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München - Die einen wollen vorne mit dabeibleiben, die anderen in die Spitzengruppe vorstoßen und ein Team will sich aus dem Tabellenkeller befreien - die Samstagsspiele des 11. Spieltags (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) haben viel zu bieten.

Hamburger SV - 1899 Hoffenheim

Mit den Kraichgauern ist keineswegs ein Lieblingsgegner zu Gast an der Elbe: In vier Bundesliga-Duellen konnte der HSV erst einen Sieg gegen Hoffenheim feiern (ein Remis, zwei Niederlagen). Und die Gastgeber durchleben bislang eine Spielzeit mit Höhen und Tiefen - derzeit stehen sie mit 15 Zählern auf Platz 8.

Vom aufkommenden Druck möchte sich Bastian Reinhardt nicht beeinflussen lassen. "Wir sehen die Chance und nicht das Risiko. Trotz Druck, den man in Hamburg und beim HSV immer hat, sollen sich die Spieler frei machen und Fußball spielen", sagte der Sportchef mit Blick auf die letzten Niederlagen (2:3 in Köln, 2:5 in Frankfurt im Pokal). Mit einem Sieg könnten die "Rothosen" nach Punkten zu Hoffenheim (3. Platz) aufschließen und lägen wieder in Schlagdsitanz zur Spitze.

Die Personalsituation beim HSV ist immer noch angespannt, zuletzt gesellte sich Ruud van Nistelrooy mit einem Muskelfaserriss ins Lazarett. Zudem fehlen Marcell Jansen (Zehenbruch), Collin Benjamin (Kniebeschwerden), Dennis Aogo (Schambein), Dennis Diekmeier (Fersen-OP) sowie Torwart Frank Rost (Außenbandanriss). Gute Nachrichten hingegen von Mladen Petric: Der Kroate konnte das Lauftraining aufnehmen und steht zur Verfügung. Auch David Jarolim brennt wieder auf einen Einsatz. Der Trainer bringt wahrscheinlich im rechten offensiven Mittelfeld wie schon in Köln auf Heung-Min Son, der bei seinem Bundesliga-Debüt auch gleich sein erstes Tor schoss und nun seinen Vertrag verlängerte. "Er ist die Zukunft des Vereins", sagte Veh.

"Weiter vorne festsetzen"

"Das Spiel gegen den HSV ist wichtig, um sich weiter vorne festzusetzen. Wir wissen aber auch, dass Hamburg nach den letzten Spielen Druck hat", sagt Ralf Rangnick. Der 1899-Trainer weiß, dass der Kader der Hamburger fantastisch besetzt ist: "Egal, wer ausfällt: sie sind immer noch super besetzt. Vor allen Dingen im Sturm haben sie einige technisch beschlagene Spieler." So viele Ausfälle wie die Hanseaten haben die Hoffenheimer derzeit nicht zu beklagen. Dennoch stehen hinter einigen Spielern noch Fragezeichen. Sicher ist nur, dass Josip Simunic weiterhin ausfällt. Bei den angeschlagenen Isaac Vorsah und Marvin Compper besteht noch Hoffnung.

Beim 4:0 zuletzt gegen Hannover stach Gylfi Sigurdsson mit zwei Treffern heraus, Peniel Mlapa überzeugte als Torschütze, Rudy räumte in der Defensive auf und fungierte als Vorbereiter beim vierten Treffer - drei Neuzugänge, die sich heimlich, still und leise unter die ersten Elf geschlichen haben. Und auch die "Alten" bringen ihre Leistungen: Demba Ba hat einen beeindruckenden Lauf und erzielte in den letzten sechs Pflichtspielen jeweils ein Tor für die Kraichgauer. Beim HSV sollen die "Alten" und die "Neuen" wieder eine Einheit bilden.




SC Freiburg - 1. FSV Mainz 05

Das Spiel gegen die 05er ist für den SC der Auftakt in die Rolle als "Top-Team-Tester", danach geht es gegen Hoffenheim und Dortmund. Robin Dutt hat bei Mainz "sehr wenige Schwächen ausgemacht". "Es waren überzeugende Siege einer Mannschaft, die auf konstantem Niveau spielt, die personell flexibel ist, bei der nach Wechseln keine Abfälle zu beobachten sind, die mit unterschiedlichen Startformationen erfolgreich war und die auch nach der ersten Saison-Niederlage zurückgekommen ist und in Leverkusen gewonnen hat", sagt der SC-Trainer. Zwar fehlen ihm neben den Langzeitverletzten Heiko Butscher, Pavel Krmas, Simon Pouplin und Tommy Bechmann weiterhin Johannes Flum und Jonathan Jäger. Dafür scheint bereits gegen Mainz die Rückkehr von Jan Rosenthal ins Team möglich.

Thomas Tuchel hat hingegen die Qual der Wahl - nur Toni Tapalovic fehlte im Training. Die Gäste können mit dem fünften Sieg im fünften Auswärtsspiel zumindest für einen Tag die Tabellenführung zurückerobern. Mainz hat trotz der 0:2-Pleite im Spitzenspiel gegen den BVB keineswegs das Selbstbewusstsein verloren. "Hier hat es keine Verschwörung der Fußballmächte gegeben, es lag einfach an uns. Und es gab im Übrigen auch Lob, unabhängig vom Ergebnis", sagte Tuchel.

