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Leverkusen - Bayer 04-Trainer Jupp Heynckes hat in seiner Laufbahn als Spieler und Trainer zahlreiche Derbys erlebt. Der tabellarischen Situation, das weiß der Trainer-Routinier, sollte man wenig Beachtung schenken vor solchen Duellen. Deshalb warnt er vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln (So., ab 15 Uhr im Live-Ticker) am Sonntag eindringlich davor, den Tabellen-16. nur nach seiner Position im Klassement zu bewerten.

"Der FC hat aus den vergangenen beiden Spielen in Stuttgart und gegen Wolfsburg vier Punkte geholt. Uns erwartet eine kompakte Mannschaft, die kämpferisch sehr stark ist", sagte Heynckes, dessen Truppe sich am Mittwoch durch ein 1:0 gegen Trondheim in die nächste Runde der Europa League zitterte.

Nichtsdestotrotz will Heynckes die Partie gewinnen, um weiter in der Spitzengruppe zu bleiben. "Wir sind momentan nicht nur in der Erfolgsspur, wir spielen unser Potenzial vor dem gegnerischen Tor auch besser aus als in der Vergangenheit", sagte Heynckes, der einen defensiv eingestellten Gegner erwartet.

Adler vor Rückkehr

Mit von der Partie sein wird am Sonntag vermutlich wieder Torwart Rene Adler, der das Abschlusstraining vor der Europa-League-Begegnung bei Rosenborg Trondheim wegen eines Hexenschusses hatte abbrechen müssen.

Bereits am Freitag konnte Adler aber wieder leichtes Krafttraining absolvieren. "Rene steigt am Samstag ins Mannschaftstraining ein. Ich gehe davon aus, dass er am Sonntag spielen kann", sagte Heynckes am Freitag. Andernfalls wisse man in Fabian Giefer einen guten Ersatztorwart in der Hinterhand.

Rolfes wieder dabei

Ähnlich wie bei Adler sieht es beim zuletzt angeschlagenen Arturo Vidal aus, der laut Heynckes wieder schmerzfrei trainiert habe. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Tranquillo Barnetta, der zuletzt über Kniebeschwerden klagte.

Auch Kapitän Simon Rolfes steht gegen den rheinischen Rivalen wieder im Kader. Gegen Trondheim hatte Heynckes ihn noch geschont. Der Bayer-Kapitän richtet auch gleich eine Kampfansage an den FC: "Wir sind sicherlich der Favorit, und so werden wir auch auftreten."

Novakovic fällt aus

Beim Gegner aus Köln fällt Milivoje Novakovic mit einem Muskelfaserriss definitiv aus. Dirk Lottner, Co-Trainer der Kölner, ist zuversichtlich, dass der Ausfall nicht zu arg ins Gewicht fällt.

"Da haben wir einige Optionen. Wir haben mit Simon Terodde, Sebastian Freis und Alexandru Ionita noch einige Stürmer auf der Bank sitzen. Lukas Podolski könnte ebenso wieder ins Zentrum ziehen", so Lottner, der die Bedeutung der Partie herausstreicht: "Wir sind gezwungen in Leverkusen zu punkten. Das ist auch unser klares Ziel. Frank Schaefer und ich waren beide schon einmal in Leverkusen tätig, ich als Spieler und Frank als Jugendtrainer. Mit Sicherheit ist das auch der besondere Reiz dieses Spiels. Dazu ist bei einem Derby natürlich auch durch die geringe Distanz der beiden Vereine immer Brisanz gegeben."

Kölner Durststrecke im Derby

Auf Martin Lanig, der seine Gelb-Sperre abgesessen hat, kann das Trainergespann beim so wichtigen Duell gegen den Lokalrivalen wieder zurückgreifen. Ein Einsatz von Lukas Podolski, der am Donnerstag das Training aufgrund von Sprunggelenksproblemen abbrechen musste, sei nicht gefährdet. "Es gilt, die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden", um bei Bayer Zählbares mitzunehmen, sagt Trainer Schaefer.

Ein Sieg im rheinischen Derby wäre Balsam für die Seelen der leidgeplagten Köln-Fans. Immerhin ist der FC seit 13 Jahren ohne Derby-Sieg, und in den letzten neun Bundesliga-Duellen gegen Bayer glückte Köln lediglich ein magerer Treffer. Dieses Tor gelang ausgerechnet dem jetzigen Leverkusener Patrick Helmes im September 2005.