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Hamburg - Nicht allzu oft sind Verteidiger die Matchwinner, doch am Freitagabend war es mal wieder soweit. Herthas Innenverteidiger Sebastian Langkamp avancierte mit seinem ersten Saisontor zum entscheidenden Spieler der Partie. Mit seinem Kopfballtreffer zum 1:0-Endstand für Hertha BSC beim Hamburger SV verschaffte er den Hauptstädtern ein Punktepolster vor der Länderspielpause.

Nach der Partie war der Torschütze des Goldenen Tores überglücklich und stand Rede und Antwort.

Frage: Herr Langkamp, wie haben Sie den Spielverlauf gesehen?

Sebastian Langkamp: In der ersten Halbzeit sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Es war eine sehr zerfahrene Partie in der, der HSV zunächst ein paar ganz gute Standardsituationen gehabt hat. In der Kabine haben wir uns dann gesagt, dass es so nicht weitergehen kann und wir sicherlich unter Druck nicht so weiterspielen können und mehr Ballbesitz brauchen. In den zweiten 45 Minuten haben wir die Partie dann offener gestaltet. Nach dem Platzverweis gegen Cleber war ein kleines Zeichen, dass das Spiel noch zu unseren Gunsten kippen kann.

Frage: Es war ihr erstes Saisontor und dann gleich ein entscheidendes. Sind die Standards einstudiert?

Langkamp: Ich habe in den letzten Wochen schon den einen oder anderen doofen Spruch bekommen, weil mein Kopf ja nicht so klein ist, das man ihn so oft verfehlen kann (lacht). Natürlich studieren wir so eine Situation tagtäglich im Training ein, aber in so einer Situation braucht man auch ein wenig Glück. Als Verteidiger ist man dann ja manchmal in der Lage ein Spiel per Kopf zu entscheiden und so war es heute Abend.

"Der Anfang eines sehr, sehr guten Weges"

Frage: Mit dem Auswärtssieg haben Sie einen Konkurrenten abgeschüttelt. Wichtig war der Dreier im Abstiegskampf?

Langkamp: Das war ein Big Point gegen einen direkten Konkurrenten. Wir haben in einem Auswärtsspiel drei wichtige Punkte geholt und für die Länderspielpause ist es ein psychologischer Effekt, der sehr wichtig ist für uns. Unter der Woche werden wir dann noch einige Dinge aufarbeiten, denn es war heute noch nicht alles Gold, was glänzt. Dann haben wir in zwei Wochen ein wichtiges Heimspiel gegen Paderborn, was wir unbedingt gewinnen wollen.

Frage: In den letzten vier Spielen hat Hertha BSC acht Punkte unter Trainer Pal Dardai geholt. Ist das Team jetzt auf dem richtigen Weg Richtung Klassenerhalt?

Langkamp: Ja, das ist der Anfang eines sehr, sehr guten Weges. In den letzten vier Spielen haben wir gezeigt, dass wir aus einer gewissen Grundstabilität in der Defensive agiert haben. In den letzten vier Spielen haben wir dreimal zu Null gespielt, das ist im Abstiegskampf sehr wichtig. Wenn wir jetzt noch die Konter besser ausspielen und mehr Ballbesitz haben und mehr Ruhe am Ball, dann passt das schon.

Frage: Haben Sie es in der Schlussphase dem HSV angemerkt, wie sehr er unter Druck stand das Spiel zu gewinnen?

Langkamp: Wir haben gemerkt, dass wir selbst in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel gekommen sind. Die eine oder andere Ballstafette und den einen oder anderen Konter hätten wir besser ausspielen können. Die Gelb-Rote Karte gegen Cleber war der Knackpunkt beim HSV.

Frage: Nach ihrem Tor hat man Ihnen die Erleichterung angemerkt...

Langkamp: So ein Gefühl, als der Ball im Netz eingeschlagen ist, hatte ich schon lange nicht mehr. In Augsburg hatte ich ja schon des Öfteren mal ein Kopfballtor gemacht. Natürlich ist es für uns Verteidiger ein schönes Gefühl. Beim Torjubel wusste ich gar nicht was ich machen sollte, ich hatte auch keine Spiderman-Maske dabei und habe meinen Emotionen einfach freien Lauf gelassen.

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage