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Köln - Elias Kachunga wechselte vom SC Paderborn 07 zum Bundesliga-Aufsteiger FC Ingolstadt 04. Der Stürmer spricht im Interview mit bundesliga.de über Hoffnungen und Ziele bei den Schanzern und wie der Trainer mit ihm plant.

bundesliga.de: Elias Kachunga, Sie haben bei der Bekanntgabe Ihres Wechsels nach Ingolstadt davon gesprochen, dass die Schanzer Ihnen "tolle Perspektiven" aufgezeigt haben. Wie sehen diese Perspektiven aus? Was hat Sie besonders überzeugt?

Elias Kachunga: Das ganze Umfeld und die Infrastruktur sind hervorragend. Die Trainingsbedingungen sind richtig gut und wir haben optimale Bedingungen. Wir verfügen über eine sehr junge und hungrige Mannschaft – viele Spieler sind noch in der Entwicklungsphase und diese Entwicklung wird in der Bundesliga weitergehen. Mein Austausch mit der sportlichen Leitung war sehr angenehm und zudem wurden mir gute, sportliche Perspektiven aufgezeigt. Das hat mich überzeugt.

"Mit Ingolstadt meinen Weg gehen"

bundesliga.de: Im Gegensatz zu Paderborn ist Ingolstadt souverän, vorzeitig und als Meister aufgestiegen. Glauben Sie, dass die Mannschaft mehr Potenzial als der SCP hat?

Kachunga: Ingolstadt hat in der vergangenen Saison eine super Runde gespielt. Sie standen defensiv unglaublich stabil, was auch in der Bundesliga wichtig sein wird. Ob die Qualität oder das Potential höher ist, kann man glaube ich so noch nicht abschätzen. Es sind zwei verschiedene Mannschaften und auch die Trainer sind unterschiedliche Charaktere. Ich werde jetzt mit Ingolstadt meinen Weg gehen und es selbst herausfinden!

bundesliga.de: Wie intensiv haben Sie den Weg Ihres neuen Arbeitgebers verfolgt?

Kachunga: Ich war in der letzten Saison eher auf uns und mich selbst konzentriert, schließlich ging es um viel. Natürlich habe ich auch am Ende ab und zu mal auf die Tabelle in der 2. Bundesliga geschaut, die wesentlichen Entwicklungen bekommt man ohnehin mit. Die letzten Spiele habe ich teilweise verfolgt und gesehen, dass Ingolstadt einen attraktiven, schnellen Fußball nach vorne spielt. Ich denke, das liegt mir auch.

"Brauche noch meine Zeit"

bundesliga.de: Wie gut hat Ihnen das Bundesliga-Jahr mit dem SC Paderborn getan? Inwieweit fühlen Sie sich nun schon als gestandener Bundesliga-Profi?

Kachunga: Das Jahr hat mir sehr gut getan, weil ich als Stammspieler auch fast die ganze Saison auf dem Platz stehen durfte. Als junger Spieler bringt dich ein Bundesligajahr immer weiter: Man weiß jetzt, wie es in der Liga abläuft und was einen erwartet. Allerdings würde ich mich nicht als gestandenen Bundesliga-Profi sehen. Ich bin noch jung und brauche sicher noch meine Zeit und Erfahrung, bis ich das von mir behaupten kann.

bundesliga.de: Hat der SCP in der vergangenen Saison gravierende Fehler gemacht, die zum Abstieg führten, oder war es am Ende doch schlicht die fehlende Qualität?

Kachunga: Es kommt am Ende auch ein bisschen auf das Glück an. In manchen Spielen haben wir zu viele Fehler gemacht, die natürlich in der Bundesliga prompt bestraft werden. Diese Punkte haben uns dann letztendlich gefehlt.

"Konkurrenz belebt das Geschäft"

bundesliga.de: Welche Rolle und Position hat FCI-Trainer Ralph Hasenhüttl Ihnen bei den Gesprächen in Aussicht gestellt? Wie plant er mit Ihnen?

Kachunga: Ich bin ein Stürmer, kann in der Spitze oder auch weiter außen spielen. Ingolstadt hat in der vergangenen Saison mit drei variablen Stürmern vorne gespielt, da passe ich gut rein. Wir werden jetzt sehen, was uns in der Vorbereitung erwartet und was der Trainer vorhat.

bundesliga.de: Wie stark schätzen Sie den Konkurrenzkampf im Angriff mit den Aufstiegshelden Lukas Hinterseer und Stefan Lex ein?

Kachunga: Ich glaube, es wird ein gesunder Konkurrenzkampf herrschen. Beide sind super Spieler und jeder aus dem Team wird es dem Trainer so schwer wie möglich machen wollen, eine Entscheidung zu treffen. Konkurrenz belebt immer das Geschäft und dadurch können wir uns gegenseitig pushen.

"Vielleicht ist es ein Omen"

bundesliga.de: Im vergangenen Jahr sicherten Sie sich gegen Mainz als Schütze des ersten Paderborner Bundesliga-Tores einen kleinen Eintrag in den Geschichtsbüchern der Bundesliga. Wiederholt sich in diesem Jahr die Geschichte mit Ingolstadt schon wieder gegen Mainz?

Kachunga: Natürlich wäre das schön! Im letzten Jahr hat mir das Tor gegen Mainz sehr gut getan, da bin ich direkt mit einem guten Gefühl in die Saison gestartet. Vielleicht ist es ein Omen, dass wir direkt am ersten Spieltag in Mainz spielen (lacht). So oder so werden wir direkt versuchen, Punkte mitzunehmen. Wenn mir dann mein erstes Bundesligator für Ingolstadt gelingt, freue ich mich natürlich doppelt.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie das Auftaktprogramm mit den Spielen in Mainz und gegen Dortmund?

Kachunga: Ich finde es nicht schlecht. Wir starten mit Euphorie im Rücken in die Saison. Mainz ist eine gute Mannschaft, die sich in der Bundesliga etabliert hat. Einfach wird es sicher nicht, da was mitzunehmen. Daheim kann man gegen jede Mannschaft etwas holen – wir freuen uns einfach riesig auf das erste Heimspiel mit unseren Fans, ganz egal, egal wer kommt.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski