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Mönchengladbach - Der Klassiker zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern München am 11. Spieltag erwies sich als wahres Fußballspektakel. Nach einer drückend überlegenen ersten Halbzeit versäumte es der Rekordmeister, einen entscheidenden Vorsprung herauszuschießen, Bastian Schweinsteiger vergab sogar einen Foulelfmeter.

Somit konnten die "Fohlen" aus einem 1:2 zur Pause ein zwischenzeitliches 3:2 machen. Kurz vor dem Ende glich Philipp Lahm zum letztlich verdienten 3:3 aus.

Nach dem Spiel platzte Trainer Louis van Gaal der Kragen. Der "Tulpen-General" hielt seinen Stars, die auch nach dem vierten Sieg in der "Königsklasse" in der Liga nicht gewonnen hatten, in der Kabine eine Standpauke, dass die Wände wackelten.

"Nach dem Spiel war es laut. Ich habe gehört, dass mich einige verstanden haben", sagte der Niederländer, dessen Ausbruch in den Katakomben des Borussia-Parks bis in die Mixed-Zone der Journalisten zu hören gewesen war. Später, in der Pressekonferenz, bat er um Verständnis für seine lauten Worte und erklärte ganz ruhig, was ihn so auf die Palme gebracht hatte.


Frage: Wie haben Sie dieses abwechslungsreiche Spiel gesehen?

Louis van Gaal: Ich war sehr enttäuscht und eigentlich auch ein bisschen böse auf meine Spieler, weil sie in der ersten Hälfte so überlegen waren und viele Chancen verpasst hatten. In der Halbzeit hatte ich ihnen noch ein Kompliment gemacht und gesagt, dass ich den FC Bayern in dieser Saison noch nie so gut gesehen habe. Ich sage den Spielern aber auch noch: Seid nicht überrascht, wenn Gladbach ein bisschen aggressiver zurückkommt. Genau so ist es geschehen, und wenn du deinem Gegner, der Leidenschaft und Begeisterung an den Tag legt, nichts entgegenstellst, dann nützt dir auch die individuelle Qualität nichts.

Frage: Nach der Gladbacher 3:2-Führung ist Ihre Mannschaft aber dann noch einmal zurückgekommen ...

Van Gaal: Das war auch unglaublich. Mir wären fast die Tränen gekommen. Am Ende hätten wir sogar noch gewinnen können, Toni Kroos muss seine Chance eigentlich machen. Aber vielleicht hat der liebe Gott gedacht, dass diese Spieler noch ein bisschen lernen müssen.

Frage: War es nach dem Spiel dann laut in der Kabine?

Van Gaal: Nach dem Spiel war es laut. Ich habe gehört, dass mich einige verstanden haben. Das ist nicht gut. Aber dafür muss man Verständnis haben. Was zwischen mir und meinen Spielern gesagt wurde, bleibt aber zwischen mir und den Spielern. Es darf einer Spitzenmannschaft nicht passieren, ein Spiel in zehn Minuten wegzugeben.

Frage: Was bedeutet dieses Unentschieden für die Aufholjagd auf die Spitzenteams?

Van Gaal: Wir sind einen Punkt näher an Mainz herangerückt. Die waren schon mal 13 Punkte weg. Die Bundesliga wird im Mai entschieden.