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Mainz - Nach zuvor drei Heimspielen ohne Sieg gewinnt der 1. FSV Mainz 05 3:0 (1:0) gegen den 1. FC Nürnberg und feiert den zehnten Sieg im 14. Saisonspiel. Mit nun 30 Punkten bleiben die Rheinhessen erster Verfolger von Spitzenreiter Borussia Dortmund und zeigen gegen die Franken Qualitäten einer Spitzenmannschaft.

"Der schönste Sieg war es nicht", resümierte der Mainzer Kapitän Nikolce Noveski zwar, fügte aber zufrieden hinzu: "Diesmal spielten wir aber geduldig und das war der Schlüssel zum Erfolg."

Effiziente Gastgeber

Es war kein glanzvoller Auftritt der Rheinhessen, aber ein effizienter und reifer. Und auch wenn der Sieg am Ende zu hoch ausfiel, so war er doch verdient. Mit ihrer ersten Chance gingen die Mainzer in Führung. Während die Nürnberger durch Mike Frantz zuvor zwei große Torgelegenheiten ausließen, traf André Schürrle in Minute 27 bei der ersten Mainzer Gelegenheit.

Kurioserweise trafen die 05er erstmals in dieser Saison nach einem Eckball: Christian Fuchs flankte, Malik Fatih verlängerte und Schürrle drückte den Ball aus sechs Metern zur Führung ein.

Zwar blieben die Nürnberger in der Folge ein unbequemer Gegner, aber die Mainzer trafen immer zum richtigen Zeitpunkt. Das 2:0 durch Noveski acht Minuten nach der Halbzeit gab dem Tabellenzweiten Sicherheit und kurz vor dem Abpfiff stellte der eingewechselte Sami Allagui mit einem schönen Lupfer nach einem Konter den 3:0-Endstand her.

Joker stechen

Allaguis Treffer war bereits das zehnte Tor eines Einwechselspielers in dieser Saison für Mainz 05. Nach diesem zweiten Sieg in Serie scheint der kleine Durchhänger der Überraschungsmannschaft dieser Saison überwunden.

Drei Mal hatten sie zuvor hintereinander verloren und mancher den Mainzer nach dem "Abstürzchen" auf Platz 3 schon eine Krise angedichtet. "Es ist normal, dass Mainz 05 einmal drei Spiele verlieren kann", sagte der Mainzer Manager Christian Heidel. "Aber heute war das doch sehr souverän und mit viel Geduld nach Hause gespielt", freute sich Heidel, der jetzt schon gerne "noch ein bisschen oben bleiben will".

"Keiner in Panik verfallen"

In der Schwächeperiode habe der Trainer trotz der Niederlagen "immer eine klare Linie durchgezogen", erzählt Mittelfeldspieler Eugen Polanski: "Hier ist keiner in Panik verfallen."

"Wir hatten ja keinen Druck", sagt auch Christian Heidel, dem die 30 Punkte nach 14 Spieltagen schon ein "bisschen merkwürdig" vorkommen. Dass die Mannschaft gegen Nürnberg nach zuvor drei sieglosen Heimspielen endlich Geduld statt jugendliche Euphorie zeigte, wertet Trainer Thomas Tuchel als großen Fortschritt.

Holtby fehlt die Frische

Erstmals seit den ersten beiden Saisonspielen stellte der Trainer die gleichen elf Spieler von Beginn an auf wie eine Woche zuvor. "Wir wollten uns auf uns konzentrieren und nicht auf den Gegner", erklärte Tuchel, die für ihn ungewöhnliche Maßnahme. So ließ er auch Neu-Nationalspieler Lewis Holtby zwei Wochen nach seinem Länderspieldebüt 90 Minuten auf der Bank.

"Das ist kein Denkzettel, Lewis hat im Moment nicht die Frische, die er für sein Spiel braucht. Er sollte einmal Luft holen", erklärt Tuchel. Der Trainer freute sich, dass seine Mannschaft sich "im tiefen November auf schwierigen Bodenverhältnissen" so gut zurechtgefunden hat: "Man kann unter solchen Umständen nicht erwarten, dass Mainz 05 einen Gegner an die Wand spielt."

Gegen Nürnberg haben sie gezeigt, dass sie auch mit Geduld zum Erfolg kommen können. "Jetzt freuen wir uns auf das Derby in Frankfurt", sagte Trainer Thomas Tuchel, der seiner Mannschaft nach einem Training am Samstag zwei Tage frei gab.

Aus Mainz berichtet Tobias Schächter