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München - Das Top-Duell des 13. Spieltags wirft seine Schatten schon voraus. Nach der Länderspielpause trifft der Rekordmeister auf den amtierenden Deutschen Meister, der Erste auf den Zweiten, der FC Bayern München auf Borussia Dortmund.

bundesliga.de stellt im Vorfeld die beiden Spitzenteams in allen Mannschaftsteilen gegenüber und vergleicht die Protagonisten anhand ihrer Leistungen in der laufenden Bundesliga-Saison. Der zweite Teil der Analyse beschäftigt sich mit den Innenverteidigern der Teams.

Holger Badstuber

Badstuber ist mittlerweile ganz klar Innenverteidiger Nummer eins bei den Bayern, stand zwölf Mal in der Startelf und hat mit 1.077 Minuten die meiste Einsatzzeit allen hier untersuchten Defensivspezialisten. Der Nationalspieler glänzt durch gutes Stellungsspiel, intelligenten Spielaufbau und Zweikampfstärke. 67 Prozent der Duelle entschied er für sich. Seine ganz große Stärke ist aber die Ballsicherheit: Badstuber hat mit nur 6,2 Prozent die geringste Fehlpassquote aller Bundesligaspieler. Badstuber ist im Moment vielleicht der kompletteste zentrale Abwehrspieler Deutschlands.

Daniel van Buyten

Badstubers Partner van Buyten hat seine Stärken im Spiel nach vorne. Mit zwei Treffern ist er, neben Gladbachs Elfmeterschützen Filip Daems, der torgefährlichste Abwehrmann der Bundesliga. Doch auch defensiv überzeugt er bis jetzt: Mit 72 Prozent gewonnener Duelle ist die belgische Kante (1,97 Meter) Bayerns bester Zweikämpfer (72 Prozent, in der Luft gewann er sogar überragende 77,4 Prozent), dazu kassierte Bayern mit van Buyten auf dem Platz erst ein einziges Gegentor (in Augsburg). Auch dank van Buyten, der bisher sieben Mal beginnen durfte, stellt der FCB also die beste Abwehr der Bundesliga.

Mats Hummels

Der 22-jährige Hummels ist trotz seiner Jugend einer der absoluten Führungsspieler beim BVB (zwölf Startelfeinsätze) und wirkt aufgrund seines ruhigen Auftretens und seines starken Stellungsspiels wie ein Routinier. Und im Vergleich zur Meistersaison ist er sogar noch besser geworden: Mit 67 Prozent gewann er bisher vier Prozent mehr Duelle als 2010/11. Hummels spielt mit viel Auge, fing ligaweit die drittmeisten Zuspiele ab und beging in seiner Karriere nicht mal ein Foul pro Spiel (0,69). Sein ganz großes Plus ist die Spieleröffnung: Als Spielmacher hinter dem Mittelfeld setzt er die Vorderleute mit langen Bällen immer wieder ein, kein Feldspieler der Bundesliga schlug mehr lange Pässe als Hummels (112, ordentliche 45 zum Mann).

Felipe Santana

Santana wird im Top-Duell Hummels' Partner sein, da Neven Subotic wegen eines Mittelgesichtsbruchs ausfällt. Ein schwerer Verlust, denn der Serbe war mit 69 Prozent bisher der beste Zweikämpfer des Meisters. "Das wirft einen Schatten auf diesen Tag", kommentierte auch BVB-Coach Jürgen Klopp den Wermutstropfen bei der 5:1-Gala über Wolfsburg. Ersatzmann Santana durfte erst drei Mal von Beginn an ran und kommt auf die wenigste Einsatzzeit aller hier aufgeführten Kräfte (324 Minuten). Aber: Bei seinen Auftritten konnte er stets überzeugen. Wie Subotic und Hummels ist auch der Brasilianer bei Standards torgefährlich und kommt, zwar bei deutlich geringerer Einsatzzeit, ebenfalls auf die starke Quote von 69 Prozent gewonnener Duelle.

Badstuber und Hummels sind Paradebeispiele für moderne, fair agierende Innenverteidiger mit viel Auge, auch wenn die beiden mit der sicheren Variante (Badstuber) und dem weiten Risikopass nach vorne (Hummels) eine unterschiedliche Spielphilosophie verkörpern. Van Buyten und Santana sind dagegen eher die Brechertypen, die offensiv für Akzente sorgen, aber defensiv vielleicht nicht immer fehlerlos agieren. Der Ausfall von Subotic auf Dortmunder Seite wiegt hier allerdings zu schwer, sodass der Punkt in der Innenverteidigung an die Bayern geht. Lesen Sie als nächstes den Vergleich der Außenverteidiger der beiden Teams.


Christoph Gschoßmann


Torhüter im Check: Duell auf Augenhöhe

Außenverteidiger im Check: Ungleiche Stärken

Sechser im Check: Bender überragend, Schweinsteiger schmerzlich vermisst

Offensives Mittelfeld im Check: Geballte Qualität

Angreifer im Check: Gomez überstrahlt alles

Trainer im Check: Erfahrung gegen Emotion