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Sinsheim - Trotz fünf Veränderungen in der Startelf im Vergleich zum Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach drei Tage zuvor zieht 1899 Hoffenheim durch einen 2:1-Sieg gegen den 1. FC Köln in die dritte DFB-Pokal-Runde ein.

Die umformierte Elf - für Roberto Firmino, Gylfi Sigurdsson, Isaac Vorsah, Fabian Johnson und den 1:0-Siegtorschützen gegen Gladbach Vedad Ibisevic - rückten gegen den FC Jannik Vestergaard, Sven Schipplock, Chinedu Obasi, Dominik Kaiser und Knowledge Musona in die Anfangsformation von Trainer Holger Stanislawski.

"Das hätte ich auf meine Kappe genommen"

"Wir haben einen breiten Kader, in dem sich viele Spieler auf ähnlichem Niveau bewegen. Die Jungs, die hinten dran stehen, drücken und drängen in die Startformation. Ich wollte ihnen die Möglichkeit geben, sich zu beweisen", erklärte Stanislawski, dessen Vertrauen und Mut am Ende belohnt wurde. Nachdem die Kölner die erste halbe Stunde dominiert hatten und durch Jajalo schon in der sechsten Minute in Führung gegangen waren, steigerte sich die neuformierte Hoffenheimer Elf und gewann am Ende verdient durch die Tore von Obasi (40.) und Musona (50.).

"Es ist gut zu wissen, gute Leute auf der Bank zu haben", sagte Trainer Stanislawski, der sich des Risikos der vielen Umstellungen bewusst war: "Hätten wir verloren, hätte ich das auf meine Kappe genommen." So aber durfte er erfreut zur Kenntnis nehmen, dass die jungen Talente durchaus Alternativen für die erste Elf sind.

Vestergaard mit starkem Einstand

Besonders überzeugend geriet das Startelfdebüt von Jannik Vestergaard. Der 19 Jahre alte Däne, dessen Mutter aus Krefeld stammt, bewies mit einer eindrucksvollen Leistung, dass er ein sehr großes Innenverteidigertalent ist. "Er hat sich wahnsinnig gut entwickelt und sich Woche für Woche verbessert", lobt Trainer Stanislawski den dänischen U 20-Nationalspieler, der 2010 von Bröndby Kopenhagen nach Hoffenheim wechselte.

Den großgewachsenen Spieler bezeichnet Stanislawski als "bescheiden, aufmerksam und sehr eifrig". Vestergaard sagte: "Dass ich gespielt habe, ist für mich ein Traum." Der kopfballstarke, spielintelligente und robuste Defensivspieler, der seinen dänischen Landsmann Danny Agger vom FC Liverpool als Vorbild bezeichnet, hat sich im letzten Jahr vor allem was die Dynamik angeht, gezielt verbessert.

Musona auf Augenhöhe

"Wir werden Jannik schon in dieser Saison noch gebrauchen", blickte 1899-Manager Ernst Tanner voraus. Im kommenden Januar wird Isaac Vorsah mit Ghana am Afrika-Cup teilnehmen, dann könnte zum Rückrundenstart Vestergaard wie gegen Köln mit Marvin Compper die Innenverteidigung bilden.

Auch Knowledge Musona hat gegen Köln gezeigt, dass er eine Alternative ist, Der wendige und schnelle Angreifer, erzielte den Siegtreffer, nachdem er sich den Ball selbst erobert hatte und unaufhaltsam davonzog. Der Nationalspieler aus Simbabwe, der im Sommer von den Kaizer Chiefs aus Südafrika in den Kraichgau wechselte, bis sich in das Spiel hinein und stellte sein Talent unter Beweis.

"Für ihn war es wichtig zu sehen, dass er sich auf Augenhöhe mit den anderen Spielern befindet", sagte Stanislawski. Obasi, Kaiser und Schipplock sind ohnehin schon lange Startelf-Kandidaten. Und so freute sich Stanislawski nicht nur über den Einzug in die nächste Pokalrunde, sondern vor allem darüber, dass der Konkurrenzkampf im Kader noch einmal an Fahrt zugenommen hat.

Tobias Schächter