Der Trainer verteilt viel Lob in Richtung des Gegners: "Der SC spielt bislang eine außergewöhnliche Runde, sie haben das Pech - oder vielleicht auch das Glück - dass viele Vereine wie zum Beispiel auch Mainz 05 aktuell nicht in der Tabelle stehen, wo sie etatmäßig stehen sollten. Dementsprechend nimmt niemand so wirklich Notiz von ihrem Erfolg, was bedeutet dass sie ganz in Ruhe weiterarbeiten können", sagt Tuchel: "Robin Dutt und der Verein leisten eine herausragende Arbeit, und sie werden ihren Weg konsequent weiter gehen."




Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg

Nach 13 Punkten aus den vergangenen fünf Partien sind die Hessen hungrig auf den nächsten Erfolg. "Ich bin froh, dass wir nach unserem unglücklichen Start einen solchen Zwischenspurt hingelegt haben", sagt Michael Skibbe über den Sprung auf Platz 5. Wolfsburgs Top-Torjäger Edin Dzeko (7 Tore) will der Eintracht Trainer nicht in Manndeckung nehmen: "Ich mag es nicht, wenn man sich auf einen Spieler fokussiert und andere unterschätzt. Wir sind gut beraten, wenn wir versuchen, unser Spiel durchzubringen und uns nicht nach dem Gegner richten."

Außerdem haben die Frankfurter mit Theofanis Gekas (9 Tore) einen noch treffsicheren Stürmer in ihren Reihen. Er habe aus Vorsicht zwar eine kleine Trainingspause eingelegt, sei aber topfit, so Skibbe. Die Erfolgsserie sei "das Ergebnis harter Arbeit, sowohl im Training als auch in den Spielen. Wir gehen immer bis an unsere Leistungsgrenze und haben uns im Gegensatz zur letzten Saison natürlich auch weiterentwickelt", sagt Patrick Ochs ' target='new' class='normalred'>im bundesliga.de-Interview.

Die "Wölfe" stehen in der Commerzbank Arena als Zwölfter mehr unter Druck und müssen den Anschluss wahren. "Wir haben die Qualität, jedes Spiel zu gewinnen. Der Schlüssel ist die richtige Einstellung", sagt Steve McClaren. Der Engländer erwartet eine "harte Partie. Die Frankfurter sind ein schwieriger Gegner, sie spielen aggressiv und kämpfen als Team. Zudem haben sie mit Theofanis Gekas einen gefährlichen Stürmer."

Stammtorwart Diego Benaglio wird nach einer vierwöchigen Verletzungspause wieder im VfL-Kasten stehen. Sein Vertreter Marwin Hitz rückt wieder ins zweite Glied. "Marwin hat seine Sache gut gemacht. Aber Diego gehört europaweit zu den besten Torhütern. Wenn er fit ist, kehrt er ins Tor zurück", so der Coach.




1. FC Nürnberg - 1. FC Köln

Nach dem ersten Auswärtssieg in Bremen peilt der "Club" gegen die "Geißböcke" den vierten Heimsieg an. "Wir werden das Spiel mit der nötigen Konsequenz und Geduld angehen", fordert Dieter Hecking. Rein statistisch stehen die Chancen auf einen weiteren Heim-"Dreier" gut: In insgesamt 23 Heimspielen gegen die Domstädter weist der FCN eine positive Bilanz auf (12 Siege, 5 Unentschieden, 6 Niederlagen). Personell kann der "Club"-Trainer aus dem Vollen schöpfen, alle Mann sind an Bord. "Auch jeder aus der zweiten Reihe ist heiß auf das Spiel, es kann also durchaus zu Veränderungen in der Startformation kommen", sagte Hecking. Die Kölner hätten seiner Meinung nach "bislang unter Wert gespielt" und seien besser als die aktuelle Tabelle durchblicken lasse.

Mit dem 3:2-Sieg gegen den HSV bei der Bundesliga-Premiere von Frank Schaefer hat der FC zuletzt die Abstiegsränge verlassen. Ein Verdienst des neuen Trainers ist sicherlich die Reaktivierung von Milivoje Novakovic als Stammkraft. Der Slowene glänzte jüngst mit einem "Dreierpack" und harmonierte außerdem gut mit Lukas Podolski.

"Wir sind gegen Hamburg absolut als Mannschaft aufgetreten und haben eine hohe Laufbereitschaft und gutes taktisches Verhalten an den Tag gelegt", analysierte Schaefer: "Es ist gut, dass die Mannschaft gerade jetzt gewillt ist, diesen Weg zu gehen." Dass das Spiel gegen Nürnberg aber ein anderes wird und eine neue Herausforderung darstellt, ist Schaefer bewusst: "Im Fußball gibt es keine Garantien. Man kann aber versuchen, durch bestimmte Dinge, die man mit der Mannschaft erarbeitet, die Erfolgswahrscheinlichkeiten zu erhöhen." Im Tor vertraut der Coach dem jungen Miro Varvodic. Faryd Mondragon steht erneut nicht im Kader, um Unruhe innerhalb der Mannschaft zu vermeiden.



Video: Hamburgs kultiger Stadionsprecher Lotto King Karl