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Der ZDF-Reporter Bruno Moravetz war es. 1980 stellte Moravetz während der Übertragung des olympischen 15-km-Langlaufs in Lake Placid mehrmals die verzweifelte Frage: "Wo ist Behle?"

Der damals 19-jährige Jochen Behle führte sensationell lange Zeit nach der ersten Zwischenzeit, wurde aber nicht im Bild gezeigt. Diese Fernsehübertragung machte Behle, der letztlich guter Zwölfter wurde, deutschlandweit bekannt.

Im Gespräch mit bundesliga.de verrät der heutige Bundestrainer der Skilangläufer, dass er ein großer Fußball-Fan mit blau-weißem Herzen ist.

bundesliga.de: Herr Behle, wenn ich nicht wüsste, dass Sie gerade in Düsseldorf sind, würde ich Ihnen die Frage der Fragen stellen: Wo ist Behle?

Jochen Behle: (lacht) "Ja klar, die Frage höre ich immer noch. Als ich meine Langlauf-Karriere beendet habe, bin ich eigentlich nicht mehr so oft darauf angesprochen worden. Aber seitdem ich Bundestrainer bin, habe ich die Frage definitiv wieder häufiger gehört, das wird wohl auch immer so bleiben.

bundesliga.de: Ist der Wintersportler Jochen Behle eigentlich auch am Bundesliga-Fußball interessiert?

Behle: Auf jeden Fall, ich bin ein großer Fußball-Fan. Ich habe früher selbst beim SC Willingen gespielt, in jungen Jahren sogar in der Kreisauswahl und später noch in der Landesliga. Fußball und Ski-Langlauf war aber irgendwann nicht mehr beides möglich, ich war ja viel unterwegs und habe nur noch manchmal ausgeholfen, wenn Not am Mann war. Heute kicke ich ab und zu bei den Alten Herren mit.

bundesliga.de: Sie kommen aus dem Sauerland. Da ist man entweder Schalke-Fan oder…

Behle: (lacht)…Lüdenscheid-Fan. Ich bin Schalke-Fan, ich habe zum Beispiel damals im Parkstadion das legendäre 6:6 im Pokal gegen die Bayern gesehen, als der junge Olaf Thon drei Tore geschossen hat. Heute spiele ich mit Thon, Klaus Fischer oder den Kremers-Zwillingen Erwin und Helmut manchmal zusammen Golf.

bundesliga.de: Waren Sie in dieser Saison schon in der Veltins-Arena?

Behle: Leider nicht. Aber ich habe viel live bei Premiere gesehen und versuche das auch, wenn ich im Winter viel unterwegs bin. In der letzten Saison haben wir das Champions-League-Spiel gegen Porto mit zehn Mann in einem Wohnmobil und Satellitenschüssel auf dem Dach auf einem Parkplatz in Oslo gesehen.

bundesliga.de: In der Hinrunde lief es noch nicht so richtig rund bei Schalke.

Behle: Es könnte natürlich besser sein, das Problem liegt aus meiner Sicht im Angriff. Es war ja leicht möglich, einige Punkte mehr zu holen. Ich denke an die Spiele gegen Dortmund, Bielefeld oder gegen die Bayern. Es sollte aber noch möglich sein, am Ende unter die ersten Drei zu kommen.

bundesliga.de: Welcher Spieler hat Ihnen in der Hinrunde besonders gefallen?

Behle: Ribery! Da muss man gar nicht groß drüber reden. Der macht den Unterschied aus. Das hat man gemerkt, als er gefehlt hat.

bundesliga.de: Wer noch?

Behle: Kein Spieler, sondern die ganze Mannschaft Hoffenheim. Das ist sensationell, das gefällt mir. Da stimmen aus meiner Sicht die Struktur und die Hierarchie. Ich glaube zwar nicht, dass Hoffenheim auf Platz 1 bleiben wird, aber sie werden auf jeden Fall oben mitmischen. Bisher lief alles rund, es gab auch kaum Verletzte.

bundesliga.de: Planen Sie für die Rückrunde einen Besuch in einem Bundesliga-Stadion?

Behle: Ab März habe ich wieder mehr Zeit. Und wenn schon, denn schon, werde ich natürlich in die Veltins-Arena gehen.

Das Gespräch führte Stefan Kusche