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Sinsheim - Der SC Freiburg feiert bei 1899 Hoffenheim in letzter Minute den siebten Saisonsieg und kletter damit auf Platz 4.

Stefan Reisinger wurde zwar erst in der 81. Minute eingewechselt, brachte aber noch ordentlich Schwung in die Partie. Der Stürmer kam zu einigen Chancen und legte den Siegtreffer durch Papiss Demba Cisse auf. Und das ging so: "Ich habe mich dann gegen zwei Leute durchgeschlängelt, Papiss dann kurz darauf auch - und das war es dann mit unserem Sieg", erklärte Reisinger nach der Partie im Interview.

Frage: Glückwunsch zum Sieg, Herr Reisinger. Mit ihrer Vorlage sind Sie mal wieder maßgeblich an einem Freiburger Erfolg beteiligt.

Stefan Reisinger: Man darf nie aufstecken und muss gerade als Stürmer immer auf Unaufmerksamkeiten des Gegners hoffen. Ich habe mich dann gegen zwei Leute durchgeschlängelt, Papiss dann kurz darauf auch - und das war es dann mit unserem Sieg. Im Fußball ist eben sehr viel möglich.

Frage: Haben Sie denn wirklich noch an drei Punkte geglaubt? Kurz vor Schluss hatte man doch den Eindruck, dass beide Seiten gut mit einem Remis leben könnten.

Reisinger: Ich hatte schon gehofft, dass wir noch Nadelstiche setzen können. Ich bin aber auch jemand, der immer nachsetzt. Wir haben deshalb ja auch alles auf eine Karte gesetzt. Und was soll ich sagen? Es läuft momentan einfach alles sehr gut.

Frage: Sind Sie denn mit Ihrer Jokerrolle zufrieden?

Reisinger: Natürlich wünscht man sich, dass man noch länger dabei ist, oder mal von Beginn an spielt. Ich bin derzeit auch körperlich in einem guten Zustand bin. Ich spiele ja auch oft nur 15, 20 Minuten, da könnte ich mir auch keine großen Anlaufzeiten erlauben. Aber so lange wir - so wie wir gerade spielen - erfolgreich sind, kann man nicht mehr dazu sagen.

Frage: Nein?

Reisinger: Es muss ja auch von den Gegnern her passen, wenn man mit zwei Spitzen spielt. Hoffenheim ist eine sehr spielstarke Mannschaft, da wollten wir natürlich erst mal kompakt stehen, mit einer guten defensiven Ordnung. Aber es wird sicher auch bald wieder Spiele geben, wo wir mit zwei Stürmern agieren werden - da werde ich dann sicher zum Einsatz kommen. Es ist ja manchmal für Papiss auch einfacher, wenn er vorne Hilfe hat und sich die Abwehrspieler nicht nur auf einen konzentrieren.

Frage: Sie haben aber auch schon gezeigt, dass Sie zusammen gut harmonieren.

Reisinger: Klar, Papiss und ich verstehen uns gut auf dem Platz, das hat ja heute mit der Abstimmung auch wieder gut geklappt. Jeder weiß, wo er hinläuft und wo er den Ball gerne hinhätte. Und dann ist er natürlich auch einfach ein guter Kicker.

Frage: Der gerade seinen zehnten Saisontreffer erzielt hat.

Reisinger: Ja, das ist schon unglaublich.

Frage: Was war der Grund für den Sieg? War der SC wacher?

Reisinger: Wir wollten auf jeden Fall den Sieg, das ist mal sicher. Sonst hätte der Trainer nicht noch einen Stürmer reingebracht und das Zeichen gegeben, vorne noch mal voll draufzugehen. Aber die Basis war die Defensive. Die Null muss stehen, und die stand heute. Auch weil Oli Baumann heute großartig gehalten hat.

Frage: Jetzt sagen Sie aber bitte nicht, dass die Tabelle nur eine Momentaufnahme ist. Sie belegen derzeit Platz 4.

Reisinger: Die Tabelle ist eine Momentaufnahme, ist nun mal so. Aber der Trainer hat uns durchaus schon vor dem Spiel darauf hingewiesen, dass wir heute Vierter werden können.

Aufgezeichnet von Christoph Ruf