bundesliga.de: Wie groß war die Befreiung für die ganze Mannschaft nach zuvor drei Niederlagen am Stück und dem drohenden Abrutschen auf einen Abstiegsplatz?

Zoller: Wir beschäftigen uns generell weniger mit dem, was vorher war. Wir haben uns wahnsinnig darauf fokussiert, das Spiel gegen Dortmund zu gewinnen. Wir dürfen so mutig sein. Wir wollen zuhause Punkte sammeln und können auch jeden Gegner schlagen. Das war unsere Marschroute, die wir umgesetzt haben.

bundesliga.de: Haben Sie während des Spiels gemerkt, dass Dortmund verunsichert ist und wirklich etwas möglich ist?

Zoller: Das ist schwer zu sagen. Auch Dortmund hatte gute Möglichkeiten, wir hatten in einigen Situationen Glück. Trotzdem haben wir gut nach vorne gespielt und selbst unser Chancen gehabt. Am Ende war es sicherlich etwas glücklich, wir haben aber auch wegen unserer größeren Leidenschaft verdient gewonnen.

"Wichtig war, dass wir positive Erlebnisse feiern"

bundesliga.de: War Ihr Tor auch die Belohnung für Ihren etwas undankbaren, laufintensiven Job, der auch dazu führte, dass Sie öfter im Abseits standen?

Zoller: Es wird für jeden, der vorne spielt, undankbare Spiele geben. Das gilt für Anthony Ujah genauso wie für Yuya Osako oder mich. Es ist schwer. Wir versuchen unser Bestes, um der Mannschaft zu helfen. Wenn es dann Ende reicht, ist es in Ordnung.

bundesliga.de: War dies das beste Heimspiel des FC in dieser Saison?

Zoller: Ja, wir haben immerhin gegen Dortmund 2:1 gewonnen. Es ist aber auch egal, ob es unser bestes Spiel war oder nicht. Wichtig war in unserer Situation, dass wir Punkte sammeln und positive Erlebnisse feiern.

"Der Sieg bringt Ruhe rein"

bundesliga.de: Was hat die Mannschaft besser gemacht als in den letzten Spielen?

Zoller: Wir haben ein Tor mehr geschossen als der Gegner. Nein, Spaß beiseite. Wir haben uns heute endlich einmal belohnt. Jeder ist für den anderen gelaufen und hat sich in das Spiel reingeschmissen. Gegen eine Mannschaft wie Dortmund ist das besonders wichtig, weil sie normalerweise auf dem Papier spielerisch, fußballerisch und läuferisch stärker ist als wir.

bundesliga.de: Ist der FC jetzt so richtig in der Bundesliga angekommen, nachdem die Mannschaft jetzt den ersten großen Gegner geschlagen hat?

Zoller: Der Sieg tut uns gut nach den drei Niederlagen in Serie zuvor. Er bringt Ruhe rein. Wir werden den Erfolg jetzt erst einmal genießen und uns ab Montag auf das Spiel in Bremen konzentrieren.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski