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Hannover- Vor sieben Monaten kämpften beide Teams noch gegen den Abstieg, nun standen sich Hannover 96 und der SC Freiburg im Duell des 4. gegen den 6. im Kampf um einen Europapokalplatz gegenüber.

Am Ende hatten die Niedersachsen klar mit 3:0 gewonnen und sich in der Spitzengruppe festgesetzt. "Ich kann ganz entspannt Fußball schauen. Das Gefühl kannte ich schon lange nicht mehr", freut sich Martin Kind nach einigen Jahren Abstiegskampf.

Schlaudraff trifft zur Führung

Zur Entspannung des Club-Präsidenten trägt ein Mann bei, der eigentlich schon auf dem Abstellgleis stand: Jan Schlaudraff stand lange Zeit nicht im Kader der Bundesliga-Mannschaft, sondern absolvierte zu Saisonbeginn lediglich Spiele für die U-23-Mannschaft der Hannoveraner. Ausgerechnet der Ex-Nationalstürmer brachte die "Roten" nun mit seinem Treffer zum 1:0 in der 15. Minute auf die Siegerstraße. Seit Schlaudraff beim Spiel in Mainz in die Startelf zurückkehrte, hat Hannover drei Spiele in Folge gewonnen.

"Vielleicht sollte ich jetzt zurücktreten, bevor diese Erfolgsserie reißt", blickt der 27-Jährige mit einem Schuss Ironie auf seine "Leidenszeit" zurück.

Erstmal zählt die 40-Punkte-Marke

Von Europapokal will Schlaudraff eben so wenig reden wie sein Präsident. "Europapokal ist kein Thema. Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich 40 Punkte zu erreichen", stellt der Angreifer in einem Gespräch mit bundesliga.de stellvertretend für die Mannschaft klar.

bundesliga.de: Herr Schlaudraff, 3:0 im Spitzenspiel. Wie haben Sie die Partie gesehen?

Jan Schlaudraff: Freiburg hat zeitweise viel Druck gemacht und war sehr laufstark. Aber wir haben gut gestanden und kaum Chancen zugelassen. Ich glaube, wir haben verdient gewonnen, vielleicht ein wenig zu hoch.

bundesliga.de: Im Gegensatz zur Vor-Saison strahlt die Mannschaft viel Selbstbewusstsein aus. Mit welchen Gefühlen geht das Team auf den Platz?

Schlaudraff: Wir wissen, dass wir es können. Besonders wichtig ist, dass wir im Gegensatz zur letzten Saison hinten sehr gut stehen. Das gibt uns auch vorn mehr Sicherheit. Außerdem geben die Erfolge natürlich Selbstvertrauen.

bundesliga.de: Besonders auffällig ist das blinde Verständnis, wenn die Mannschaft von Abwehr auf Angriff umschaltet. Da geht es mit wenigen Ballkontakten überfallartig nach vorn...

Schlaudraff: Das ist unsere besondere Stärke. Jeder weiß, wie der andere läuft. Und vorne haben wir blitzschnelle Stürmer.

bundesliga.de: Mit dem Sieg hat Hannover sich weiter von Platz sechs abgesetzt. Ist eine Europapokalteilnahme ein Thema in der Mannschaft?

Schlaudraff: Nein, Europapokal ist kein Thema. Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich 40 Punkte zu erreichen. Danach können wir dann mal über weitere Ziele reden. Es ist wahnsinnig wichtig, dass wir schon 25 Punkte haben wenn man sieht, wie eng es in der Tabelle zugeht. Die unten gewinnen ja auch. Da haben wir uns schon ein wenig Luft verschafft.

bundesliga.de: Zu Ihrer persönlichen Situation: Sie standen ja schon auf dem Abstellgleis. Nun standen Sie drei Spiele mit drei Siegen in Folge in der Startformation. Zufrieden?

Schlaudraff:(lacht)Vielleicht sollte ich jetzt zurücktreten, bevor diese Erfolgsserie reißt. Aber im Ernst: Ich habe eine schwere Zeit hinter mir, aber natürlich bin ich zufrieden, dass ich wieder dazugehöre. Das habe ich mir im Training erarbeitet.

bundesliga.de: Also bleiben Sie in Hannover?

Schlaudraff: Das steht nicht fest. Aber wenn man den Medien glaubt, sollen auch Mike Hanke und Mikael Forsell weg, für Didier Ya Konan soll es Interessenten geben. Hannover kann ja nicht alle Stürmer gehen lassen. (lacht)

bundesliga.de: Am kommenden Wochenende muss Hannover zu ihrem Ex-Club Borussia Mönchengladbach. Ein weiterer Sieg?

Schlaudraff: Gladbach hat auf jeden Fall mehr Druck als wir. Wir wollen da natürlich auch punkten. Vielleicht haben wir nach dem Spiel dann ja schon 28 Punkte.

Jürgen Blöhs