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Für die anstehende Gruppenphase im UEFA-Pokal hat der Hamburger SV interessante, aber machbare Aufgaben zugelost bekommen.

Eine besondere Brisanz liegt dabei im Duell mit dem niederländischen Traditionsverein Ajax Amsterdam. HSV-Coach Martin Jol und die holländischen Kicker in Reihen der "Rothosen" kennen die Stärken ihrer Landsleute bestens und werden sicherlich gut vorbereitet in das Spiel gehen.

HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer ist mit den ausgelosten Gruppengegner zufrieden: "Uns erwarten herausfordernde Spiele gegen allesamt gute Gegner mit sehr unterschiedlichen Fußballkulturen. Das macht den Reiz dieser Gruppe aus. Fest steht, dass wir alles abrufen müssen, um in die nächste Runde einzuziehen. Aber wir haben zuletzt sehr viel Selbstvertrauen getankt, deshalb werden wir dieses Ziel auch erreichen."

Hier ein Blick auf die Gegner der Hamburger in Gruppe F:


Ajax Amsterdam:

Der niederländische Rekordmeister wird seit Beginn der laufenden Saison vom ehemaligen Bondscoach Marco van Basten trainiert und kann auf eine glorreiche Vergangenheit zurückblicken. Neben 29 Meisterschaften und 17 Pokalsiegen stehen auch Erfolge im Europapokal der Landesmeister und der Champions League (insgesamt vier Mal), dem UEFA-Cup (ein Mal) sowie dem Europapokal der Pokalsieger (ein Mal) zu Buche.

Die heimische Ehrendivision konnte Ajax zuletzt 2004 gewinnen. Momentan belegt das im Umbruch befindliche Team nur den zehnten Rang der Tabelle. Amsterdams Star ist der niederländische Nationalstürmer Klaas Jan Huntelaar. Zudem verpflichteten die "Ajacieden" vor der Saison das serbische Supertalent Miralem Sulejmani vom SC Heerenveen für die nationale Rekordablöse in Höhe von 16,25 Millionen Euro.

Ein besonderes Spiel dürfte die Partie gegen Ajax für Hamburgs Nigel de Jong werden, der der Amsterdamer Jugendabteilung entstammt. In der ersten UEFA-Cup-Runde setzte sich Ajax souverän gegen den FK Borac Cacak aus Serbien durch.


Slavia Prag:

Beim Duell der Hamburger mit dem tschechischen Meister Slavia Prag ist Familienzwist im Hause Jarolim programmiert. Während Karel Jarolim als Slavia-Trainer und Marek Jarolim im Prager Mittelfeld an einem Strang ziehen werden, führt David Jarolim den HSV als Mannschaftskapitän aufs Feld und wird alles dafür tun, um Vater und Cousin zu besiegen. Schon 2005 war es in der UEFA-Cup-Gruppenphase zu diesem brisanten Kräftemessen gekommen. Der Bundesligist gewann damals mit 2:0.

In der laufenden Saison kam Slavia als "Absteiger" aus der Champions League in den UEFA-Pokal. In der Qualifikation zur "Königsklasse" unterlagen die Tschechen Bayern Münchens Gruppengegner AC Florenz. Anschließend setzte man sich in der ersten Runde des UEFA-Cups knapp gegen den FC Vaslui aus Rumänien durch. Bekanntester Profi im Kader ist der ehemalige tschechische Nationalspieler Vladimir Smicer.


Aston Villa:

Der 1874 in Birmingham gegründete Verein gehört zu den ältesten Fußballclubs überhaupt. Allerdings liegen die letzten großen Erfolge Aston Villas schon über zwei Jahrzehnte zurück. Die letzte von insgesamt sieben englischen Meisterschaften wurde 1981 eingefahren, seitdem gab es einzig die Ligapokal-Siege 1994 und 1996 zu feiern. Der größte Erfolg in der Vereinshistorie ist allerdings das 1:0 im Endspiel des Europapokals der Landesmeister 1982 gegen Bayern München in Rotterdam. Seit 2006 ist der Verein im Besitz des US-Geschäftsmannes Randy Lerner, dem auch das NFL-Team Cleveland Browns gehört.

Star der Mannschaft von Teammanager Martin O'Neill, die die vergangene Premier-League-Saison auf Rang sechs abschloss und derzeit den fünften Platz belegt, ist der norwegische Nationalstürmer John Carew. In der ersten UEFA-Cup-Runde hatte Villa, für das einst auch Stuttgarts Nationalspieler Thomas Hitzlsperger auflief, Litex Lovetsch aus Bulgarien ausgeschaltet. In der Qualifikation war FH Hafnarfjördur aus Island bezwungen worden.


MKS Zilina:

MSK Zilina hat als erste Mannschaft aus der Slowakei die Gruppenphase des UEFA-Cups erreicht und inklusive der Qualifikationsrunden bereits sechs Spiele im laufenden Wettbewerb in den Knochen. Zunächst wurde MTZ-RIPO Minsk besiegt, anschließend setzte man sich gegen Slovan Liberec und den bulgarischen Vizemeister Levski Sofia durch.

In der nationalen Liga hatte es für den Heimatverein des Nürnberger Zweitliga-Profis Marek Mintal in der vergangenen Saison allerdings nur zum zweiten Platz gereicht. Den letzten von insgesamt sechs Meistertiteln hatte die Mannschaft von Trainer Dusan Radolsky 2007 eingefahren.