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München - Am Samstagnachmittag feierte er endlich sein Debüt in der Bundesliga: In der 55. Minute wurde Medhi Benatia beim Spiel des FC Bayern in Köln eingewechselt. Kurz vor Transferschluss war der Verteidiger vom AS Rom nach München gewechselt - und scheint inzwischen immer besser in Form zu kommen.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der Kapitän der marokkanischen Nationalmannschaft über seine ersten Eindrücke, seine Ziele und einen neuen Mitspieler, der ihm besonders imponiert.

bundesliga.de: Monsieur Benatia, warum haben Sie sich vor einem Monat für den FC Bayern München entschieden?

Medhi Benatia: In diesem Sommer habe ich viele Angebote bekommen, aber mit keinem Club konnte ich mich einigen, bis der FC Bayern kam. Als ich gehört habe, dass mich der FC Bayern verpflichten möchte, war es klar, dass ich dort meine Karriere fortsetzen würde. Der AS Rom ist ein großer Club in Italien und einer der Clubs mit der besten Perspektive in Europa, aber der FC Bayern gehört nun mal zu den drei Besten der Welt. Ich wollte nach München, um die nächste Etappe zu schaffen und um viele Titel zu gewinnen.

"Ribery sagte, dass hier alles passt"

bundesliga.de: Haben Sie auch Franck Ribéry um Rat gefragt?

Benatia: Absolut. Ich habe ihn extra angerufen, denn wir kennen uns seit unserer gemeinsamen Zeit bei Olympique Marseille (2005 bis 2007, Anm. d. Red.). Er hat mir sofort gesagt, dass es schwierig ist, einen besseren Verein auf der Welt zu finden als den FC Bayern und dass hier einfach alles passt. Nach nur einem Monat kann ich das nur bestätigen. Es war unmöglich, ein Angebot des FC Bayern abzulehnen. Und dass sich Leute wie Karl-Heinz Rummenigge oder Pep Guardiola persönlich bei mir gemeldet haben, um mir mitzuteilen, dass sie mich holen wollen, war große Klasse. Danach war es mir klar, dass ich nach München ziehe.

bundesliga.de: Wie läuft es mit Pep Guardiola im täglichen Training?

Benatia: Herr Guardiola kommuniziert viel und dabei gestikuliert er viel, aber er ist einfach temperamentvoll und das ist gut so. Er erzählt in Details, was er genau haben möchte. Er weiß was er will und verlangt im taktischen Bereich sehr viel. Gerade musste ich das Paderborn-Spiel kurzfristig wegen einer Adduktoren-Verletzung absagen und er hat dafür volles Verständnis gehabt. Er hat mir gesagt, ich solle mir keinen Kopf machen, es gäbe demnächst noch sehr viele Spiele. Ich kann nur Positives über ihn berichten.

"Alaba ist unglaublich"

bundesliga.de: Haben Sie sich in München bereits eingelebt?

Benatia: Meine Frau und ich sind sehr glücklich. Die Stadt ist schön, sauber und gemütlich. Auf der Straße erkennen mich zwar die Leute, aber sie lassen mich in Ruhe. Das ist sehr angenehm und völlig anders als zum Beispiel in Marokko oder in Rom, wo es unmöglich war allein zu spazieren.

bundesliga.de: Was hat Sie bisher am meisten beeindruckt beim FC Bayern?

Benatia: Die höchste Professionalität auf allen Ebenen. Im Training ist das Niveau sehr hoch. Für mich ist es nicht immer einfach, weil ich körperlich noch nicht in bester Verfassung bin. Spieler wie Lahm, Robben, Alaba oder Götze sind wahnsinnig stark. Sie machen nie einen technischen Fehler. Kein Wunder, dass viele dieser Spieler bereits Weltmeister oder Champions-League-Sieger wurden.

bundesliga.de: Welcher neue Mitspieler hat Sie am meisten überrascht?

Benatia: Ich möchte nicht unbedingt einen besonderen Spieler nennen, aber David Alaba ist schon unglaublich. Er ist noch sehr jung, er spielt aber in der Abwehr, im Mittelfeld, auf dem Flügel. Er kann alles. Ein super Spieler. Und Philipp Lahm erinnert mich an Francesco Totti beim AS Rom: Immer beim selben Verein gewesen, Kapitän und leistungsmäßig immer auf der Höhe, sowie immer bescheiden. Das sind wahre Champions.

Das Gespräch führte Alexis Menuge